Aus d. Niederländ. v. Rolf Erdorf.
Gerstenberg 2020. € 13,90.

Jan de Leeuw und Mattias de Leeuw: Der kleine König folgt dem Stern
Wenn die Weihnachtsfeiertage vorbei sind, warten die Menschen auf die drei Weisen aus dem Morgenland, die die Häuser segnen. Mit einem König haben es die Leserinnen und Leser auch in diesem Bilderbuch zu tun. Der kleine König Sevi, gerade mal zehn Jahre alt, regiert das Land der Kleinen Wunder.
Gemäß der biblischen Erzählung erstrahlt auch hier am Himmel ein neuer Stern.

»Wenn der Stern des Westens erscheint, wird alsbald ein König geboren, mächtiger als alle anderen Könige zusammen.«

Der kleine König ist aber nicht einer der bekannten heiligen drei Könige, wie man zu Beginn vielleicht glauben mag. Er ist vielmehr ein selbstbestimmtes Kind, dass den neuen König im Leben willkommen heißen mag und den Rat seines Sterndeuters in den Wind schießt. Mit Geschenken bepackt, folgt er dem Stern und alsbald trifft er auf drei Könige, die mit einer Karawane den gleichen Weg einschlagen wie er. Der kleine König schließt sich jedoch nicht an, sondern geht seinen ganz eigenen Weg. Auf eben diesem trifft er auf unterschiedliche Figuren in Not, denen er mit den Geschenken, die für den großen König gedacht waren, hilft. Geschenke, die kleine Wunder bewirken: einer alten Frau schenkt er eine Rassel, die Wasser spendet. Ein Spielzeug in Form eines Eichhörnchens lässt in der kargen Landschaft Bäume wachsen und das treue Pferd hilft einem Geschwisterpaar bei der Ernte. Der kleine König und die märchenhaften Anleihen erinnern dabei an Grimms „Sterntaler“. Bis sich schließlich auch der kleine König frierend und dem Tod sehr sehr Nahe in einer Winterlandschaft wiederfindet und von einem Paar, dass mit einem Neugeborenen durch den dichten Schnee auf der Suche nach einer Herberge irrt, gerettet wird.

Der Stern, drei Könige und eine junge Familie sind die klassischen Motive der Weihnachtsgeschichte und doch erzählt Jan de Leeuw in klaren Worten, die von dem ausgewiesen märchenhaften Ton dominiert werden, die Geschichte vollkommen neu: Die Reise des kleinen Königs auf der Suche nach dem großen König nimmt bereits die Botschaft des Evangeliums vorweg: Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Damit wird im Text auf die Legende des vierten Königs, von Edzard Schaper 1961 in seinem Roman „Der vierte König“ aufgegriffen, angespielt, wobei in diesem Bilderbuch der König als Neugeborenes gefunden wird, ganz im Gegenteil zu seinem Vorbild, in dem der vierte König mit 30 Jahren Verspätung auf den großen König am Kreuz trifft.

Die klare, märchenhafte Sprache wird in den Illustrationen von Mattias de Leeuw aufgegriffen. Mit schwungvollem Pinsel werden die markanten Szenen der Reise skizziert und mit orientalisch anmutenden Elementen ausgeschmückt, wodurch es zu einer Verortung der Herkunft der Könige kommt. Das Nebeneinander von Bild und Text, in dem vor allem die Typographie eine tragende Rolle einnimmt, harmonieren als Gesamtwerk.
Ein etwas anderer Blick auf die Weihnachtsgeschichte, die neue Blickwinkel eröffnet.


Alexandra Hofer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Moritz 2020. € 13,90.

Antje Damm: Füchslein in der Kiste
Es ist Abend und der alte Fuchs hat endlich sein Ziel erreicht: Eine in vielen Grüntönen leuchtende Lichtung mitten im Wald. Erschöpft setzt er sich auf seine große Kiste, um auszuruhen, schläft schließlich ein. Die in der Nähe wohnenden Kaninchen sind misstrauisch und besorgt. Was ist in der Kiste? Und was will der überhaupt hier? Da erwacht Fuchs, reckt und streckt sich, reißt sein Maul auf – „Oh, was hab ich für einen riesengroßen Hunger!“. Die zitternden Kaninchen kann er schnell beruhigen, indem er zugleich das Geheimnis des Inhalts der Kiste lüftet: Sie ist voll von Tomatensuppendosen. Weil er keine Zähne mehr hat, hat Fuchs seine Nahrung nämlich auf Tomatensuppe umgestellt. Fuchs und Kaninchen – einander normalerweise Feind –  freunden sich an, genießen unbeschwerte, versöhnliche Tage; der Alte erzählt aus seinem bewegten Leben, die Kaninchen lauschen und lernen nebenbei so manchen füchsischen Trick. Und als ihr großer Freund immer schwächer wird, kümmern sie sich liebevoll um ihn –  bis Fuchs seinen baldigen Aufbruch ankündigt. Er weiß zwar nicht, wohin er gehen, wohl aber, dass es dort schön sein wird. So legt sich Fuchs also in seine Kiste und stirbt. Die traurigen Kaninchen halten eine Nacht lang Wache, vergraben die Kiste dann in einem großen Loch und singen Fuchs zum Abschied „Häschen in der Grube“.
Undramatisch, beinahe unbeschwert wird hier das Thema Tod verhandelt und – soweit das überhaupt möglich ist – nachvollziehbar gemacht: Als natürliches Ende, als Ausklang des Lebens, wenn man alt und müde und immer schwächer geworden ist. Die Zeit davor noch zu genießen, kann gelingen – mit guten Freund*innen und liebevoller Begleitung bis zum letzten Atemzug. Lebendig hingegen bleiben Geschichten und Bilder – Erinnerungen, die trösten und über den Verlust hinweghelfen. Auch das lernen die Kaninchen.
Antje Damm setzt den „Abgang“ des alten Fuchses in unverwechselbar-einzigartigem Stil in Szene; sie zeichnet, collagiert, arrangiert und fotografiert, macht damit jede Doppelseite zur Bühne, auf der sich der immer müder werdenden Fuchs inmitten der fidelen Kaninchenschar immer weniger bewegt. Tages- und Abendstimmungen, Gefühle und Befindlichkeiten der „Tierfiguren“ spiegeln sich in kongenialen Farbkompositionen, Körperhaltungen und Bewegungsdynamiken sowie oszillierenden Licht-Schatten-Effekten wider. Ebenso unaufdringlich wie selbstverständlich tauchen in jedem Bild „Requisiten des Todes“ auf – Grabkreuze und -steine, die sich über die Lichtung verteilen, und immer wieder die große Kiste, die am Ende ihren „eigentlichen“ Zweck erfüllt. Eine Kiste ist eine Kiste ist eine Kiste. Und manchmal auch ein Sarg, der in einem großen Loch „vergraben“ wird. Ein erfüllter, freudvoller Lebensabend, das Unfassbare und eine – trotz Ungewissheit – grundsätzliche Zuversicht finden in dieser von Leichtigkeit und leisem Humor durchzogenen Inszenierung ebenso Ausdruck wie Traurigkeit und Vermissen, Trost und ritualisierte Erinnerungen zum Schluss: Denn die Kaninchen dachten noch sehr lange an den alten Fuchs und wenn sie ihn besonders vermissten, aßen sie zusammen Tomatensuppe und erzählten sich seine Geschichten. Das half immer!

Ela Wildberger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aus dem Amerik. v. Katarina Ganslandt.
Fischer Sauerländer 2019. € 16,50.

Tahereh Mafi: Wie du mich siehst
Kurz nach den Anschlägen am 11. September auf die Twin-Towers in New York ziehen Shirin und ihre Familie um. Schon wieder. Eine neue Schule ist nichts besonderes mehr für die 16-jährige Protagonistin, die kaum mehr zählen kann, wie vielen schulischen Institutionen sie schon besucht hat.
Sie ist es gewohnt, schräg beäugt zu werden, weil sie Hischab trägt.
Mittlerweile fragte mich niemand mehr, warum ich Kopftuch trug. Die Leute bildeten sich ein, die Antwort zu kennen, obwohl die meisten komplett daneben lagen. Ich trug es nicht, weil ich eine Nonne sein wollte, sondern weil ich mich damit geborgen fühlte – weniger verwundbar.
Durch ihre Protagonistin rekurriert die Autorin im Text immer wieder auf den 11. September 2001 und wie sich der Anschlag auf muslimische, insbesondere weibliche Menschen auswirkt und wie Vorurteile geschürt und Meinungen gebildet werden. Aladin, Windelkopf, Terroristin. Beschimpfungen, denen nicht nur Shirin, sondern auch die Autorin selbst, die Autobiographisches in den Text einfließen lässt, ausgesetzt sind/war. Gleichzeitig wird die Hackordnung im Mikrokosmos Schule umrissen und verdeutlicht, wovon das Denken von Jugendlichen oder Menschen ganz allgemein gelenkt wird.
Anfeindungen, komische, z.T. abwertende Blicke sind Shirin bestens bekannt. Neu ist aber, dass sich ein Parade-US-Amerikaner (gutaussehend, Basketballstar, Liebling der ganzen Schule) für sie interessiert. Und sie für ihn. Aus Selbstschutz für sich, aber auch ihre aufkeimende Beziehung verschließt sie sich. Hält ihn auf Abstand.
Spannend ist dabei, dass Shirin selbst so denkt, wie sie es ihren Mitmenschen unterstellt. Sie selbst glaubt die Antwort zu kennen, wie sie von außen gesehen wird: das komische Mädchen mit dem Kopftuch. Wie sie, nur bedingt wegen ihres Kopftuches, nach außen tatsächlich wirkt, wird ihr durch die Mitglieder der neu gegründeten Breakdance-Gruppe ihres Bruders und einigen Freunden aufgezeigt. Der Panzer und die Verschlossenheit, die sie sich zu ihrem eigenen Schutz aneignet, erzeugen ein abweisendes und angsteinflößendes Bild.
Das Spiel zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung zeigt sich einerseits in der Entwicklung von Shirin, die allmählich das Schutzschild abzulegen scheint und andererseits an der Reaktion der Schule, als Ozean und sie ihre Beziehung – nachdem sie sich ihm gegenüber öffnet und die Gefühl zulässt – öffentlich machen. Ein regelrechter Shitstorm prasselt auf sie nieder, inklusive Fotos von Shirin ohne Kopftuch, die in der Highschool viral gehen. Die aufkeimende Beziehung nimmt ein vehementes, tränenreiches Ende. Vorerst. Auf der Beliebtheitsskala rutscht Shirin ans unterste Ende. Wäre da nicht die anstehende Talentshow, an der sie mit ihrer Breakdance-Gruppe teilnimmt…
Der sich nur auf den ersten Blick als Liebesroman präsentierende Texte entpuppt sich als ein Abbild der Gesellschaft, in der nicht nur Selbstzweifel und -vorwürfe und die Frage nach dem eigenen Stellenwert in der (Highschool-)Gesellschaft eine Rolle spielen, sondern auch Fremdenfeindlichkeit und die Frage, wodurch diese zustande kommt.

Eine Auseinandersetzung mit dem Islam, die ganz ohne IS und Gewalt auskommt. Vielmehr verdeutlicht dieser Roman, wie sehr das kulturell bedingte Schwarz-Weiß-Denken verankert ist. Es dominieren keine religiösen Regeln, festgelegte Gebetszeiten oder die Stellung von Frauen oder Mädchen, sondern die Gefühlswelt einer Jugendlichen, die versucht ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.


Alexandra Hofer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Tyrolia 2020. € 16,95.


Isabel Pin: Rosie auf dem Baum
Auf den ersten Blick mag Rosie bloß wie ein widerspenstiges Mädchen wirken. An einem Dienstag beschließt sie, auf einen Baum zu klettern – und bleibt dort oben. Die Erwachsenen schimpfen Rosie und verlangen von ihr, sich den gesellschaftlichen Normen zu beugen: „Ein Mädchen gehört nicht auf einen Baum!“ oder „Du solltest mit Puppen spielen oder Fahrrad fahren.“ Rosie reagiert darauf nicht. Auch als die Erwachsenen an den nächsten Tagen versuchen, sie herunter zu locken oder mit Leitern herunter zu holen, kümmert sie das nicht. Sie fragt stattdessen: „Warum kann ich nicht oben bleiben?“
Ihre Eigenwilligkeit stellt eine Normentransgression dar, mit der die Anderen nicht umgehen können oder wollen. Sie zeigen anfangs keinerlei Bereitwilligkeit, Rosies Entscheidung zu verstehen. Als Rosie fragt, warum sie nicht auf dem Baum bleiben kann, hört ihr niemand zu. Erst als die Aufregung um sie abflacht, versuchen die anderen überhaupt zu verstehen, warum Rosie auf dem Baum bleiben möchte. Die erklärt ihre Entscheidung mit einem simplen: „Weil es hier schön ist.“
Oben auf dem Baum hat Rosie die Freiheit genau das zu machen, worauf sie gerade Lust hat. Grafisch setzt die Autorin und Illustratorin Isabel Pin das um, indem sie die Farben der Wiese und des Himmels vermischt, wodurch eine Grenzenlosigkeit entsteht, die nur aus der wortwörtlichen Vogelperspektive zu erkennen ist. Denn sowohl auf der Ebene des Textes, als auch auf der der Illustrationen sind Vögel von großer Bedeutung und stehen in Verbindung zu Rosie. Grafisch steht Rosie durch das Klettern auf den Baum tagsüber auf einer Stufe mit den Zugvögeln, die über den Köpfen der Menschen kreisen. Nachts gesellt sich eine Eule zu ihr. Als sich schließlich einige Vögel auf den Weg in den Süden machen, macht auch Rosie sich auf den Weg: Sie klettert von ihrem Baum und legt sich in die Wiese. Und blieb
Rosie lebt ihm Hier und Jetzt und macht sich keinerlei Sorgen – weder über Essen, noch die Meinung anderer Menschen von ihr. In dieser Hinsicht folgt sie Jesu Worten aus dem Matthäusevangelium: Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?

Aus der Sicht der Erwachsenen ist Rosie ein halsstarriges, unvernünftiges Mädchen, das sich nicht an Regeln hält. Optisch untermalt wird dieser Eindruck durch ihre äußere Ähnlichkeit zu Pippi Langstrumpf. Mit ihrer sorglosen Art, ihrer Fähigkeit den Moment zu genießen und ihrem Mut, anders zu sein, ist Rosie allerdings ein Vorbild für Erwachsene.



Iris Ehgartner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aus dem Engl. v. Claudia Stein.
Kleine Gestalten 2020. € 15,40.



Carolina Celas: bis zum horizont

Du bist immer da.
Da drüben. 
Oder dort hinten.
Manchmal scheinst du weit weg.
Dann wieder nah.

In ein Zwiegespräch mit einem unbestimmten, unbekannten Du tritt jenes namenlose Ich, das uns durch dieses besondere Bilderbuch führt. Ein Zwiegespräch, das – basierend auf dem Titel sowie jener Linie, die sich durch das gesamte Buch zieht und (fast) jede einzelne Doppelseite horizontal genau in der Mitte durchtrennt – einerseits als Dialog mit dem Horizont gelesen werden kann. Dies legen nicht nur die formale Gestaltung der Illustrationen, sondern auch die dargestellten Bildmotive nahe, die unterschiedlichste Szenarien zeigen: Mal blicken wir durch ein Fenster auf atemberaubende Bergformationen oder auf wundersame Wolkengebilde, mal aus Vogelperspektive auf einen Fluss unter einer Brücke, mal senkrecht nach oben in den weiten, endlosen Himmel. Auf der Suche nach dem Horizont in einer sich stets transformierenden Welt, in der es immer auf die Perspektive ankommt.

Jetzt versteckst du dich.
Ganz leise. […]
Wenn ich mich hinlege, verschwindest du.
Und ich suche dich, will dich einfangen.

Das Zusammenspiel zwischen diesem aus dem Englischen übersetzen lyrischen Text aus der Feder der portugiesischen Künstlerin Carolina Celas und ihren mit Wachskreide, Filz- und Buntstift in intensiven Farben zum Leuchten gebrachten Bildwelten lässt aber vielfache (Be-)Deutungsebenen zu. Ob das Ich durch organische, mit bunten Algen bewachsene Höhlen streift, durch die schmalen Spalte zwischen streng geometrisch angeordneten Rollläden blickt, oder sich selbst im Spiegel betrachtet…

Da drüben.
Dort hinten.
Endlos.
Ob du wohl auch in mir bist?

…das in Verszeilen zur Sprache gebrachte Zwiegespräch kann andererseits auch als (imaginierter oder realer) Dialog mit einer geliebten/vermissten/ersehnten/… Person gelesen werden. Ihren bildlichen Anknüpfungspunkt erfährt eine solche Interpretation in jener Figur, die der Protagonistin zur Seite gestellt wird: ein kleines grünes, an einen Teddybären erinnerndes Wesen ohne Arme, das gemeinsam mit dem sprechenden Ich surreale Landschaften bestaunt, als das Gegenüber dieses Ichs ins Bild tritt, von ihm beobachtet wird, sich vor ihm versteckt.
Ob als (selbst-)reflexiver Dialog mit dem Horizont, mit einem anderen Menschen oder gar mit sich selbst – in einem sorgfältig komponierten, aber umso leichtfüßigeren Spiel mit Bild- gleichermaßen wie mit Erzählperspektiven liefert dieses künstlerische Bilderbuch vielseitige Anstöße zum Diskutieren und Philosophieren mit kleinen und großen Leser*innen.

Claudia Sackl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aus dem Katalan. v. Ursula Bachhauser.
ellermann 2020. € 15,00.


Elisenda Roca und Rocio Bonilla: Meine Freunde, das Glück und ich.
Hallo! Ich bin Violetta. Gleich zu Beginn erfährt der Leser oder die Leserin so einiges über die Protagonistin, aus deren Sicht die Organisation eines Straßenfestes erzählt wird. Zum Beispiel was sie mag (Wörter, die wie Geräusche klingen) oder auch nicht mag (Tiere, die stechen) und dass ihr Hund Struppi heißt. Was die Lesenden aber nicht erfahren, ist, wie Violetta genau aussieht. Bis zur letzten Seite ist ihr Gesicht hinter Blumensträußen versteckt, sie wird von hinten gezeigt oder ist gar nicht im Bild. Stattdessen werden eine Reihe anderer Kinder in den buntesten Familienkonstellationen und die Berufe der Eltern vorgestellt. So organisieren die Kinder Blumen im Blumenladen, den Noras Mütter gemeinsam führen, holen Notenständer bei Landos Musikereltern und Beths Mutter verleiht die nötigen Tische und Sessel.
Im Text und in den farbenfrohen Illustrationen von Rocio Bonilla wird eine heterogene Kinderschar mit für die Illustratorin typischen großen Augen gezeigt, in der zahlreiche Ethnien vertreten sind und noch mehr: dank der unterschiedlichen Familiensituationen von der alleinerziehenden Mutter, über homosexuelle Paare und Patchworkfamilien wird aufgezeigt, wie plural die Gesellschaft nicht nur in Bezug auf die familiären Situationen sein kann. Nebenbei werden typische Geschlechterrollen aufgebrochen, wenn etwa Lundos Mutter zum Taktstock greift und nicht der Vater, dessen Gesicht über das ganze Buch hinweg nicht zu sehen ist.
Verwunderlich mag auf den ersten Blick wirken, dass Violetta auf der Textebene all ihre Freund*innen als ihre besten bezeichnet und auf jeder Seite darauf hingewiesen wird, welchen Unsinn Struppi gerade treibt. Dies erklärt sich schließlich auf der letzten Seite nach einem Gruppenbild, wo den Lesenden erstmals das Gesicht der Protagonistin gezeigt und klar wird, dass Violetta Trisomie 21 hat.
In diesem Bilderbuch wird lebhaft vorgeführt, wie eine transkulturelle Gesellschaft aussehen, wo jeder und jede anders sein kann, und dennoch seinen oder ihren Platz einnimmt. Erfreulich ist dabei, dass nicht mit der Moralkeule geschwungen, sondern Inklusion und Interkulturalität als ganz selbstverständlich dargestellt wird und es dafür keine besonderen Ereignisse braucht, sondern ein Straßenfest Erzählanlass genug ist. Mitunter bräuchte es einen, eine Spur weniger pädagogisierenden Ton, wenn auf die familiären Unterschiede hingewiesen wird.
Neben der Ausgewogenheit zwischen Freundinnen und Freunden und der pluralen Darstellung der Kinder und deren Eltern wird auch auf der grammatikalischen Ebene gegendert – ein Aspekt, der in Bilderbüchern und Büchern ganz allgemein nicht häufig auftritt.


Alexandra Hofer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Tulipan 2020. € 15,50..

Inka Pabst und Merhdad Zaeri: Joshua der kleine Zugvogel
Der Name Joshua bedeutet „Gott ist Hilfe, Rettung“. Äußerst passend ist somit der Name für die Hauptfigur in diesem Bilderbuch gewählt. Es soll nämlich dabei helfen, den Abschied von einem Sternenkind zu bewältigen. Dabei setzt es jedoch nicht auf die herkömmliche Erzählung von Himmelskörpern, sondern auf eine stimmige Bildsprache, die von Mehrdad Zaeri kunst- wie liebevoll entwickelt wurde.

Grün ist die Farbe der Hoffnung. Mit dieser beginnt Merhdad Zaeri die Ausgestaltung des großzügigen Bildraumes in „Joshua der kleine Zugvogel“, wobei die Hoffnung, die hier symbolisiert wird, jene auf ein neues Leben ist.
Ein Sommergoldhähnchen sitzt auf einem Marillenbaum und genießt die warme Wintersonne in Ligurien. Während seine Gefährt*innen schon losfliegen, ist das kleine Geschöpf noch etwas unschlüssig, kann sich nur schwer von der guten Luft trennen. Verzögert bricht der kleine Vogel Richtung Norden auf. Er gerät in einen heftigen Sturm und verliert sich beinahe auf dem Weg. Ohne seine Gefährt*innen kommt er in einem dunklen Bildraum an.

Wir haben schon so lange auf dich gewartet
, meldet sich plötzlich die Stimme aus dem Off und adressiert das Sommergoldhähnchen. In Erwartung des ersehnten Wunschkindes übt auf der real-fiktionalen Bildebene der Vater bereits Gitarre und die Geschwister bereiten sich auf die Ankunft von Joshua, wie das Ungeborene genannt wird, vor. Fußballspielen, auf Bäume klettern, vorlesen und durchkitzeln wird versprochen.

Doch die Sehnsucht nach dem Fliegen lässt den Zugvogel nicht los, denn ein Vogel muss fliegen, nicht schwimmen. Als ein heftiges Beben beginnt und ein neuerlicher Sturm aufkommt, breitet Joshua lustvoll seine Flügel aus und fliegt davon.
Auf den letzten Seiten lässt uns Mehrdad Zaeri dem Vogel eine ganze Weile nachschauen und gibt dem Abschied damit ihm wahrsten Sinn Raum. Bis Joshua zuletzt wieder Anschluss an seine Schar findet ­ und das Buch still und im Idealfall geborgen und getröstet zugeklappt werden kann.

Jana Sommeregger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Eine Geschichte zur Erstkommunion.
Bearbeitet und aktualisiert von Kathrin Wexberg.

Tyrolia 2019. € 14,95.

Lene Mayer-Skumanz und Birgitta Heiskel: Ein Löffel Honig
Die Erstkommunionsvorbereitung und die Erstkommunion selbst wären doch eine schöne Sache. Wären da nicht die Zweifel, die in der 8-jährigen Julia immer wieder aufkommen. „Wer ist Gott?“ ist nur eine der zentralen Fragen, über die aus konsequent kindlicher Perspektive reflektiert wird. Julias Lieblingsplatz, ein Fels in der Nähe ihres Zuhauses, scheint dafür der perfekte Ort zu sein, wo sie ungestört von ihren Eltern, der großen Schwester und dem kleinen Bruder ihren Gedanken nachhängen kann und ihr mitunter Gedanken in den Sinn kommen, die an Bibelverse erinnern: „Mein Fels“, sagt Julia. „Hörst du? Mein Fels bist du!“ Es zeigt sich kurze Zeit später, dass diese Aussage vielmehr besitzergreifend als religiös gedacht war, als Stefan – ein eher unbeliebtes Kind aus dem Dorf, der bei seinen Großeltern wohnt – kurzerhand und ungefragt bei ihrem geheimen Platz auftaucht und ihre Ruhe stört.  Im Verlauf der Geschichte erkennt die Protagonistin aber, dass das besitzergreifende „Mein Fels“ vielleicht etwas voreilig gewählt war und der Fels doch als ein Geschenk Gottes an alle gedacht sein könnte. Recht bald stellt sich heraus, dass Stefan und sein Opa, ein Imker, äußerst angenehme Zeitgenossen sind und es in deren Garten, der vom Summen der Bienen erfüllt ist, so einiges zu entdecken gibt. Ganz nebenbei entsteht eine neue, überraschende Freundschaft zwischen Julia und Stefan.
Das Erwachen der Natur nach dem Winter, vor allem aber der Bienen, verorten die Geschichte klar in den Monaten des Frühlings. Der titelgebende Löffel Honig, den Julia und Stefan vom Großvater direkt aus den Waben heraus bekommen, wird für die kindlichen Figuren zum Sinnbild einer aufregenden Zeit, aber auch des spirituellen Prozesses, den sie in der Erstkommunionvorbereitung erleben.

Durchbrochen wird der Erzähltext immer wieder von Passagen, in denen sich Gott aus der Ich-Perspektive selbst zu Wort meldet. Optisch wird dieser Wechsel durch die Wahl einer anderen Schriftart markiert. In dem 1994 erstmals erschienenen Text, der 2019 von Kathrin Wexberg neu überarbeitet wurde, finden einige Namen für Gott Einzug. In Anlehnung an „Die Bibel in gerechter Sprache“ wird auf die Vielzahl der Metaphern, die im Alten und Neuen Testament zu finden sind, zwar aufmerksam gemacht, der konkrete Gottesnamen wird aber zum einfachen, für Kinder greifbaren „Ich bin Da“ mit weiteren Zusätzen, wie „der Eine“ „der Lebendige“ oder „der Ewige“.
Durch die verschiedenen Kinder in der Erstkommunions-Vorbereitungsgruppe wird das religiös-plurale Bild der Gesellschaft nachgezeichnet, wenn die Elternhäuser der unterschiedlichen Kinder aufgegriffen werden. Von liberal bis hin zu äußert konservativ finden sich die unterschiedlichen Lebenshaltungen. Eine Oma meint beispielsweise: „Ich finde, diese Junge, diese Ulli, die übertreibt die Lockerheit. Und dieses grausliche Tattoo, das sie da am Arm hat, dass sich die Kinder so etwas anschauen müssen jede Stunde … Ist Ihnen das nicht aufgefallen?

Die Vorbereitungszeit auf die Erstkommunion wird für Julia und die anderen Kinder eine ganz wesentliche Zeit der Erfahrungen: nahe an der Lebenswelt der Kinder kommen auch ethisch relevante Themen wie Streit, Versöhnung, Neid, Schuld oder Großzügigkeit zur Sprache und werden mit religiösen Aspekten verbunden. Dabei wird aber auch religions- und kirchenkritischen Stimmen Raum eingeräumt, was wiederum die Diversität der Gesellschaft wiederspiegelt. Es stellt sich natürlich auch die Frage nach dem Zweck der Erstkommunion: wegen der Geschenke? Wegen des schönen Kleids oder dem schicken Anzug? Weil man es eben macht? Oder steckt doch ein tieferer Grund dahinter?  Im abschließenden Kapitel – der Tag der Erstkommunion – werden die unterschiedlichen Zugänge der Kinder und deren Familien gebündelt. Julia resümiert zufrieden: „Aber wenn mich jemand fragen würd, wonach sie geschmeckt hat, diese Zeit, wärs ein Löffel Honig.“

Für die überarbeitete Neuauflage gestaltete Birgitta Heiskel Illustrationen, die in ihrer Farbgestaltung ganz auf ein warmes Gelb setzen und damit dem Leitmotiv des Honigs wunderbar entsprechen. In ähnlicher Ausstattung, ebenfalls von ihr illustriert, brachte der Tyrolia Verlag kürzlich „Mein Album zur Erstkommunion“ und „Was ich dir zur Erstkommunion wünsche“ von Georg und Birgit Bydlinski heraus. Denn auch wenn die Erstkommunion Corona-bedingt vorerst verschoben ist– irgendwann wird sie stattfinden. Und das wird ein Fest!

Alexandra Hofer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Gabriel 2020. € 15, 50.

Rainer Oberthür: Die zehn Gebote.
Mit Bildern von Barbara Nascimbeni
Wie wollen wir leben? Das ist eine der neun Fragen, die an den Beginn dieses Textes gestellt werden. Dabei geht es um Fragen, die immer brandaktuell sind, sei es zu Zeiten der Entstehung der Bibel oder heute.

Die zehn Gebote stehen hier nicht frei und los gelöst vom biblischen Text, sondern werden mit einleitenden und abschließenden Worten gerahmt, wobei die Gebote klar im Buch Exodus und somit im Alten Testament verortet werden. Gleichzeitig wird aber auch relativiert, dass die Worte in der Bibel immer Überlieferungen sind, man als Leser*in also nicht wissen kann, wie es wirklich geschehen ist. Wie für Rainer Oberthür üblich werden die jungen Lesenden in ihrer Lebenswelt abgeholt und an die Glaubenswelt herangeführt, indem die Kinder direkt angesprochen werden und klargestellt wird, dass die zehn Gebote keinen Druck ausüben sollen, sondern Freiheiten eröffnen können.

Das Herzstück bilden die zehn Geboten, wobei jedem einzelnen eine Doppelseite eingeräumt und die linke Hälfte von Text dominiert wird. Grafisch wird das Bibelzitat durch Fettdruck und den Einsatz einer anderen Schriftfarbe hervorgehoben. Nach dem Bibelsatz, wie etwa DU SOLLST deinen Vater und deine Mutter achten und ehren folgt eine erklärende und deutende Passage des Autors. Dabei finden die unterschiedlichstes theologischen und philosophischen Aspekte Einzug: Neben dem Götternamen werden auch die Abbildung Gottes, Vertrauen zu Gott sowie ganz allgemein die Frage nach Liebe und Ehrlichkeit thematisiert; der Bibeltext in seiner historischen Rezeption stets mit dem Alltag der Kinder verknüpft. Abschließend zu den begleiteten Texten werden je drei meditative Zeilen gesetzt, die sich gleichsam einer Führbitte an Gott richten. Besondes hervorzuheben ist, dass das konkrete Gebot am Ende jeder Doppelseite erneut aufgegriffen und minimal verändert wird. Gemäß der Botschaft, dass auch Freiheiten eröffnet werden können, wird „sollst“ durch „wirst“ getauscht, wodurch die Konnotierung des Gebots durchwegs positiver ausfällt. Demnach heiß es dann DU WIRST deinen Vater und dein Mutter achten und ehren.

Unterstützt werden die Texte des Autors von den farbenfrohen Illustrationen der Italienerin Barabara Nascimbeni, die zum Teil sehr konkreten Szenen, wie etwa eine liebevolle Familie darstellen, zum Teil aber auch sehr viel Raum für eigen Interpretationen für die Lesenden lassen. 

Mit der abschließenden Frage Wie wollen wir leben? wird der Stein zum gemeinsamen theologisieren und philosophieren angestoßen.

Alexandra Hofer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Katholisches Bibelwerk, 2019. € 34, 00.

Georg Langenhorst und Tobias Krejtschi: Kinderbibel. Die beste Geschichte aller Zeiten
Im Dezember waren Georg Langenhorst und Tobias Krejtschi zu Gast bei einem STUBE-Freitag zum Thema >>>„Gott erzählen“ und berichteten im Werkstattgespräch mit Heidi Lexe und Alexandra Hofer über die Entstehungsgeschichte ihrer ungewöhnlichen neuen Kinderbibel.

Deren Untertitel lautet „Die beste Geschichte aller Zeiten“, die hier für Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene ganz neue Zugänge zu bekannten biblischen Texten anbietet. Neben jenen zentralen Geschichten, die in keiner Kinderbibel fehlen dürfen, wie auch Georg Langenhorst im Gespräch betonte, finden sich ebenso die persönlichen Lieblingstexte des Autors. Einen großen Raum nehmen dabei die lyrischen Formen ein, die unter der Überschrift „Gedichte, Gebete, Lieder …“ zusammengetragen wurden. Die Besonderheit ist dabei, dass dies die einzigen Texte sind, die klar auf Bibelstellen verweisen: Der Rest der Geschichten wird frei und ohne konkrete Verweise auf die Vorlage adaptiert.

Der Autor spricht von der Bibel als eine zeitlose Ansammlung von Geschichten, die nie an Relevanz verlieren und brandaktuell sind. Tobias Krejtschi greift in seinen Illustrationen den Geist des 20. Und 21. Jahrhunderts auf und schafft so einmal mehr die Verortung in der Lebenswelt der Rezipierenden, wenn etwa Jona im Alten Testament mit Trolley bepackt das Maul des Wals verlässt oder der barmherzige Samariter das Verbandszeug aus dem Erste-Hilfe-Koffer holt. In jedem Bild ist zumindest ein, wenn auch zum Teil sehr kleines, modernes Element eingearbeitet, ohne damit der Plausibilität der Szenen und der geographisch-historischen Verortung Abbruch zu tun. Durch die großteils in Rot- und Blautönen gehaltene Farbgebung entsteht auf der Bildebene eine oft nostalgische Stimmung, die sich auch in den Bildelementen niederschlägt: So erinnert die Szenerie der Bergpredigt stark an Events wie Woodstock. Der Illustrator legte bei der Gestaltung der Bibel, einer Mammutaufgabe, großen Wert darauf, dass Kinder auch auf der bildlichen Ebene nicht unterschätzt werden und sich individuell ansprechen lassen können, unabhängig davon, ob sie konkrete Bildverweise und -zitate dechiffrieren können.

Durchbrochen werden die Geschichten der Bibel immer wieder von dialogischen Passagen, in denen sich als Leitfiguren Maria Magdalena und Thomas einschalten, um mit dem Leser oder der Leserin in einen Dialog zu treten. Graphisch löst der Illustrator dies mit von Comic-Strips, in denen auf der Textebene die beiden Begleiter*innen nicht nur auf Aspekte der Bibel eingehen, sondern auch Platz entsteht, um andere Themen zu umreißen. So finden unter anderem die Weltreligionen und der interreligiöse Dialog zwischen den monotheistischen Religionen Platz, wenn es heißt: „Deshalb ist die Bibel ja auch für alle Menschen: für Juden, Christen, Muslime, Anders-Gläubige und Nicht-Gläubige! Sie ist ein einzigartiges Geschenk Gottes, der uns alles zeigen will, wie unser Leben gelingen kann“. Interreligiöse Sensibilität war dem Autor dabei ein ganz besonderes Anliegen, um die gegenwärtige plurale Situation in unserer Gesellschaft miteinzuschreiben.
Dramaturgischer Höhepunkt wird schließlich jener Moment, als Maria Magdalena und Thomas, die ja zu den ersten Zeug*innen von Jesus‘ Auferstehung zählten, von dieser berichten: Hier wechselt die Erzählperspektive logischerweise in eine Ich-Form, anstatt wie zuvor relativ neutral zu kommentieren, schildern sie nun sehr unmittelbar, wie sie selbst das Geschehene, Zentrum des christlichen Glaubens, miterlebt haben.

In ihrer Gesamtheit stellt „Die beste Geschichte aller Zeiten“ einen zeitgenössischen Zugang zur Bibel dar, der ganz ohne pausbäckige Kinder, die sich lieblich um Jesus scharen, auskommt. Bild und Text korrespondieren auf höchst stimmige Weise, die zwischengeschaltete Ebene von Maria Magdalena und Thomas ermöglicht eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Erzählten.

Für Inhaber*innen der STUBE-Card ist das gesamte Werkstattgespräch mit Georg Langenhorst und Tobias Krejtschi im passwortgeschützten Homepage-Bereich exklusiv als „Video on demand“ nachzuschauen.


Alexandra Hofer