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Erlesene Insekten.
Zu Gast: Anna Stemmann


 

 

 

 

 

 

 


 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 


Nach einem historisch heißen Sommer und vor einem nicht weniger heißen Bücher-Herbst (zumindest derzeit in Frankfurt am Main) startete ein hoch motiviertes STUBE-Team gemeinsam mit Anna Stemmann (Goethe-Universität Frankfurt) am 5. Oktober 2018 ins neue Arbeitsjahr.

Unter dem Titel Ant-Man, Biene Maja und Co. wäre ja ein kribbelig-krabbeliger Flohzirkus zu erwarten gewesen, dessen suggeriertes Gewusel und Geschwirre, Gesumme und Gebrumme dem aufmerksamen Publikum ein leichtes Gribbeln den Rücken hinunter getrieben hätte - noch verstärkt durch das vorangekündigte Verbot von mitgebrachten Insektensprays! -, doch kein Grund zur Sorge:

Einerseits trat der Eichenprozessionsspinner zur Erleichterung aller Allergiker*innen ebenso wenig in Erscheinung wie die Kopflaus, und andererseits hatten die Stars dieser Manege in Peter Rinnerthaler ihren Meister gefunden. Ganz nach dem Motto „Gott schuf die Welt, Linné ordnete sie“ wandte er die klassische biologische Systematik mit all ihren Stämmen, Unterstämmen und Klassen auf diverse Neuerscheinungen am Kinder-Sachbuch-Sektor an und moderierte damit den Abend.

Anna Stemmann, die bereits am Vortag an der Universität Wien die >>>Ringvorlesung zum graphischen Erzählen in der KJL eröffnet hatte, widmete sich verschiedenen Aspekten der Spinne. Eingeleitet von Ron Weasley’s verzweifeltem Ausruf „Why can’t we follow butterflies?“ (im zweiten Harry Potter-Teil) beleuchtete sie das Spiel mit Grusel und Angstlust, in dem die Spinne negativ konnotiert als heimtückisch und böse dargestellt wird (wie z.B. in Waldemar Bonsels „Die Biene Maya und ihre Abenteuer“, 1912), über die Darstellung der Spinne im Horror-Genre als monströs vergrößerte Bestie, die den Menschen angreift, bis hin zur Überwindung der Angst (z.B. in Arne Rautenbergs Gedicht „Spinne im Pfadfinderlager“ aus dem von Nadja Budde illustrierten Buch „Unterm Bett liegt ein Skelett“, 2016) und schließlich zur positiven Darstellung in „Spiderman“, wo die Verwandlung zur Spinne erst die Superkräfte des Helden freisetzt.

Kathrin Wexberg nahm sich der Falter an, die in ihrer Vielfalt und Empfindlichkeit mannigfaltige Facetten aufweisen: Während mit Eric Carle’s „Die kleine Raupe Nimmersatt“ (1969) vor allem biologische Entwicklungen veranschaulicht werden, stellt Franzobel in „Schmetterling Fetterling“ (2004) humorvoll Schwere und Leichtigkeit einander gegenüber. Der Transformationsprozess der Metamorphose wird bei Ayse Bosse („Einfach so weg“, 2018) zum Symbol in der Trauerarbeit, wo Raupe und Schmetterling metaphorisch auf eine Verwandlung aus der Trauer heraus verweisen.

In Benjamin Lacombes Illustration zu „Madame Butterfly“ (2014), die sich zu einem zehn Meter langen Fresco entfalten lässt, wird schließlich Zerbrechlichkeit sichtbar gemacht, ebenso wie in der aus Schwestern bestehenden spanischen Widerstandsgruppe der „Schmetterlinge“ (Julia Alvarez, „Die Zeit der Schmetterlinge“, 2004).

Nachdem Kathrin Wexberg mit einem Verweis auf „Das Schweigen der Lämmer“ für leichte Gruselstimmung sorgte, wog Claudia Sackl das Publikum nur scheinbar in Sicherheit: Die Biene steht zwar im Beliebtheitsranking über dem Schmetterling (während Wespen als Projektionsflächen für Angst und Horror fungieren), doch im Falle der als so liebenswert rezipierten Biene Maja entlarvte sie Waldemar Bonsels Ausgangswerk als kriegserzieherischen Roman, der den gerechten Krieg (gegen Wespen und Hornissen) rechtfertigen will.
Tendenzen zur Antropomorphisierung und Individualisierung stellte Claudia Sackl beängstigende Dystopien von gehackten Bestäubungsdronen in der Netflix Serie „Black Mirror“ („Von allen gehasst“, 2011) oder manipulativen Wespen in „Das Nest“ (2016) gegenüber. Bei Shaun Tan schließlich („Reise ins Innere der Stadt“, 2018) sorgen Bienen beim Menschen für seliges Vergessen nebst einem zauberhaften Honiggeschmack auf den Lippen.

Heidi Lexe nahm schließlich die kleinsten unter die Lupe, die Ameisen, und musste feststellen, dass selbst das größte Vergrößerungsglas sie nicht sichtbar machen konnte. Kein Gedicht über Ameisen, keine Arche-Noah-Erzählung, die ihnen ein Plätzchen zugewiesen hätte, kein ABC-Buch, das neben Affe und Alligator auch nur den kleinsten Gedanken an die Ameise verschwendet hätte. Dafür aber spürte sie die Sehnsucht nach Individualität als verbreitetes Ameisencharakteristikum auf, z.B. in „Antz“ (USA 1998), wo in der Übertragung menschlicher Alltagskultur der Mikrokosmos zum Makrokosmos wird. Bei Paul Shipton („Die Wanze“, 2001) sind die Ameisen derart ins Militärische gesteigert, dass sie – völlig entindividualisiert – nicht einmal Namen haben. Herrn Schnuffels Begegnung mit Außeriridschen (2014) macht Ameisen immerhin mittels Wandmalerei und der Fähigkeit zur Kommunikation zu Kulturträgern.

Da Insekten und Spinnen, Sechs- und Achtbeiner und alle anderen Gliederfüßer dieses Abends niemanden so richtig kalt ließen, bereitete der Ausklang mit kühlem Sturm und gschmackigen Broten die passende kulinarische Ablenkung.

Besonderer Dank gilt Traude und Christof Trimmel, die mit unglaublich spektaktulärer Makrofotografie den Seminarraum in eine Insekten-Fotogalerie verwandelten und Alexandra Hofer, die den STUBE-Freitag (nicht zum ersten Mal) fotografisch dokumentierte:


Ein Bericht von Alexandra Holmes


Der Besuch des STUBE-Freitags ist im Angebot der STUBE-Card enthalten, die >>>hier bestellt werden kann.

 

 

 

 

 


STUBE Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur | Stephansplatz 3/II/11 | A-1010 Wien | T.: +43 1 51552-3784 | stube@stube.at oder fernkurs@stube.at