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Thema: Der Wolf

Das Leben der Wölfe


Michał Figura / Aleksandra Mizielińska / Daniel Mizielińska: Wölfe – Wahre Geschichten

Sachbuch oder Graphic Novel – warum nicht beides? In dieser außergewöhnlichen Graphic Novel führt der erfahrene Wolfs- und Luchsforscher Michał Figura die Lesenden in die spannende Welt der Wolfsschützer*innen ein und räumt zudem all die gängigen Vorurteile über Wölfe beiseite. Denn eigentlich leben Wölfe gar nicht in riesigen Rudeln, sondern immer nur innerhalb einer Wolfsfamilie, bestehend aus den Eltern und den Jungen. Doch wie lassen sich diese scheuen Tiere überhaupt erforschen? In jedem der insgesamt acht Kapitel beantwortet der Wissenschaftler alle wichtigen Fragen, indem er aus seiner persönlichen Perspektive die Biografie eines Wolfes bzw. einer Wolfsfamilie vorstellt, deren Leben er meist über Jahre hinweg erforscht und mithilfe GPS-Halsbändern begleitet hat. Hierbei handelt es sich um wahre Geschichten von Wölfen wie etwa Luna, die als Wolfswelpe von Menschen irrtümlicherweise für einen Hundewelpen gehalten und von ihrem Rudel getrennt wurde, oder Jung, der in eine grausame Schlingfalle von Wilderern geraten ist. Besonders geschickt umgesetzt: Alles Wissenswerte wird direkt in die Panels integriert, sodass der Lesespaß ungestört bleibt.
Aus d. Poln. v. Marlena Breuer und Thomas Weiler.
Moritz 2023.
268 S.

Pablo Albo / Cecilia Moreno: Die Wölfin

Mit einfacher, aber poetischer Sprache erzählt dieses Bilderbuch, wie die Wölfin durch ihr Revier streift und schließlich zurück zu ihrem Heim findet. Ihr Streifzug führt sie quer durch einen Wald, vorbei an einem See, über Wiesen und Felder, bis sie einen Berg erreicht und diesen zu ihrem Bau hinaufsteigt. Die Illustrationen des Buches sind sehr farbintensiv und schlicht gehalten, als seien sie direkt auf einem karierten Collegeblock skizziert worden. Das verleiht dem Werk eine minimalistische Leichtigkeit, während die Verwendung von einfachen Linien und klaren Formen eine ausdrucksstarke Atmosphäre schafft. Diese künstlerische Darstellung unterstützt die erzählerische Klarheit und zieht den Fokus auf den unberührten Lebensraum der Wölfin, in dem sie sich gemäß ihrer wilden Natur ungestört bewegen kann. Der Pfad der Wölfin ist mit den Fingern nachfahrbar und lädt dazu ein, die vielen kleinen Details zu entdecken.
Aus d. Span. v. Karl Rühmann.
Jungbrunnen 2024.
56 S.


Wolfskinder


Prinzessin Mononoke. Anime von Hayao Miyazaki

In diesem außergewöhnlichen Studio-Ghibli-Meisterwerk treffen unbändige Natur und fortschrittliche Zivilisation aufeinander: Das Dorf des jungen Prinzen Ashitaka wird von einem riesigen Keiler in Dämonengestalt angegriffen, doch im Kampf gegen den Keiler wird Ashitaka selbst von seinem tödlichen Fluch getroffen. Sich seinem Schicksal entgegenstellend, reist Ashitaka in die ferne Heimat des Keilers und gelangt dadurch zwischen die Fronten eines Krieges. Auf der einen Seite stehen die Menschen, die auf der Eisenhütte unter der Herrin Eboshi dienen und den Wald abholzen, um an die benötigten Rohstoffe zu gelangen. Auf der anderen Seite die Tiergottheiten des Waldes – riesige Wildschweine und Wölfe –, die den Wald vor dem Untergang beschützen wollen. Darunter das Menschenmädchen San, das von der Wolfsgöttin Moro aufgezogen wurde und nun seither als „Dämonenprinzessin“ bei den Wölfen lebt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelt sich zwischen Ashitaka und San eine tiefe Freundschaft und als schließlich Menschen Jagd auf den Gott des Waldes machen, spielt es keine Rolle mehr, wer auf welcher Seite steht …
JPN 1997.
128 Min.
Als DVD und Stream auf Netflix.

Rudyard Kipling / Manuela Adreani: Das Dschungelbuch

„Das Dschungelbuch“, basierend auf Rudyard Kiplings „The Jungle Book“ und „The Second Jungle Book“, ist heute ein beliebter Literaturklassikern. Daher ist es wenig überraschend, dass die Geschichte von Mowgli, und somit auch erstmals das Motiv des Wolfskindes, seinen Weg in die Kinder- und Jugendliteratur fand. Inzwischen vielfach adaptiert, hat sich die damalige Radikalität des Ursprungstextes weitgehend gelockert. Mowgli wächst als wildes Kind fernab der menschlichen Zivilisation auf und muss sich dabei den Regeln und Hierarchien des Dschungels anpassen, um zu überleben. An seiner Seite stehen dabei der Bär Balu und der schwarze Panther Baghira, die ihm dabei helfen, die dort geltenden Gesetze zu erlernen. Der Text wird dabei von Adreanis sanftem Zeichenstil begleitet, der von den komplexen Mustern alter Stoffe und Brokate inspiriert ist. Beim Lesen des Buches sollte man sich jedoch auch in Erinnerung rufen, dass die Geschichte von Ideen des Kolonialismus geprägt ist, von dem Kipling ein überzeugter Vertreter war.
Aus d. Ital. v. Kirsten E. Lehmann
White Star s.r.l. 2020.
80 S., ab 6 Jahren


Wölfisch vertauscht


Sid Sharp: Der Wolfspelz

Bellwidder Rückwelzer genießt das Leben in vollen Zügen … mehr oder weniger. So gut wie es nun einmal geht, wenn man als Schaf in einem Wald voller Wölfe lebt. Bellwidder möchte aber genauso ohne Angst in den Wald gehen können, um Brombeeren zu pflücken, an Blumen zu riechen und dem Vogelgesang zu lauschen. Was Bellwidder nicht möchte, ist als Abendbrot für ein paar furchterregende Wölfe zu enden – das ist einfach nicht fair. Also muss ein Plan her: Schnell ist die Wolfsverkleidung geschneidert und es geht hinaus in den Wald. Doch mit der Zeit bekommt seine Täuschung Risse und im Wald, da lauern die Wölfe…mehr oder weniger.
Sid Sharps Graphic Novel-Debüt krempelt das Motiv vom Wolf im Schafspelz um und schafft daraus eine wunderbare Geschichte, die zeigt, dass unsere Angst oft nur aus unseren eigenen Vorstellungen resultiert. Die Illustrationen sind dem Farbschema des Waldes angepasst: Auf strahlend grünen Wiesen folgen tiefe Schatten, die die gruselige Präsenz der Wölfe transportieren.
Aus d. Engl. v. Alexandra Rak.
NordSüd 2023.
136 S., ab 6 Jahren

Amélie Fléchais: Rotwölfchen

„Rotwölfchen“ ist nicht nur etwas für alle begeisterten Märchen-Leser*innen, sondern auch für all jene, die gerne den Wolf aus seiner Rolle als „großen, bösen Wolf“ befreit sehen wollen. Denn in dieser Neuerzählung tauschen Rotkäppchen und der Wolf die Rollen. Das unschuldige Rotwölfchen wird von Mutter Wolf mit einem toten Kaninchen zu Großmutter Wolf losgeschickt, da diese keine Zähne mehr hat und nicht mehr jagen kann. Zum Abschied warnt die Mutter noch, dass es sich vor dem Wald mit dem toten Holz in Acht nehmen solle, denn dort lauere der Jäger mit seiner Tochter. Das Narrativ bleibt dasselbe, Fléchais‘ Umsetzung jedoch zeigt einen außergewöhnlichen, mehrdimensionalen Zeichenstil, der das abartig Niedliche mit Horror-Elementen verbindet. So ist es hier das puppenartige Mädchen mit goldenen Locken, die das arme Wölfchen in die Falle lockt, damit der Vater es erschießen kann. Im Gegensatz zum Original werden hier die Figuren verschont, nur eine Lehre wird ans Ende gehängt: Dede Geschichte kann aus mehreren Perspektiven erzählt werden und die Wahrheit ist nicht für jeden dieselbe.
Aus d. Franz. v. Anne Bergen.
Toonfish 2021.
80 S.


Inmitten des Rudels


Noëlle Kröger: Meute

Frankreich, Ende des 19. Jahrhunderts – Margot kann ihr Glück kaum fassen. Gerade erst hat ihr Praxissemester am Institut für Zeitgenössische Wissenschaften begonnen und bereits am ersten Tag wird ihr das neueste Forschungsobjekt präsentiert: Der erste lebend gefangene Werwolf! Bereit sich sofort in die Arbeit zu stürzen, muss Margot jedoch schnell feststellen, dass ihre männlichen Kollegen sich nicht für ihre Ideen und Gedanken interessieren. Doch dann wird Margots Welt auf den Kopf gestellt, indem sie eine wundersame Entdeckung macht: der Werwolf (oder besser gesagt die WerwölfIN) kann sprechen. Sie heißt Versailles und eigentlich widerspricht sie all dem, was die Wissenschaft zu glauben scheint. Zusammen wagen sie den Ausbruch und Margot muss feststellen, dass es bei Mensch und Tier noch ein Dazwischen gibt …
Noelle Kröger spielt hier mit dem Gedanken, was eigentlich passiert, wenn man sich weder als das eine noch als das andere identifizieren kann und lässt somit eine queere Lesart zu, die sich wunderbar an die hybride Gestalt des Werwolfes koppeln lässt.
Reprodukt 2024.
232 S.

Clémentine Michel / Plumapi: Ich bin ein Wolf

Dass man sich von niemandem sagen lassen soll, wer man ist oder wer man nicht ist, zeigt das wunderschön illustrierte Bilderbuch von Clémentine Michel und Plumapi. Während niemand es wagt, sich dem gefährlichen Wolfsrudel zu nähern, aus Angst gefressen zu werden, geht ein mutiges Lamm selbstbewusst des Weges. Die Wölfe machen dem Lämmchen keine Angst, schließlich ist es ja auch ein Wolf. Selbst als die Wölfe anfangen zu lachen und sich über das harmlose Aussehen des Lammes lustig machen, lässt sich das Lamm von ihnen nicht verunsichern. Das Buch thematisiert Selbstbewusstsein und den Mut, für sich selbst einzustehen, wenn das soziale Umfeld etwas Gegenteiliges behauptet. Die Illustrationen von Plumapi fangen diese Gegensätze zwischen kindlicher Vorstellungskraft und erwachsener Skepsis visuell ein. Auf humorvolle Art rückt die Geschichte die ganz eigene Perspektive von Kindern auf die Welt in den Mittelpunkt. Denn auch wenn das Lamm kein Wolf im klassischen Sinn ist, heulen und böse Zähne zeigen kann es trotzdem. Dass das Lamm mit seiner Behauptung Recht behält, zeigt die überraschende Wendung am Ende: Als die Mutter nach dem Lamm ruft, wird enthüllt, dass es tatsächlich ein Wolf ist – nur eben auf eine andere Art und Weise.   
Aus d. Franz. v. Annika Siems.
minedition 2023.
32 S.

Saša Stanišić: Wolf

Ein Ferienlager im Wald. Was für viele Kinder eine lustige Zeit bedeutet, stellt für die Hauptfigur einen wahrgewordenen Albtraum dar. Rauch in den Augen, Gruppenaktivitäten, umherschwirrende Mücken und das Schlimmste: Fast alle aus der Klasse kommen mit. Doch wenn die Alternative Ferienbetreuung wäre, erscheint der Wald als das geringere Übel. Eine Busfahrt und jede Menge unnützen Wikipedia-Wissen später findet sich die Gruppe in der Natur wieder. Nach einer anfänglichen Kennenlernrunde wird klar, dass sich der nörgelnde Ich-Erzähler den Schlafraum mit Jörg teilen muss. Und Jörg ist einer, der irgendwie anders ist. Doch desto mehr Jörgs Andersartigkeit in den Fokus der Geschichte rückt, desto mehr sieht sich die Hauptfigur mit dem eigenen Außenseitertum konfrontiert. In diesen Momenten lauert dann der Wolf mit den gelben Augen. Dabei erscheint er in den schwarz-gelben Illustrationen von Regina Kehn sowohl bedrohlich als auch phantastisch. Alles in allem ist Wolf eine Geschichte über Mobbing, Freundschaft und Mut, eindrücklich und mit viel Wortwitz von Sasa Stanišić erzählt.
Mit Bildern v. Regina Kehn.
Carlsen 2023.
192 S.

Der große, (nicht) böse Wolf


Myriam Ouyessad / Ronan Badel: Der Wolf kommt nicht

Alle Kinder müssen abends ins Bett, auch Häschen, und während Mutterhase dem abendlichen Ritual nachgeht, Kissen aufschütteln und Vorhänge zuziehen, löchert das Häschen diese mit Fragen: „Bist du dir sicher, dass der Wolf nicht kommt?“ – „Ganz sicher“ – „Warum?“. Auf den darauffolgenden Seiten werden alle möglichen Szenarien, warum der Wolf nicht kommen kann, ausgebreitet: Die Jäger haben alle Wölfe verjagt, die Stadt ist zu gefährlich und außerdem hat der Wolf gar nicht die richtige Adresse. Häschen wird trotz der Beschwichtigungsversuche der Mutter mit jedem Umblättern der Seiten ängstlicher und die „Was-wenn-der-Wolf“-Eventualitäten werden immer ausführlicher und absurder. Die Lesenden werden geschickt in die Irre geführt, denn am Ende kommt es doch anders, als Häschen denkt … Der Dialog zwischen Mutter und Kind wird auf der linken Seite illustrativ durch die Darstellung des Hasen-Kinderzimmers untermalt, während die rechte Seite die blühende Fantasie des Häschens zeigt, in der es sich vorstellt, wie der Wolf seinen Weg zur Wohnung finden könnte.
Aus d. Franz. v. Ina Kronenberger.
Gerstenberg 2020.
32 S., ab 4 Jahren

Anaïs Vaugelade: Steinsuppe

Es herrscht eine eisige Winternacht, als im Dorf der Tiere ein Klopfen an einer Tür erklingt. Es ist das Haus der Henne. „Wer da?“, fragt die Henne. Es antwortet: „Der Wolf.“ Abgefroren und hungrig steht er vor dem Haus der Henne und verlangt Einlass in die warme Stube. Steinsuppe möchte er kochen, für alles andere ist er schon zu alt. Der Blick der Henne ist neugierig, der Blick des Wolfes verschmitzt. Die Henne öffnet die Tür und der Wolf macht sich daran, die Suppe zu kochen. Nach und nach schauen immer mehr tierische Nachbar*innen vorbei und bringen ihr Lieblingsgemüse mit, um die Suppe abzuschmecken. Sellerie, Zucchini, Lauch, Rüben und Kohl – für jeden Geschmack kommt eine weitere Zutat in den Kessel. Inzwischen hat sich eine bunt zusammengewürfelte Runde eingefunden.Tiere verbringen einen gemütlichen Abend zusammen, bis der Wolf plötzlich aufsteht, seinen Stein zurück in den Sack stopft und ohne Worte in die Nacht hinausspaziert, weiter ins nächste Dorf … Vaugelade versteht es meisterhaft, Spannung aufzubauen und spielt bis zur letzten Seite geschickt mit der Erwartungshaltung der Leser*innen. Die Farbwahl erweist sich als besonders interessant: Während das warme Gelb Geborgenheit und Wärme vermittelt, macht die winterliche Kälte die anfängliche Skepsis gegenüber dem Wolf spürbar und zeigt, wie nah Heimeliges und Unheimliches oft beieinanderliegen.
Aus d. Franz. v. Tobias Scheffel.
Moritz 2000.
40 S.

Josephine Mark: Trip mit Tropf

In diesem Kindercomic von Josephine Mark erfährt man, was passiert, wenn ein Häschen und ein Wolf in einem Waldlazarett aufeinandertreffen: Es macht erstmal ein riesiges »PENG!«. Denn wenn der medizinische Infusionsständer des Kaninchens nicht die Kugel des Jägers abgefangen hätte, wäre der Wolf schon mausetot. Sehr zum Leiden des Wolfes (oder auch nicht?) muss nun diese Schuld beglichen werden, denn wenn dir ein kleiner Nager das Leben rettet, muss dieser Gefallen erwidert werden. Das ist Wolfskodex! Es gibt zwar nicht viele Regeln unter Wölfen, »aber diese Regel ist HEILIG!«. Somit startet der titelgebende „Trip mit Tropf“, welcher sich als wilder Roadtrip quer durch den Wald und hinauf in die Berge herausstellt – mit einem schießwütigen Jäger auf den Fersen. Mit viel Humor und einer Portion abenteuerlicher Spannung schafft es die Künstlerin ihre Leserschaft an die Buchseiten zu heften und dabei gleichzeitig auf so einfühlende Art und Weise von einer Krebserkrankung zu erzählen. Dabei wird auf beschreibende Textfelder komplett verzichtet, stattdessen vermitteln allein Bild und Dialog die Handlung.
Kibitz 2022.
192 S., ab


Werwölfe



J. K. Rowling: Harry Potter und der Gefangene von Askaban („Harry Potter“-Band 3)

Harry kehrt für das dritte Schuljahr nach Hogwarts zurück. Während er zusammen mit Ron und Hermine versucht, die Geheimnisse um den aus Askaban geflohenen Gefangenen Sirius Black aufzudecken und die wachsende Gefahr immer größer wird, lernt Harry neue magische Wesen kennen – darunter das „Monsterbuch der Monster“, Hippogreife und Dementoren. Außerdem wird es wölfisch: J. K. Rowling führt mit Sirius Black und Remus Lupin gleich zwei morphende Figuren in die Geschichte ein. Während Sirius als Animagus sich bewusst für die Gestaltwandlung entscheiden kann und seine Hundeform bewusst nutzt, um als gesuchter „Verbrecher“ unter dem Radar zu bleiben, ist Lupins Werwolfgestalt an einen Fluch und somit an den Mond gebunden. Dadurch wird er unberechenbar, seine tierischen Instinkte nehmen die Überhand und das menschliche Denken verschwinden völlig hinter dem Wolfdasei. Als sich dann auch noch die Ereignisse überschlagen, steht Harry vor der Entscheidung, wem er noch trauen kann, und die Frage, wer Freund und wer Feind ist, scheint schwerer als je zuvor.
Aus d. Engl. v. Klaus Fritz.
Carlsen 2007.
448 S.

Cornelia Funke: Kleiner Werwolf

Auf dem Heimweg vom Kino wird der zehnjährige Moritz, kurz Motte, von einem unheimlichen Hund mit gelben Augen gebissen. Nur gut, dass es bloß ein Kratzer ist – bis Motte jedoch beginnt sich langsam immer merkwürdiger zu fühlen: Seine Nase erfasst auf einmal sehr intensive Gerüche, seine Hand fühlt sich außergewöhnlich pelzig an und im Badezimmer-Spiegel guckt ihm ein haariges Monstergesicht entgegen. Aber Werwölfe gibt es doch gar nicht…oder doch?
Cornelia Funke greift geschickt die typischen Elemente einer klassischen Werwolf-Erzählung auf und erzählt sehr unterhaltsam von der misslichen Lage des „kleinen Werwolfs“, der mit aller Kraft versucht, seiner wölfischen Seite zu entkommen. Damit er sich nicht für immer in einen Wolf verwandelt, macht er sich gemeinsam mit seiner besten Freundin Lina und Frau Pruschke auf die Suche nach einem mysteriösen Amulett. Nur vor dem Biolehrer Herr Faulwetter muss er sich in Acht nehmen, der Wind von der ganzen Sache bekommen hat und schon immer einen Werwolf töten wollte. Schließlich gelingt es den Freund*innen die Verwandlung aufzuhalten und Motte wird wieder ein normaler Junge – allerdings mit ein paar kleinen, wölfischen Tricks.
Dressler 2021 (2002).
96 S.

Wednesday

Die Netflix-Serie „Wednesday“ ist eine moderne Neuerzählung innerhalb des Addams-Family-Universums. Der Fokus liegt auf der titelgebenden Hauptfigur Wednesday Addams (Jenna Ortega), die von ihren Eltern wegen ihres mörderischen Verhaltens auf ihrer damaligen Highschool auf die „Nevermore Academy“ geschickt wird. Eine Schule für Außenseiter*innen, wie es Schulleiterin Larissa Weems (in der ersten Staffel Gwendoline Christie) formuliert. Dort tummeln sich eine ganze Reihe an außergewöhnlichen Schüler*innen herum: Sirenen, Gorgonen, Vampire und natürlich auch Werwölfe, zu denen Wednesdays farbenfrohe und klatschbesessene Mitbewohnerin Enid Sinclair (Emma Myers) gehört. Im Gegensatz zu ihren wölfischen Mitschüler*innen hat Enid jedoch Schwierigkeiten vollkommen „auszuwolfen“, weshalb sie befürchtet von ihrem Rudel verstoßen zu werden. Anfangs kann sie einzig ihre Nägel zu langen, scharfen Krallen ausfahren, doch am Ende der 1. Staffel schafft sie ihre erste Werwolf-Transformation, die sich in der zweiten Staffel intensiviert. Ihre fröhliche Art bildet einen starken Kontrast zu Wednesdays düsterem Charakter, gerade aber diese Dynamik macht ihre Freundschaft zu einem besonders amüsanten Element der Serie. Die Adaption verbindet Elemente der Horrorkomödie mit einer klassischen Portion „Tim-Burton-Düsterkeit“, dessen Handschrift in den ersten vier Folgen deutlich spürbar ist.
Serie von Alfred Gough / Miles Millar (USA 2022-)
2 Staffeln.
Als DVD und Stream auf Netflix.


Haarige Gestaltwandler*innen


Stephenie Meyer: Biss zur Mittagsstunde („Twilight“-Band 2)

Vampire Romance, Forbidden Love, Love Triangle – diese und viele weitere solcher Tropes verwenden begeisterte Leser*innen auf Social Media, um sich online über die weltberühmte „Twilight“-Saga auszutauschen. Die Liebesgeschichte rund um Bella und Edward wird im zweiten Band wieder richtig aufgewühlt und diesmal dürfen sich alle „Team Jacob“-Fans freuen. Nach dem blutigen Zwischenfall mit James beschließt Edward, Bella zu verlassen – aus Sorge, sie könnte seinetwegen in Gefahr geraten. Dadurch gerät Bellas Welt aus den Fugen, was von der Autorin geschickt gelöst wird: Es folgen leere Seiten mit den Überschriften „Oktober“, „November“, „Dezember“, „Januar“, um zu zeigen, dass sich Bella monatelang in einer regelrechten Schockstarre befindet. Nur die Freundschaft zu ihrem Kindheitsfreund Jacob holt sie wieder langsam zurück ins Leben. Dieser verhält sich jedoch gar nicht mehr so wie der Junge von damals und bald darauf erfährt Bella, dass Vampire nicht die einzigen übernatürlichen Wesen in Forks sind …
Die Cullens rücken in diesem Band in den Hintergrund, stattdessen dominieren die Quileute-Wölfe die Handlung. Mit Jacobs Aufnahme in das Rudel und den damit verbundenen Regeln nimmt sein Charakter eine neue Bedeutung in Bellas Leben ein und bald schon ergibt sich die Frage, was Bella eher bereit ist zu verlieren: Die Liebe zu Edward oder die Freundschaft zu Jacob.
Aus d. Engl. v. Sylke Hachmeister
Carlsen 2021.
560 S.

Maggie Stiefvater: Nach dem Sommer („Mercy Falls“-Band 1)

In Maggie Stiefvaters Auftakt der Jugend-Fantasy-Trilogie „Mercy Falls“ bekommt die Sehnsucht nach dem Sommer eine völlig neue Bedeutung. Nachdem Grace als kleines Mädchen vom Wolf mit den gelben Augen vor einem hungrigen Wolfsrudel gerettet wurde, hält sie jeden Winter nach ihrem Wolf Ausschau – solange, bis die Wölfe nach den eisigen Temperaturen wieder spurlos verschwinden. Was Grace nicht weiß, auch der Wolf mit den gelben Augen beobachtet sie während des Winters aus dem Wald heraus – solange, bis er mit den steigenden Temperaturen wieder seine menschliche Gestalt Sam annehmen kann. Als dann Grace hinter Sams Geheimnis kommt, können sie endlich zusammen sein. Jedenfalls für eine Weile, denn Sam wird bald klar: Wenn er sich nach dem Sommer wieder in einen Wolf verwandelt, wird er immer einer bleiben, denn seine Zeit als Mensch ist nur begrenzt.
Im lockeren und detailreichen Erzählstil stellt die Autorin die komplizierte Liebesbeziehung zwischen einem weiblichen Teenager und einem Gestaltwandler in den Mittelpunkt. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht beider Charaktere erzählt. Das ermöglicht tiefe Einblicke in die Gefühlswelt von Grace und Sam.
Aus d. Engl. v. Sandra Knuffinke / Jessika Komina
Script5 2014.
424 S.

Diese Themenliste wurde von Ines Steindl während ihres Praktikums und darüber hinaus erarbeitet.

 

 

 

 


STUBE Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur | Stephansplatz 3/II/11 | A-1010 Wien | T.: +43 1 51552-3784 | stube@stube.at oder fernkurs@stube.at