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Thema: Zu verschenken ...

Jacob und Wilhelm Grimm / Sybille Schenker: Rotkäppchen

Die Bedrohung aus dem Wald scheint für Sybille Schenker ein künstlerisches Anliegen zu sein: Nach „Hänsel und Gretel“ spielt sie erneut mit der historischen Ikonographie des Märchenhaften und lässt die populäre kleine, süße Dirne in den Wald hinein steigen. Schicht für Schicht durch Transparentpapier und Schattenriss, wo rosarote Blumenranken und schwarze Baumstämme ineinandergreifen. Der Wolf wird erst nach und nach enthüllt, bis er schließlich vor dem Fenster der Großmutter steht und sein Schwarz symbolisch in die Kulisse entbreitet … Der Text folgt wie schon im ersten Buch der Künstlerin treu der Märchenausgabe von 1819, die Ästhetik ist allerdings stärker geprägt von floralem Ornament und freundlichen Mauvetönen. Ein raffiniertes Stilmittel, denn jene Szenen, in denen der Wolf sein Wesen offenbart, brechen dies effektvoll mit scharfem (Scheren-) Schnitt und dunklem Kontrast.

Minedition 2014.
46 S.

Regina Schwarz / Stefanie Harjes: Wen du brauchst

In einer westlichen Wohlstands- und Konsumgesellschaft gibt es Vieles, was man braucht oder zu brauchen meint. In ihrem vielzitierten, erstmals 1986 veröffentlichten Gedicht geht Regina Schwarz dem Wesen nicht jenes etwas, sondern eines jemands, den man braucht, nach. Niemand geringerer als Stefanie Harjes hat den Text für ein Geschenkbuch im besten Sinne des Wortes illustriert. Zu jedem Gedanken des Gedichts, die im Buch in unterschiedlichen Schriftfarben gesetzt sind, findet sie mit ihren feingliedrigen Figuren, die in viel Weißraum gesetzt sind, eine bildliche Entsprechung, die oft überrascht: Denn wer sagt, dass Fest-auf-dem-Boden-Stehen nicht auch bedeuten kann, auf unnachahmlich anmutige Weise auf einem Seil zu balancieren? Im Vergleich zu ihren anderen Arbeiten wird hier relativ zurückhaltend gestempelt und collagiert, dafür umso ausgiebiger gezeichnet, was den Figuren eine besondere Zartheit verleiht.

Tulipan 2019.
28 S.

MinaLima & Peter Barrie: Peter Pan / Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve: Die Schöne und das Biest / Rudyard Kipling: Das Dschungelbuch

Ihre grafischen Arbeiten waren einem Millionenpublikum bekannt; sie selbst jedoch haben jahrelang im Verborgenen gearbeitet: Das Londoner Grafik-Duo ist verantwortlich für alle grafischen Requisiten in den Harry Potter-Filmen. Vom Daily Prophet bis zur Schokofroschpackung können ihre Arbeiten in einem >>> Stadthaus in Soho besichtigt werden. Mittlerweile haben die beiden aber auch zahlreiche Märchen und Klassiker in kunstvoller Hybridform zwischen Buch und Papierkunst herausgebracht: Von A wie „Alice im Wunderland“ bis „Z wie Zauberer von Oz“ reicht die Auswahl. Ornamental gestalteten und stilvoll illustrierten Buchseiten werden dabei haptische Elemente beigefügt, mit deren Hilfe die Geschichten auf ganz neue Weise erobert werden können: Handlungsorte können dieserart aufgeklappt, Requisiten in Bewegung gebracht und (geheime) Mitteilungen gelesen werden. Erzählraum und erzählter Raum werden künstlerisch miteinander verknüpft und oftmals durch papierpuppenartige Figurengestaltungen ergänzt. Und mittlerweile führt der Weg dieserart auch wieder zurück nach Hogwarts …

Aus dem Engl. v. Bernd Wilms. / Aus dem Amerikan. v. Sonja Häußler. / Aus dem Engl. v. Wolf Harranth.
Coppenrath 2017.
256 S. / 208 S. / 246 S.

Philip Pullman / Shaun Tan: Grimms Märchen

Als krönender Abschluss der Brüder-Grimm-Jubiläums-Ausgaben-Festspiele erschien der erste Band jener beiden Märchensammlungen, der sich zwei Astrid-Lindgren-Memorial-Award-Preisträger angenommen haben. Das Resultat: 500 Seiten großzügig gesetzter Text in schwarzem Hardcover und goldenem Vorsatz, ein Vorwort von Philip Pullman und 50 Märchen, die er als die Crème de la Crème der Kinder- und Hausmärchen bezeichnet, ein Nachwort von Shaun Tan und 50 Skulpturen, die fotografiert, ganzseitig und in Farbe den Texten vorangestellt werden. Das Kunstwerk entsteht durch die distinguierte Gestaltung sowie es durch die Ambitionen des Autors und des Illustrators/Bildhauers artifiziellen Anspruch erhebt: Pullmans Sprachstil, dessen oberste Prämisse lautet alles aus dem Weg zu räumen, was ihren freien Lauf hindert in Symbiose mit Tans Blick für die ästhetische Essenz.

Aus dem Engl. v. Martina Tichy.
Aladin 2013 .
509 S.

Die Illustrierten Märchen der Brüder Grimm /

Die Illustrierten Märchen von Hans Christian Andersen

Die aktualisierten Neuauflagen der beiden Märchenausgaben von den Brüdern Grimm und Hans Christian Andersen bestechen unter einer Vielzahl von Märchensammlungen durch ihr mannigfaltiges Spiel mit Illustrationstechniken, das die einzelnen Märchen in jeweils neues Licht rückt und so neue Interpretationsräume öffnet. Die ausgewählten Märchen – neben klassischen Texten finden sich auch weniger bekannte – sind in Originalfassung abgedruckt und jeweils von einem/r anderem/n Künstler*in aus unterschiedlichsten Teilen der Welt neu illustriert. Die altertümliche Sprache tritt dabei in spannungsvollen Dialog mit den zeitgenössischen Bildern. Darin stehen maximal reduzierte, graphische Farb-Illustrationen neben detailreichen Schwarz-Weiß-Zeichnungen, panelartig angeordnete Comicsketches neben künstlerisch-ästhetischen Bildkompositionen, während verwackelte Bleistiftstriche durch kunstvolle Holzdrucke und markante Scherenschnitte kontrastiert werden. Die facettenreichen Bilder als simple Modernisierung der Märchen zu bezeichnen, wird dieser beeindruckenden Variantenvielfalt wohl kaum gerecht.

Kleine Gestalten 2017.
192 S. / 176 S.

Julie Völk: Als das Wünschen noch geholfen hat. Die schönsten Märchen der Brüder Grimm

Das Buch wirkt wie ein Schatzkästchen, zu dem man mit dem ersten der ausgewählten Märchen den goldenen Schlüssel gereicht bekommt. Wunderbare Sachen sind darin zu finden – denn zum um verbindenden Moment der beliebten und bekannten, aber auch neu zu entdeckenden Märchen werden die Mädchen- und Frauenfiguren auf die Julie Völk ihren illustratorischen Blick richtet. Von den Schwesterchen über die Königstöchter bis zu den alten weisen Frauen und allerlei Hexen reicht die Bandbreite; und selbst dort, wo eigentlich die kleinen Männlein und Teufel im Mittelpunkt stehen, sorgen jene für die stille Bilddynamik, die Stroh spinnen oder ihren diabolischen Söhnen die goldenen Haare ausreißen. Daraus entstehen neue Blickwinkel und Einblicke in eine Märchenwelt, in der weibliche Figuren sich die Finger blutig stechen und verloren scheinen, letztlich aber dennoch selbstbestimmt ihr Glück suchen. In minuziösem Strich und zartfarbigem Aquarell werden sie in den weitläufigen Raum gestellt und spinnen selbst jenen roten Faden, der sich in zusätzlichen Schmuckelementen und Vignetten durch das wunderschön ausgestattete Buch zieht.
Gerstenberg 2021.
400 S.

Steinhöfel: Rico-Schuber: Rico, Oskar und die Tieferschatten / Rico, Oskar und das Herzgebreche / Rico, Oskar und der Diebstahlstein. 

Mann. Mann. Mann. Gibt es wirklich Leser*innen, die Rico und Oskar noch nicht kennen? Die sich noch nicht vom unvergleichlich liebenswerten, tiefbegabten Ich-Erzähler auf die geraden Wege Kreuzbergs haben locken lassen; und dann mit Rico ums Eck gehen und denken mussten, um Klarheit zu schaffen. Es gilt, Rico mit jedem Band ein kleines Stück glücklicher werden zu lassen – obwohl das wahrlich kein Müffelchen-Schlecken ist. Zum Glück hat Rico eine weitere unvergleichliche Figur an seiner Seite: Oskar. Hochbegabt. Wort-, wenn auch nicht sehr alltagsgewandt. Und da sind auch noch die Bewohner*innen der Dieffe 93, die mit Lust an der Skurrilität, aber ohne Scheu vor sozialer Vielfalt charakterisiert werden. Von all dem erzählt Rico mit dem ihm eigenen Sprachwitz, in der Hard-Cover-Ausgaben der Trilogie im Schuber begleitet von den wunderbar-karikierenden Farbillustrationen von Peter Schössow. Wer nicht genug bekommen kann: Keine Sorge, es warten auch noch der Weihnachtsband und jenes finale Abenteuer, in dem es zu einem Mistverständnis (!) kommt. 
Mit Bildern v. Peter Schössow.
Insg. 1104 S.
Carlsen 2022.


Joanne K. Rowling und Jim Kay: Harry Potter und der Stein der Weisen 

Die Geschichte rund um die Nachwuchszauberer und -hexen, Hogwarts oder Quidditch sind bekannt und werden geliebt. Als Romane schon bestechend, entfaltet sich in den bislang fünf erschienenen von Jim Kay illustrierten Schmuckausgaben noch ein ganz besonderer Reiz. Denn: Der vielbepreiste Künstler geht einen anderen, neuen Weg abseits der vorgefertigten Bilder, die sich durch die filmischen Adaptionen in unser aller Köpfe manifestiert haben. Nahe an den literarischen Beschreibungen bringt er Bilder zu Papier, die die Welt rund um Harry Potter illustratorisch neu entwerfen. Ob in ganzflächigen Illustrationen, Vignetten oder ein Ineinanderfließen von Bild und Text – diese üppigen großformatigen (und gewichtigen!) Ausgaben, in denen der gesamte Text von Joanne K. Rowling abgedruckt ist, muss in jedes Regal eines/einer Potter-Liebhaber*in.
Aus d. Engl. v. Klaus Fritz. 
Carlsen 2015. 
256 S. 

Johan Egerkrans: Drachen

Bereits mehrmals hat sich der schwedische Autor und Illustrator fiktionalen Wesen gewidmet und sie in den Fokus faktualer Wissensvermittlung gestellt. Nordische Sagenfiguren oder Untote waren es bisher – nun sind es die Drachen. In umfassend recherchierten und gut lesbaren Sachtexten verknüpft Egerkrans deren mythologische Herkunft mit kulturgeschichtlichem Wissen. Besonders zwingend erscheint dabei die Nähe von Schlangen und Drachen, die exemplarisch an europäischen und asiatischen Mythen und Sagen gezeigt wird. Die Besonderheit des Bandes jedoch liegt in den großartigen Illustrationen. Geschult an den Narrativen der Fantasy schafft Egerkrans eine ganz eigene Ästhetik. Er setzt voluminöse Drachenkörper dennoch grazil in Szene und schafft durch intensive Farbgebung und variantenreiche Perspektivierungen eine besondere Dynamik. Egal ob Leviathan in tiefblauer Unterwasserwelt oder Nagini im hybriden Schlangen- und Frauenkörper: Der Faszination der Bildwelten vermag man sich genauso wenig zu entziehen wie dem Sog der Sagen und den zahlreichen Wissensdetails.
Aus dem Schwed. v. Maike Dörries.
Woow Books 2022.
128 S.

 

 

Adolfo Córdova und Riki Blanco: Der weiße Drache 

Wo kommt der Glücksdrache Fuchur her? Und was hat es eigentlich mit der Grinsekatze und dem geflügelten König aus »Der Zauberer von Oz« auf sich? Fragen, die sich auch der spanische Autor gestellt hat: Ganz nach dem Motto Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden wurden hierfür einzelne Klassiker ausgewählt und auf Nebendarsteller*innen fokussiert, deren Herkunft, Zukunft oder Wesen weniger bekannt sind, die vielleicht sogar schon wieder vergessen wurden. Im Erzählton stark an den Originalen orientiert, wird altbekannter Stoff weitergesponnen, Einzelheiten auserzählt und Deutungsmöglichkeiten für den Ursprungstext eröffnet. Hinzu kommen einzigartige Bilder, die sich vom Altbekannten abheben, mit wenigen Farben auskommen, aber mit umso mehr Ausdruck und Tiefe überzeugen. Ein Lesevergnügen für all jene, die Klassiker neu entdecken wollen, gleichermaßen wie für jene, die schon lange ihr Herz an Alice, Bastian, Peter oder Dorothy verloren haben. 

Aus dem Span. v.  Edmund Jacoby.
Jacoby&Stuart 2022.
128 S.

Lafcadio Hearn / Benjamin Lacombe: Japanische Geister und Naturwesen

Dem geflügelten Wort, dass ein Buch das Tor zu einer anderen Welt sei, wird in dieser von Benjamin Lacombe prächtig gestalteten Sammlung japanischer Geschichten um Geister und Naturwesen (die Yōkai) eine ganz neue Bedeutung gegeben: Eine filigrane Seite Transparentpapier wird beim Umblättern zum gelüfteten Schleier, und schon befinden sich die Leser*innen in einer unvertrauten Anderswelt. Wie bereits im vorangegangenen Band, „Geistergeschichten aus Japan“, werden Texte des irischen Schriftstellers und Japan-Reisenden Lafcadio Hearn (1850–1904) neu in Szene gesetzt. Deren zeitweise Altertümlichkeit, gemeinsam mit der tiefen Farbgebung Lacombes und dem einnehmenden Detailreichtum seiner Illustrationen, eröffnen einen Zugang zur japanischen Kulturgeschichte, der kaum eine*n kunstliebhabende*n Leser*in unbeeindruckt zurücklassen wird. Dabei werden dezent auch grafische Großmeister wie Katsushika Hokusai oder Hayao Miyazaki beschworen – ein Muss für bibliophile Sammler*innen.
Jacoby & Stuart 2021
192 S.




Francesca Cavallo / Elena Favilli: Good Night Stories for Rebel Girls

Die italienischen IT-Unternehmerinnen Elena Favilli und Francesca Cavallo sammelten in einer einzigartigen Crowdfunding-Kampagne über eine Million Dollar für ihre “Good Night Stories for Rebel Girls” um Mädchen, aber auch Buben, von herausragenden Frauen zu erzählen. Auf je einer Doppelseite wird in Bild und Text eine Frau porträtiert: In märchenhaft anmutendem Stil wird aus dem Leben erzählt sowie ein Zitat und Lebensdaten festgehalten. So unterschiedlich wie die Stile der Illustratorinnen, die die Bild-Porträts gestaltet haben, sind auch die Lebensläufe: Historische Figuren wie Königin Elisabeth I. oder Amelia Earhart stehen neben Politikerinnen wie Angela Merkel oder Margaret Thatcher.

Aus dem Engl. v. Birgitt Kollmann.
Hanser 2017.
223 S.

Annette Pehnt (Hg.): Book Rebels. 75 Heldinnen aus der Literatur

Inspiriert von den mittlerweile höchst erfolgreichen„Rebel Girls“-Bänden stellt dieses vielstimmige Buchprojekt 75 literarische Heldinnen wie Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren, Matilda von Roald Dahl, Starr Carter von Angie Thomas oder auch Antigone von Sophokles vor. In einer stimmigen Kombination von Kurztext und Bildporträt präsentieren 32 verschiedene junge Autor*innen und eine Illustratorin ein Kaleidoskop starker Mädchen- und Frauenfiguren aus der Weltliteratur, deren Bandbreite von historischen Klassikern über fast vergessene Schätze bis hin zu ganz aktuellen populären sowie literarisch herausfordernden Publikationen reicht. Als solches inspiriert der Band nicht nur dazu, eigene (Kindheits-)Lektüren wieder einmal zu besuchen, sondern regt auch dazu an, neue, noch unbekannte Texte zu erkunden - oder sich schenken zu lassen...
 Illustriert v. Felicitas Horstschäfer.  
Hanser 2021.
192 S.


Penelope Bagieu: Unerschrocken

Widerständig und mutig, kreativ und durchsetzungsfähig - all das sind Frauen. Penelope Bagieu hat es sich in ihren fünfzehn Comic-Porträts zum Ziel gesetzt, relativ unbekannte Frauen zu würdigen - oder wenig bekannte Aspekte aus ihrem Leben hervorzuheben: Denn wer weiß schon, dass Josephine Baker nicht nur die schwarze Schönheit im Bananenröckchen, sondern auch Widerstandskämpferin war? Mit frechem Strich und teilweise flapsigen Texten werden die Biographien in klassischen Comic-Panels chronologisch nacherzählt. Auf einer abschließenden Doppelseite nimmt Bagieu dann jeweils einen Aspekt des Lebens heraus, der in einer ganz spezifischen Bild- und Farbgebung dargestellt wird.

Aus dem Französ. v. Claudia Sandberg.
Reprodukt 2017.
141 S.

Sébastian Perez / Benjamin Lacombe: Frida

Und ich werde das Wesen meiner Existenz dem Gedächtnis überlassen, heißt es in diesem opulenten Bildband. Unter dieser Prämisse nähern sich Perez und Lacombe der großen mexikanischen Malerin an. Assoziativ und auf vielfältige Interpretation bedacht folgen sie neun biografischen Leitlinien und damit auch Leitmotiven Frida Kahlos: Der Unfall, die Tiere, der Tod … 9 ist dabei keine zufällige Zahl; alle (Bild-)Zitate und Ideen, die hier zu einer visuellen Pracht verwoben sind, begründen sich in umfassenden kunsthistorischen Recherchen. Symbole werden systematisiert und in größere Zusammenhänge gestellt und subjektiv-deutende Texte zu den Bildern gesetzt, die auf sehr faszinierende Weise Kahlos Motive in Lacombes Handschrift zeigen. Auch die Cut-Out-Elemente tragen buchstäblich dazu bei F R I D A in mehreren Dimensionen zu erfassen. Ein in schönster Weise hochtrabendes Porträt über eine vielschichtige Frau und ihr künstlerisches Erbe.  

Aus dem Französ. v. Edmund Jacoby.
Jacoby & Stuart 2017.
76 S.

Susanna & Johannes Rieder Arinda Crăciun & Carsten Aermes: Hunde im Futur. Eine Grammatik in Bildern

Präziser Text, ideenreiche Illustrationen und clevere Buchgestaltung leisten in diesem wunderbaren Buchprojekt Abbitte für einen viel zu oft als trocken oder langweilig verunglimpften Aspekt unseres kommunikativen Alltags – die Grammatik. Denn obwohl viele Schüler*innen aus dem Grammatikunterricht mit nicht viel mehr als ein paar lateinischen Begriffen im Kurzzeitgedächtnis herausstolpern, ist sie viel mehr als das. Mit der Grammatik ergibt sich überhaupt erst die Grundlage dessen, was wir ästhetisch, spielerisch, forschend oder aufmüpfig mit Sprache(n) machen können. Nach und nach werden grammatische Grundbegriffe vom Substantiv bis zu den Satzarten vorgestellt, auf bunten, mit nur den notwendigsten Fakten gestalteten Doppelseiten. Der Clou dabei: Die rechte Buchseite lässt sich jeweils zu einem größeren Papierbogen aufklappen, der die Kategorien auf ganz unterschiedliche, kreative Art und Weise noch einmal bildlich und sprachlich aufbereitet. Perfekt für alle Sprachliebhaber*innen! 
Susanna Rieder Verlag 2021.
128 S.

Kristin Rokifte: Alle zählen

Wem gerade die Puzzle-Variationen mit 1000 Teilen ausgegangen sind, der kann mit diesem Buch noch einmal von vorne beginnen. Bei: Niemand. Und sich dann von Ein Mensch zur ganzen Menschheit vorarbeiten. Das Zählen erhält dabei ludischen Charakter, denn jeder Zahl ist ein Wimmelbild zugeordnet, in der die steigende Anzahl der Menschen zum Ausgangspunkt unterschiedlichster Ereignisse und Lebensentwürfe wird, die alle zählen. Es gilt die Verweise der knapp gehaltenen Textpassagen zu enträtseln und die Gesuchten zu erkennen/zu finden. Dabei sind die Doppelseiten variantenreich miteinander verknüpft, sodass der Reiz des Bilderlesens an ein stetes Vor- und Zurückblättern gekoppelt ist. Es zählen der zweite und dritte Blick, das nochmaligen Suchen und Entdecken. Sind wirklich 30 Personen im Park zu sehen? Ja. Aber erst als sich 65 Personen zu einem Zwillingstreffen zusammenfinden, erkennt man, warum man immer und immer wieder nur 28 zählt … Idealerweise ist man bei diesen visuellen Zahlenübungen nicht allein, sondern macht ein Spiel im Familien- und Freundeskreis daraus. Denn Altersbeschränkung gibt es hier keine!
Aus d. Norweg. v. Maike Dörries.
Gerstenberg 2021.
o.S.


Rudyard Kipling / Aljoscha Blau: Das Dschungelbuch. Die Mowgli-Geschichten

Als aufwändig gestaltete Prachtausgabe in Leinenbindung präsentiert sich dieser Band, der alle Mowgli-Geschichten Rudyard Kiplings in sich vereint. Wolf Harranths Übersetzung achtet gekonnt Kiplings Forderung an sich selbst (Kein Wort zu viel und keines zu wenig.) und erzählt in oftmals lyrischer Sprache von der Entwicklung des von den Wölfen aufgelesenen Menschenkindes zum Herrn des Dschungels. Der Wildheit des Urwaldes und seiner Bewohner trägt Aljoscha Blau in seinen Illustrationen Rechnung: Satte, texturierte Zeichnungen wechseln mit filigran skizziertem Blattwerk ab, das wie Lianen vom oberen Bildrand hängt und dem Seiten Kulissencharakter gibt. Der großzügige Weißraum verleiht den teils auskolorierten, teils schattenhaften Figuren viel Wirkungskraft. Mowglis Entwicklung wird auch auf der Bildebene festgehalten, die Figur immer kräftiger und drahtiger gezeichnet. Bis zuletzt bleibt er durch Farbgebung und verschwimmende Konturen eng mit dem Dschungel verbunden, der Abschied hin zur Menschenwelt wird von den dem Urwald verpflichteten Bildebenen nicht aufgegriffen, was den Kontrast zwischen den Welten noch verstärkt.

Aus dem Engl. v. Wolf Harranth.
NordSüd 2015.
240 S.

Rudyard Kipling / Gabriel Pacheco: Die Dschungelbücher

Nur wenige Buchausgaben gehen sowohl auf den Ursprungstext, als auch illustratorisch auf dessen Motivik zurück und etablieren Mowgli in jener körperlichen Ausgesetztheit (und Verwahrlosung), die ein Leben unter Wölfen mit sich bringt. „The Jungle Book“ erschien erstmals 1894; bereits 1895 erschien ein weiterer Band unter dem Titel „The Second Jungle Book“. Die beiden Bücher enthalten insgesamt 15, voneinander unabhängige Geschichten, denen jeweils ein lyrischer Text vorangestellt ist. Nur in den ersten drei dieser Geschichten wird Mowglis Schicksal erzählt – das dennoch zum Synonym für „Das Dschungelbuch“ in seiner Gesamtheit geworden. Der mexikanische Illustrator Gabriel Pacheco nutzt hier einen illustratorischen Stil, der surrealistisch anmutet, aber dennoch auf die Romantik verweist. Dieserart hat er sich 2015 bereits auf das Märchen „Die Schöne und Das Biest“ eingelassen und eine von allen medialen Bildern befreite Bilderbuch-Version vorgelegt. „Das Dschungelbuch“ wird nun entlang seiner Bilder in eine assoziative Kunst-Betrachtung überführt: Gebunden zu einer überdimensionierten Kunstkarten-Sammlung greift Pacheco einzelne Szenen aus mehreren Geschichtenkreisen des Originals illustratorisch auf.

Bohem 2019.
18 S.

 

Regina Kehn: Das literarische Kaleidoskop

Sprachbilder in Bilder zu übersetzen war die primäre Intention der Hamburger Illustratorin für ein außergewöhnliches Buchprojekt: 17 Gedichte und erzählerische Miniaturen werden verbildlicht und zu einem Kaleidoskop zusammengesetzt. Mit jedem Drehen der Linse erprobt Regina Kehn dabei einen neuen Stil, wobei sie sich die Texte wortwörtlich aneignet und mit Pinsel oder Bleistift über die Seiten breitet, sie druckt oder stempelt, aquarelliert, verschoben oder exakt ausrichtet, in Sprechblasen oder verschwindend hell arrangiert. Dem emotionalen Wesen der Texte nachspürend wird der Sprachrhythmus in den Rhythmus einer Bildfolge übertragen. In der Aufeinanderfolge der Texte bilden sich Kontexte und Kontraste ab, die zu einem neuen, oft überraschenden, oft bedrückenden, immer aber beglückenden Zugang zur Literatur führen.

FISCHER KJB 2013.
219 S.

Willy Puchner: Willy Puchners Welt der Farben

Deneuve-Blau als Farbe von Paris, Popocatépetl- Orange als Farbe des Vulkans oder Isis-Gold als Farbe von Ägypten: Die Wahrnehmung einer Farbe löst Assoziationen aus, die hier an verschiedene Orte gebunden werden – einerseits konkret
benannte, andererseits solche, die universaleren Charakter haben. In Anlehnung an Goethes Farbenlehre reiht Willy Puchner Farbnuancen, die er an diesen Orten gesammelt hat, aneinander, gibt ihnen einen Namen und ergänzt sie um andere immaterielle Mitbringsel wie handschriftliche Anekdoten. Sukzessive füllt er so einen Setzkasten der Ideen und schafft eine abstrakte Auflistung der Welt.

Ill. v. Willy Puchner.
Nilpferd in Residenz 2011.
40 S.

Shaun Tan: Der Vogelkönig und andere Skizzen

Striche spazieren führen – mit dieser Formulierung des Malers Paul Klee umschreibt der australische Künstler Shaun Tan in der Einführung dieses Skizzenbuches seine Arbeitsweise. Das gewählte Material aus zwölf Jahren repräsentiert die abwechslungsreichen Phasen seiner Projekte. Die Kapitel "Unerzählte Geschichten", "Buch, Theater und Film", "Nach dem Leben gezeichnet", "Zum Verhältnis von Linie, Form, Farbe und Licht" und "Notizbücher" strukturieren die Entstehungskontexte und zeugen von der Vielfalt an Techniken und Stimmungen. Abgerundet wird dieser Einblick in seine Arbeitsweise durch Übersetzungen der Anmerkungen in Skizzen und Bildern sowie einem Verzeichnis der Werke Shaun Tans, der 2011 für sein Gesamtwerk mit dem "Astrid Lindgren Memorial Award" ausgezeichnet wurde.

Ill. v. Shaun Tan.
Aus dem Engl. v. Eike Schönfeld.
Carlsen 2011.
123 S.

Shaun Tan: Reise ins Innere der Stadt

25 selbst verfasste Kurzgeschichten, 25 abfallende, doppelseitige Illustrationen: In seiner Reise durch surreale, (post-)moderne und futuristische Stadtzentren imaginiert Shaun Tan atmosphärische, oft düstere, teils beklemmende urbane Räume, in denen sich allerhand Tiere tummeln. Ein Hochhaus, dessen 87. Stockwerk von Krokodilen bewohnt wird; ein Dachgarten, in dem sich eines Nachts ein magisches Bienen-Schauspiel zuträgt; ein Sitzungssaal voller Vorstandsmitglieder, die sich soeben in Frösche verwandelt haben – anhand dieserart verrätselter Szenarien erkundet Shaun Tan das vielseitige Kaleidoskop der ambivalenten (Spannungs-)Verhältnisse zwischen Mensch und Tier – und imaginiert dabei neue Formen des Miteinanders. Es sind diese für Shaun Tan eigentlich ungewöhnlichen Bild-Text-Symbiosen, die sich zu einem der faszinierendsten Werke des australischen Künstlers, der in erster Linie eigentlich wegen seiner Bilderbücher international bekannt ist, zusammenfügen. 

Aus d. Englischen v. Eike Schönfeld.  

Aladin 2018.
282 S.

Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough 

Am Schmutztitel des großformatigen Bilderbuches wendet sich die französische Künstlerin an Erwachsene und Kinder und rückt dabei die Maßstäbe der oftmals eingeforderten Zugänglichkeit zurecht: Bist du klein, so werden dir einige Stellen vielleicht rätselhaft vorkommen. Keine Angst: Du kannst ein wenig nachdenken und vieles erraten. Außerdem sagen die Wörter nicht alles. Außerdem sind Wörter ohnehin relativ, wenn man in zauberhaften Bildwelten wie diesen versinken kann: Der Lebensweg des kleinen Hasen mit dem klingenden Namen wird von Geburt bis Sterbestunde in Illustrationen voller Anspielungen und Nuancen nachgezeichnet. Von einem anderen berühmten Hasen der Kinderliteratur bis zu den Gemälden Pieter Bruegels reichen die Bildreferenzen, von den Subtilitäten des Textes ganz zu schweigen. Ein Bilderbuch, das dem im Originaltitel “Les riches heures de Jacominus Gainsborough” angesprochenen Reichtum in jeder Weise gerecht wird: Es hat sich verdammt gelohnt, dich gelebt zu haben! 

Aus dem Franz. v. Eva Moldenhauer.  
Insel Verlag 2019
56 S.

 

Linda Wolfsgruber / Bodo Hell: Immergrün

Wird in der Kinderliteratur der Jahreskreis meist anhand der bekannten Feste von Nikolo bis Erntedank behandelt, geht dieser künstlerisch-literarische (immerwährende) Kalender für Erwachsene einen deutlich anderen Weg: Bodo Hells Texte des so genannten Sudariums beleuchten Elemente der christlichen Jahresrhythmisierung wie den Tag der Beschneidung oder die Thomasnacht. Seine Textsammlung kombiniert knappe Recherchen über Themen wie Volksfrömmigkeit oder Meteorologie mit kuriosen Bauernregeln oder üppig auserzählten Heiligenlegenden. Linda Wolfsgrubers Illustrationen sind auf Streifen (in der Papierwerkstatt Renate Habingers) handgeschöpften Papiers gedruckt und nähern sich den Texten auf mehrdeutige Weise.

Ill. v. Linda Wolfsgruber.
Folio 2011.
95 S.

Isol: Nachts leuchten alle Träume

„Ein langweiliger Traum ist eine verschwendete Nacht“. Wie wahr. Deshalb gibt es wohl auch das luzide, bewusste Träumen (von lat. lux, „Licht“), das sogenannten Oneironauten („Traumseefahrern“) erlaubt, ihre Träume zu steuern. Damit sind zwei sehr schöne Metaphern angesprochen, die sich im Buchkunstwerk der argentinischen Künstlerin Isol wiederfinden: „5-Minuten-Rezepte für allerlei Träume“ laden im aufwändig produzierten Bilderbuch (als Aufsteller mit Spiralbindung) dazu ein, die eigenen Träume oder zumindest Gedanken in eine inspirierende Richtung zu lenken. Das Licht ist dabei nicht nur zentrales Motiv der einzelnen Traumbilder, sondern auch additives Gestaltungsmittel. Stellt man das Buch neben das Bett, lädt es mit Licht auf und betrachtet es dann im Finstern, zeigen fluoreszierende Elemente erstaunliche Bildpointen. „Der Traum, von der Tür, die man nicht öffnen durfte.“ – Warum, erfährt man erst im Dunkeln. Und auch, warum der „Traum vom verstorbenen Künstler“ so ein fröhlicher ist. Isols Spiel mit dem (Un-)Sichtbaren ist für Kunstaffine jeden Alters ein Genuss – vor allem für solche, die gerne über oder besser neben einem Buch einschlafen. 

Aus dem Span. v. Karl Rühmann.
FISCHER Sauerländer 2015.
36 S.



Der Kinderkalender (2023). Mit 53 Gedichten und Bildern aus der ganzen Welt

Kinder rezipieren Gedichte naheliegenderweise meist in ihrer Erstsprache. Und wissen manchmal gar nicht, dass diese aus einer anderen Sprache übersetzt wurden. Ein malerischer Ort, an dem diese Internationalität der Kinderliteratur erforscht wird, ist die Internationale Jugendbibliothek in München. Jedes Jahr werden aus ihren reichen Buchbeständen illustrierte Gedichte ausgewählt und in einem großformatigen Wochenkalender präsentiert, mit der Ausgabe 2023 hat das schöne Produkt seine Verlagsheimat bei Moritz gefunden. Das Besondere dabei: Auf jedem der 53 Kalenderblätter bilden der Text in der Originalsprache, die Übersetzung ins Deutsche sowie die Originalillustration aus dem jeweiligen Buch eine sorgsam komponierte Einheit. Von Persisch bis Ukrainisch, von Innu-Aimun (eine kanadisch-indigene Sprache) bis zu Bretonisch reicht die Vielfalt der vertretenen Sprachen und macht Lust, sich ausgehend vom Gedicht weiter mit Literatur und Sprache zu beschäftigen. In seiner Farben- und Formenvielfalt ist der üppige Kalender ein Blickfang für jede Wand, ob in Klassenzimmer, Büro oder Bibliothek.  
Hg. und ausgewählt von der IJB Internationalen Jugendbibliothek München.
Moritz 2022.

Leonard Erlbruchs Kinderzimmerkalender

Illustrator Wolf Erlbruch ist eine aus dem zeitgenössischen Bilderbuch nicht mehr wegzudenkende Größe. Seit einigen Jahren hat sein Sohn Leonard Erlbruch den Kinderzimmerkalender übernommen: Wer also all die wunderbaren Maulwürfe, Enten und Bären auch außerhalb des Bilderbuchs um sich haben möchte, ist mit dem Kinderzimmer-Kalender (der sich natürlich nicht nur für Kinderzimmer eignet) an der richtigen Adresse: Jeweils zu einem Überthema werden auf jedem Kalenderblatt ungewöhnlich-witzige Sujets gezeigt, in denen sich die tierischen Protagonist*nnen erproben.

Ill. v. Leonard Erlbruch.
Peter Hammer 2022.
13 S.

 

 

 


STUBE Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur | Stephansplatz 3/II/11 | A-1010 Wien | T.: +43 1 51552-3784 | stube@stube.at oder fernkurs@stube.at