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STUBE-Freitag: Vorhang auf!

Mit Fernkurs-Opening
Zu Gast: Leopold Maurer


Gemeinsam mit Bettina Kraemer widmete sich das STUBE-Team dem größten Dramatiker in englischer Sprache.



Wie im Theater: Garderobe mit Nummernkärtchen




... und Theaterzettel.

"Vorhang auf!" hieß es am 6. Oktober 2017 nicht nur für den 7. Fernkurs-Jahrgang, sondern auch als das STUBE-Team - erweitert durch die aus Bonn angereiste Bettina Kraemer (Borromäusverein e.V.) - zu einer medienreichen Inszenierung kinder- und jugendliterarischer Shakespeare-Bearbeitungen einlud. Ganz im Zeichen des Theaters standen dieses Mal sowohl die präsentierten Texte, als auch die formale Gestaltung des STUBE-Freitags.

Zur Einführung ins Stück waren insbesondere die neuen Teilnehmer*innen des STUBE Fernkurs für Kinder- und Jugendliteratur eingeladen. Im Rahmen des Fernkurs-Opening wurden sie mit einem Glas Sekt und einer Spezialvorstellung der STUBE-Hexen aus "Macbeth" empfangen.

Bevor die tatsächliche Aufführung von "Shakespeare reloaded" begann, wurden Original-Illustrationen von Tobias Krejtschi, Regina Kehn und Michael Roher unter jenen Personen verlost, die die meisten Teilnehmer*innen für den neuen STUBE Fernkurs angeworben hatten.

 

 


Das Vorprogramm war umfangreich (im Uhrzeigersinn): Sekt, Brötchen, Verlosung
und Sprech-Performance aus "Macbeth".



Kathrin Wexberg und Sommernachtstraum.

 

Heidi Lexe & Bettina Kraemer und
Romeo & Julia:

 

Peter Rinnerthaler und Hamlet.

 

Claudia Sackl und Othello.

Akt I - Ein Sommernachtstraum

Eine geplante Fürstenhochzeit, eine weitere geplante Zwangshochzeit, ein zerstrittenes Elfenkönigspaar und zu allem Überfluss ein Stück im Stück. Wie kann es gelingen, eine so verschachtelte und doch leichtfüßig-humorvolle Geschichte für ein junges (Buch-)Publikum umzusetzen? Mit Blick auf die besondere Affinität des Bilderbuchs für die Bearbeitung von Theatertexten verglich Kathrin Wexberg in Bild und Text zwei Transformationen des wohl fröhlichsten der an diesem Abend vorgestellten Shakespeare-Stücke. Anhand eines literarischen (ein Jugendroman) und eines populärkulturellen Beispiels (eine "Wilden Hühner"-Verfilmung) machte sie deutlich, wie unterschiedlich die beliebte Darstellung des Stücks im Stück als Schultheateraufführung gestaltet kann.

Akt II - Romeo und Julia

Dem wohl bekanntesten und meistbearbeiteten Stück Shakespeares nur 15 Minuten zu widmen ist undenkbar. Daher teilten sich Heidi Lexe und Bettina Kraemer als "Romeo und Julia"-Expertinnen diese Ehre und beeindruckten mit einem Schnelldurchlauf durch die filmische Adaptionsgeschichte der Tragödie. In einer detaillierten Bildanalyse präsentierten sie zwei Bilderbuchbearbeitungen des Stücks, deren Unterschiede sie abwechselnd und durch die Gegenüberstellung der einzelnen Szenen präzise herausarbeiteten. Dass Romeo und Julia nicht unbedingt lebendig sein müssen, um sich zu lieben und die Geschichte auch ganz anders hätte ausgehen können, zeigten zwei eher ungewöhnliche Film- und Literaturbeispiele.

Akt III - Hamlet

Aus familiärer Sicht ist alles schief gelaufen, was die populäre Rezeption und Adaption anbelangt alles richtig: Kein Medium macht halt vor William Shakespeares aphorismenschwangerer Tragödie. In einem temporeichen Streifzug durch Film, Comic, Bilderbuch und die gegenwärtige Königsklasse der Populärkultur ging Peter Rinnerthaler dem Sein und Nicht-Sein auf den Grund. Von der Entstehungsgeschichte des Dramas führte er über einen geschichtlichen Überblick der Theaterinszenierungen und Verfilmungen bis zu modernen Bearbeitungen in verschiedensten Medien. Den absoluten Höhepunkt bildete ein überraschenderweise letztlich gar nicht ganz so absurder Vergleich von "Hamlet" und "Game of Thrones".

Akt IV - Othello

Wo das Taschentuch zum Mittel des Bösen und der Mohr zum manipulierbaren Beobachter wird. Anhand vier Transformationen in vier unterschiedlichen Genres analysierte Claudia Sackl zentrale Motive des Shakespeare-Stücks. Wie ein Taschentuch eine solche Tragödie auslösen kann und warum der Mohr vielleicht doch eher ein Maure, sicher aber eine Kritik an rassistischen Diskursen ist, wurde anhand von illustrierter Ausgabe, Graphic Novel und Highschool-Verfilmung ergründet. Auch wenn auch hier am Ende schon wieder alle tot sind, wurde zumindest das Taschentuch in einem abenteuerlichen Agentenroman als Medium zur Übermittlung für Geheimbotschaften umfunktioniert.

 

 


Leopold Maurer berichtete von der Arbeit an Graphic Novel und Animationsvideos.

Heidi Lexe und Leopold Maurer schauten ganz genau auf das Buch:

Akt V - Der Sturm

Der theatrale Abend kulminierte in dem Besuch von Leopold Maurer, der in einem anekdotenreichen Werkstattgespräch mit Heidi Lexe detaillierte Einblicke in seine Graphic Novel "Der Sturm" darbot. Gleich zu Beginn überraschte der Autor mit der Offenbarung, dass sein Buch eigentlich nur durch sein Unverständnis gegenüber dem Film "Prosperos Bücher" von Peter Greenaway bereits im Jahr 2001 entstanden ist. Um das darin verarbeitete Shakespeare-Stück besser nachvollziehen zu können, zeichnete er parallel zu seiner Lektüre kleine Panels - die nach Kolorierung und Lettering erst 14 Jahre danach in Buchform im Luftschacht Verlag publiziert wurden.

In einem eindrucksvollen Close Reading spazierten wir geleitet von Heidi Lexes genauem analytischem Blick chronologisch durch Graphic Novel und Theaterstück. Dass Leopold Maurers Faszination für James-Bond-Bösewichte und deren technologisierte architektonische Installationen inmitten völlig unzugänglicher Wüstengebiete die Inspiration für Prosperus' digitale Überwachungsanlage lieferte, schien schlüssig. Dass hingegen Kurt Cobain und Jörg Haider optische Vorbilder für Shakespeare-Figuren sein können, hätte sich wohl keiner gedacht.

Eine besondere Entdeckung stellten Leopold Maurers Kurzanimationen dar, die mit gnadenlosem schwarzem Humor von eskalierenden Sandkistenkonflikten und folgenreichen Selbstüberschätzungen erzählen.

Der Rest war nicht Schweigen, sondern gemütliches Beisammensitzen bei österreichischem Sturm (zu Bundesdeutsch Federweißer) und deftiger Jause.



 

 

 


STUBE Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur | Stephansplatz 3/II/11 | A-1010 Wien | T.: +43 1 51552-3784 | stube@stube.at oder fernkurs@stube.at