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STUBE-Freitag 12. Dezember 2025

Zu Gast: Anna Stemmann, Andrea Kromoser & Kathrin Hömstreit


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ächz.
Stöhn.
Knuff.
Zack.
Bumm.
Geschafft!

Auch die Trägheit der Masse rund um die als Geselligkeitsangebot in dunklen Stunden getarnten Tempel vorweihnachtlichen Konsumwahns kann die eingeschworene STUBE-Community nicht davon abhalten, sich durch den Weihnachtsmarkt am Stephansplatz den Weg zur STUBE zu bahnen. Denn: tatarataaa! Nichts weniger als the Fellowship of the Comics hat sich formiert, um ein Genre zu behandeln, das in den letzten Jahren den Markt ordentlich aufmischt und in seiner Vielgestaltigkeit auf unterschiedlichen Ebenen überzeugt.
Der letzte STUBE-Freitag im Jahr ist gänzlich der Kunstform Kindercomic gewidmet und blickt im Rahmen eines Podiumsgesprächs nicht nur auf das literarische und künstlerische Potential, sondern geht auch der Frage nach, was denn das alles mit Literaturvermittlung zu tun hat.


Zum Einstieg gibt Literaturwissenschaftlerin und Comic-Expertin Anna Stemmann einen Crash-Kurs in Sachen Theorie des Comics. Dabei führt sie in das Repertoire der wichtigsten Begriffe ein und veranschaulicht dies – immerhin sind Literaturvermittlerinnen anwesend – mit selbst gebastelten Panels, Sequenzen, Sprech- und Denkblasen sowie Soundwords aller Art. Die Text-Bild-Interdependenz, wie wir sie aus dem Bilderbuch kennen, erhält im Comic gesteigerte Bedeutung, fokussieren doch Format und Struktur des Comics auf dessen bild- und literarästhetisches Potential: Die erzählerische Funktion des Seitenaufbaus mit variierender Größe und Anordnung der Panels verstärkt die Dynamik der Handlung. Die Tonalität von Sprechblasen macht mit optischen Mitteln das Geschehen hörbar, und Metaebenen zwischen Text und Bild, wenn z. B. Soundwords wie Gegenstände aufgegriffen werden, geben einen starken Eindruck der Komplexität und Mehrfachadressierung des Genres.
Was ist eigentlich ein Comic und worin liegt der Unterschied zur Graphic Novel, fragt man sich. Anna Stemmann hat eine Antwort parat und erklärt, dass sich beide Formen derselben Erzählmittel bedienen, nur dass in Comics meist in kürzerer Form und seriell erzählt wird, während eine Graphic Novel in längerer Form eine in sich geschlossene Handlung aufweist.

Den zweiten Teil des Abends bildet das bereits angekündigte, von Heidi Lexe moderierte Podiumsgespräch zum Kindercomic, für das sich Andrea Kromoser und Kathrin Hömstreit zu Anna Stemmann gesellen.

Andrea Kromoser, Referentin für Kinderliteratur und Bilderbuchkunst mit Affinität zum Kunsthandwerk, ist vielen durch >>> buch:details bekannt. In ihrer Arbeit mit erwachsenen Vorleser*innen und Vermittler*innen aus privatem und professionellem Umfeld ist sie „ins Comiclesen hineingewachsen“ und attestiert ihm neben der Verwandtschaft zum Bilderbuch einen breiten Eingang in alle Genres. Sie bringt Regina Kehns „Einmal kurz nicht aufgepasst“ als Beispiel eines Kindercomics mit, das sich mit seiner klaren Panelstruktur und gut lesbaren Schrift zum Vorlesen und Selbstlesen eignet.

Wie durch Zauber- aka. Heidi Lexe-Hand kommt Regina Kehn selbst via aufgezeichnetem online-talk zu Wort. Sie erzählt von der jahrelangen Arbeit an ihrem ersten Kindercomic und dem intensiven Lektorat. Treibende kreative Kraft war der Spaß an der Widersprüchlichkeit einerseits der Figuren, wo z. B. ein niedliches Kaninchen alles andere als nett oder ein „Kampf“hund Pazifist ist, und andererseits der Handlung selbst, in der die Protagonist*innen einfach nur nach Hause wollen, während sie sich davon immer weiter entfernen.


Kolleginnen lauschen gebannt den unterschiedlichen Zugängen zum Kindercomic:
Ursula Tichy (Institut für Jugendliteratur), Dariya Manova (Universität Wien), Iris Schmidinger (Buchklub der Jugend) und Alexandra Holmes (Autorin) (v.l.o.n.r.u.)

Kathrin Hömstreit, erfahrene >>> Literaturvermittlerin mit Verbindung zum >>> Kinderbuchhaus im Schneiderhäusl und frischgekürte Geschäftsführerin von >>> Treffpunkt Bibliothek, der Homebase aller öffentlichen Büchereien in Niederösterreich, gesteht zunächst aus bibliothekarischer Sicht ein nicht ganz friktionsfreies Verhältnis zum Comic ein, weil so profane Fragen wie die nach Aufstellung, Altersgruppe und passenden Regalen gestellt werden müssen. Anhand von Anke Kuhls „Lehmriese lebt“ und Suzanne und Max Langs „Kein Stress, Jim!“ demonstriert sie in der Folge, wie man haptisch, kreativ und spielerisch Comics und Literatur generell vermitteln kann. Dabei spielen für Kinder formale Fragen keine Rolle, sondern allein die Handlung und die Aneignung einer Geschichte, in der Sachtextseiten nicht nur Information, sondern auch Verschnaufpausen bieten.

Anna Stemmann präsentiert Nora Dåsnes „Regenbogentage“ als Graphic Novel im Tagebuchformat, das die Geschichte eines queeren Erwachens multimodal in mehreren Textsorten erzählt, und Kat Leyhs magisch-realistischen Comic „Snapdragon“, der für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2024 nominiert war.
Krönender Abschluss ist eine jetzt schon legendäre Performance aus „Das unsichtbare Raumschiff“, ein Comic, das ohne Bilder auskommt und nur in form- und farblich codierten Sprechblasen und Kopfkino funktioniert, womit sich ein Kreis zur imaginativen Kraft des Lesens schließt.

Im Anschluss lädt die STUBE mit ihren Kooperationspartner*innen zu einem kleinen Buffett.

Schmatz.
Schlürf.
Laber.
Schnatter.
Bussi.
Frohes Fest!

Ein Bericht von Alexandra Holmes

Literaturliste:
Nora Dåsnes: Regenbogentage. Aus d. Dän. v. Katharina Erben. Klett Kinderbuch 2021.
Camille Jourdy: Pippin & Olivia. Dir große Gar-Nichts-Feier. Aus d. Franz. v. Lilian Pithan. Reprodukt 2025.
Regina Kehn: Kurz mal nicht aufgepasst. Reprodukt 2025.
Anke Kuhl: Lehmriese lebt. Reprodukt 2015.
Suzanne und Max Lang: Kein Stress, Jim! Aus d. Engl. v. Pia Jüngert. Loewe 2022.
Kat Leyh: Snapdragon. Aus d. Engl. v. Matthias Wieland. Reprodukt 2023.
Patrick Wirbeleit, Andrew Matthews und Uwe Heidschötter: Das unsichtbare Raumschiff. kibitz 2021.

 

 

 

 

 

 


STUBE Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur | Stephansplatz 3/II/11 | A-1010 Wien | T.: +43 1 51552-3784 | stube@stube.at oder fernkurs@stube.at