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Moritz auf der Leipziger Buchmesse



Übersetzt von Tobias Scheffel. Moritz 2013.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aus dem Schwed. v. Angelika Kutsch. Moritz 2014.


Rose Lagercrantz bei ihrer Lesung im nordischen Forum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2014 lud Moritz (unter anderem die STUBE) zum Fest - gleich drei Anlässe gab es in Anwesenheit zahlreicher Künstler*innen aus dem Verlag und natürlich Verleger Markus Weber zu feiern.

1. Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis 2014 geht an ein Buch aus dem Moritz-Verlag:

Claude K. Dubois: Akim rennt

Hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs herrscht im uns umgebenden europäischen Gebiet relativer Friede. Der, wie sich aktuell in der Ukraine zeigt, schneller als gedacht aus dem Gleichgewicht geraten kann. Denn die historische Urkatastrophe der Moderne, als die der Erste Weltkrieg heute rezipiert wird, setzt sich auf persönlicher Ebene für zahllose Menschen auf allen Kontinenten durch ihre Erfahrungen von Krieg und Flucht fort. Die belgische Künstlerin Claude K. Dubois versucht diese traumatischen Erfahrungen am Beispiel des individuellen Schicksals des jungen Akim für Kinder erfahrbar zu machen. Ihr Blick richtet sich dabei auf die Krisenregion des Kaukasus – wobei dabei viel weniger eine konkrete zeitgeschichtliche Verortung, als vielmehr eine Lenkung des Blicks auf die Peripherien des Weltgeschehens vorgenommen wird. Wenn jeder Christ und jede Christin aufgefordert ist, den Mut zu haben, Randgebiete zu erreichen, wie Papst Franziskus es so nachhaltig in Evangelii Gaudium formuliert, liegt der Beginn unseres davon bestimmten Handelns in der Fähigkeit, das menschliche Erleben jener zu begreifen, die aus dem geordneten Miteinander herausfallen. Das gilt auch und insbesondere für Kinder, deren ethisches und religiöses Handeln sich erst herausbildet.
Doch wie eine Sprache für das Unaussprechliche finden? Claude K. Dubois wählt das Mittel der Bildsprache: Sie arrangiert skizzenhaft festgehaltene Momente zu einer Bildgeschichte und folgt in deren Sequenzierung der Bewegung von Akims Flucht.
Wie eine Naturgewalt kommt der Krieg über das schlichte Leben des Jungen, als ein aschefarbener Wirbelsturm am Horizont auftaucht und ihm erste Detonationen folgen. Irritiert bleibt Akim in der Trümmerlandschaft zurück, bis er unvermittelt an der Hand genommen und mit Flüchtenden mitgerissen wird. Dann jedoch passiert, was Akims weiter Geschichte bestimmt: Er verliert die Hand jenes Erwachsenen, an den er sich geklammert hat und bleibt wortwörtlich mutterseelenallein zurück. Von diesem Moment an fokussieren die Bilder auf die Einsamkeit und das Verlorensein Akims, der in ganz unterschiedliche Szenarien des Kriegsgeschehens gerät. Als würde sie das Geschehen dokumentarisch begleiten, hält die Illustratorin diese Szenen in ihren Bleistiftzeichnungen fest, die in ihrem raschen Strich den jeweils einzelnen Moment zu fassen und zu konservieren versuchen – und ihn dennoch in seiner Flüchtigkeit belassen. Als Akim sich einer Flüchtlingsgruppe anschließen kann, werden diese Momentaufnahmen zunehmend als modernes Exodusgeschehen lesbar – wobei das Meer sich nicht teilt, sondern überfüllte Flüchtlingsboote an neue Ufer gelangen wollen.
„Rette mich, Herr, mit deiner Hand vor diesen Leuten, vor denen, die im Leben schon alles haben“, heißt es in Psalm 14. Mit den Geschehnissen im Flüchtlingslager rückt Claude K. Dubois ihre Geschichte ins Zentrum medialer Alltagserfahrungen der westlichen Welt und zeigt auf berührende Weise das Ausmaß der Trauer, die Akims Leben bestimmt: Egal ob inmitten anderer Kinder, im Spiel oder alleine in den Bildraum gesetzt – er vermisst sein früheres Leben und seine Eltern.
In der Traumatherapie ist es wichtig, die Aufarbeitung existentieller Erlebnisse dieser Art immer positiv einzubetten. Und so wird auch hier Akims Erleben von einem harmonischen Beginn und einem versöhnlichen Ende umrahmt: In der letzten Bildsequenz findet Akim seine Mutter wieder – und mit ihr jene Heimat, Geborgenheit und Zugehörigkeit, auf die jedes Kind ein Recht haben sollte.

Heidi Lexe 

2. Den 20. Verlags-Geburtstag feiert Moritz mit einem äußerst passenden Titel aus dem Frühjahrsprogramm:

Rose Lagercrantz: Das Geburtstagskind. Ill. v. Susanne Göhlich.

„It's my party and i'll cry if i want to” – Der Refrain des Songs von Lesley Gore aus dem Jahr 1963 ist mittlerweile zu einem geflügelten Wort (der Populärkultur) geworden und dabei durchaus als ironischer Blick auf jedes Geburtstagsdrama zu sehen. Ist man allerdings erst fast sieben Jahre alt, fühlt sich jede Trübung des ersehnten großen Tages alles andere als ironisch an. Rose Lagercrantz weiß in ihrer neuen Erzählung, die zeitlich passend zum Jubiläum des Moritz Verlages erscheint, erneut ungemein wertschätzend von Kinderglück und -unglück zu erzählen. Sie nimmt ihre kindliche Protagonistin Ninni in ihren Gedanken und Gefühlen ernst und gliedert die Ereignisse bis zu deren ersehnten 7. Geburtstag und seinem Fest nach den Wochentagen davor. Lange Tage, in denen Ninni viel nachdenkt: Wie das so ist mit dem groß werden (und heiraten!) und wie sie die Freundschaft von Ebba gewinnen kann? Mit einem Gedicht? „Ich denk an dich so oft / dann macht mein Herz pochpoch.“
Jenes glücklich-aufgeregte Herz findet im Text eine materielle Entsprechung: Als Ninni tatsächlich bei Ebba zu Gast sein darf, will sie deren Goldherz nur ganz kurz mit den Fingern und dem Mund fühlen als sie plötzlich erschrickt und das Herz weg ist; verschluckt ist? Dass Ebba Ninni nun als Diebin bezichtigt, wird zur Probe für die gerade beginnende Freundschaft. „Obwohl sie am nächsten Tag Geburtstag hatte, wollte sie nur noch weinen.“
Doch ganz in Tradition ihrer Geschichten um Dunne in „Mein glückliches Leben“ und „Mein Herz hüpft und lacht“ fügt Rose Lagercrantz himmelhochjauchzend ganz nah an zutodebetrübt und alles wird gut für das Geburtstagskind – und für ihr großes Fest mit Torte und Angelspiel und genau den richtigen Geschenken. In der klaren und einfachen Sprache, die schon den jüngsten Leser*innen zugänglich ist, werden kindliche Eindrücke ganz unverstellt vermittelt: „Es ist schön, sieben zu sein. Das wissen alle, die sieben sind. Und auch alle, die einmal sieben gewesen sind …“

Christina Ulm

3. Gleich dreimal ist Moritz im Leipziger Lesekompass 2014 vertreten. Unter anderem mit:

Thomas Müller: Was braust so schnell vorbei?

Wo brausen sie bloß alle hin? Abschleppwagen und Einrad, Tretauto und Familienkutsche sind gleichermaßen im Aufbruch. Jeweils zwei oder drei der Ein-, Zwei- oder Vierradvarianten werden auf Doppelseiten des Pappbilderbuches zueinander gestellt – wobei sich kleine wortlose Kommunikationen unter dem variantenreichen animalischen Fahrpersonal ergeben. Und auch wenn hier alle(s) angeblich so schnell vorbeibrausen, bleibt doch jede Menge Gelegenheit, innezuhalten, zahlreiche Details zu entdecken und die einzelnen Figuren in einen narrative Zusammenhang zu bringen: Wird, so fragt man sich, jene illustre Gesellschaft, die im Reisebus einen Betriebsauflug unternimmt, ein Konzert der Funky Monkeys besuchen, die im Tourbus unterwegs sind? Und worin liegt der Unterschied zwischen Reisebus und Tourbus? Oder zwischen Coupé und Sportwagen? Thomas Müller gelingt es mit viel illustratorischem Witz die Charakteristika der Fahrzeuge und ihrer Lenker*innen mit karikierendem Strich und üppiger Farbgebung herauszuarbeiten. 

Heidi Lexe

Hier finden Sie eine
>>> lexikothek zu Thomas Müller aus dem
>>> Fernkurs für Kinder- und Jugendliteratur

 

 

 

 

 

 


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