Hanser 2025.

Dita Zipfel & Rán Flygenring: Leben, Sterben und Kaninchen

Ein Buch, das investigiert: warum wir Erbsen hassen und Fischstäbchen lieben und morgen umgekehrt. Wie wir einzigartige und wankelmütige Wesen sind. Und gleichzeitig sind wir auch das Ergebnis vieler Ahnen und Ahninnen vor uns; von 13,8 Millionen Jahren Evolution des Universums und unser Leben ist voller existenzieller Konstanten: dem Kindsein, dem Lieben, dem Älterwerden und dem Sterben. Eingebettet in ein großes Ganzes, wird hier das individuelle, eigen Leben in Bezug zu etwas Größeren gesetzt.

Wenn das jugendliterarisch preisgekrönte Erfolgsduo Dita Zipfel (Text) und Rán Flygenring (Illustrationen) zusammen auf dem Sofa sitzt, kommen sie vom Detail zu den ganz großen Fragen und denken so berührend, tiefgründig und kreativ über die Welt nach, dass es eine mittlere Sensation ist. Der durchgängige Faden ist ein Kind mit seinem Kaninchen (Miss Marple!), das immer dabei ist, bis das geliebte Tier stirbt. 

„Alle Leben vor uns, mit uns und alle Leben nach uns haben einen Anfang und ein Ende. Kein Wesen lebt ewig, auch wir nicht. Und das Ende ist immer der Tod. Ich kenne nichts, was so geheimnisvoll und gleichzeitig so alltäglich ist.“ 

Das stark dialogisch angelegte Buch, das sich an ein unbestimmtes Du richtet, fungiert als eine Art Willkommens-, Abschieds- und Ratgeberbuch fürs Leben, wie wir es erfolgreich z. B. von Oliver Jeffers kennen. Aber auch alle jene, die sonst von „advice literature“ eher zurückweichen, wird die Version von Zipfel und Flygenring überzeugen.

„Der Tod geht nicht wieder weg, wenn er einmal da ist. Deswegen muss man ihn nicht lieben, aber es ist gut, wenn man in Frieden mit ihm lebt.“  

Und damit wird auch eine transzendente Dimension angesprochen, die der Tod mit sich bringt; Fragen nach dem Danach eröffnen sich durch die Lektüre ebenso wie jene nach einem guten und gelungenen Leben.

Dita Zipfel hat bereits mehrfach gezeigt, dass sie poetisch, sprachgewandt und ohne Pathos erzählen kann und die Illustratorin Rán Flygenring steht für energische und dennoch präzise Bilderwelten. So auch diesmal, wenn dreifarbige Illustrationen in Weiß, Blau und Neongelb die Komplexität unserer rhizomatischen Existenz ebenso in Szene setzen wie eines Schneemanns oder schließlich noch eine vom Text unabhängige Geschichte davon erzählen, wie der Tod des geliebten Kaninchens verarbeitet werden kann. 

Jana Sommeregger / STUBE

 

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