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Thema: Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz geht 2017
an Anna Woltz und Andrea Kluitmann

Die Autorin Anna Woltz und die deutsche Übersetzerin Andrea Kluitmann erhalten den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz für das im Carlsen Verlag erschienene Buch „Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“. Die Jury unter Vorsitz von Weihbischof Robert Brahm (Trier) hat das diesjährige Preisbuch aus 241 Titeln ausgewählt, die von 64 Verlagen eingereicht wurden. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 € wird zwischen Autorin (4.000 €) und Übersetzerin (1.000 €) aufgeteilt.

In einem gemeinsamen Festakt des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises und der STUBE, Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur der Erzdiözese Wien, die in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert, übergab der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) die Preisträgerstatuette an die Übersetzerin Andrea Kluitmann. Die Autorin Anna Woltz konnte nicht zur Preisverleihung anreisen.

 

Preisträgerin

Anna Woltz: Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte

Carlsen 2016.

Ein Tag an dem die Welt im Schnee versinkt und stehen zu bleiben scheint – draußen. Drinnen hingegen klaffen Wunden; jene, die offen liegen, aber auch jene, die tief innen bluten, ohne dass jemand von ihnen weiß. Die niederländische Autorin Anna Woltz nutzt für ihren Kinderroman die klassische Einheit von Ort und Zeit und verlegt jenen Tag im Leben der 12-jährigen Felicia, von dem sie erzählt, in ein Krankenhaus. Heute ist die Welt hier heißt es über den in sich geschlossenen Raum, der ein Ort des Unheil-Seins gleichermaßen wie des Heil-Werdens ist.

Hierher geraten Felicia und ihre neunjährige Schwester Bente, weil ihr Vater die Möglichkeiten winterlicher Fahrradtransporte überschätzt und mit dem glätteuntauglichen Fortbewegungsgerät samt Schlitten und Bente auf dem Gepäckträger ausrutscht. Mit der daraus resultierenden Notwendigkeit der Wundversorgung jedoch zeigt sich, dass in Felicias‘ Familie weit mehr in die Brüche gegangen ist als ein Zombiefinger, dem nun eine Kuppe fehlt. Die Fingerkuppe kann wieder angenäht werden; aber wie ist das mit Felicias Familie – kann auch die wiederhergestellt werden? Ist man überhaupt noch eine Familie, wenn die Eltern geschieden sind?

Nur kurze Zeit vorher haben Felicias Eltern ihren Kindern mitgeteilt, dass man einander immer verbunden sein, in Zukunft aber getrennte Wege gehen werde. Daraufhin hat Felicia ihre Eltern per Email informiert, fürderhin Fitz genannt werden zu wollen. In ihrer Erzählhaltung macht sie kein Hehl aus ihrer Wut, aber auch ihrer Enttäuschung und Ratlosigkeit. Eloquent steigt sie in die Schilderung der Ereignisse ein und erzählt unmittelbar aus ihrer Situation heraus. Anna Woltz stattet Fitz als Ich-Erzählerin dafür mit den sprachlichen Mitteln des Präsens ebenso wie mit trockenem Humor aus.

Sie positioniert sie zu Beginn des Romans als scheinbare Unheilbringerin – denn Fitz hat sich ihren Kommentar zur familiären Situation angriffslustig mit Permanentmarker ins Gesicht geschrieben. Ins Krankenhaus darf sie überhaupt nur mit, weil die Nachbarin ihr eine Tigermaske ausgeliehen hat. Während Bente im Krankenhaus als Patientin aufgenommen wird, agiert der Vater leicht panisch und die in ihren nagelneuen Joggingschuhen antrabende Mutter regelt die Dinge außerordentlich souverän. Der wilde Tiger Fitz jedoch streift durchs Krankenhaus und findet gerade hier, an einem Ort zahlreicher anonymisierter Schicksale, auf verschlungenen Wegen neu zu sich selbst.

Anna Woltz inszeniert Rituale des Übergangs und befreit dabei einzelne Biografien aus der Anonymität: Sie lässt Fitz gemeinsam mit dem unwiderstehlichen Adam sowie der schrägen Primula kleine Dummheiten zelebrieren und große Wahrheiten wie nebenbei erkennen. Denn das Gefühl des Zurückgesetzt- und Angenommen-Seins, das in unterschiedliche Varianten aufgefächert wird, birgt gerade für kindliche Leser*innen großes (emotionales) Identifikationspotential. Dabei werden einzelne Motive und Symbole in sprachlich und situativ immer neuen Variationen aufgegriffen – wie auch der titelgebende Gips. Denn Brüche müssen in Gips gelegt werden; dieser Gips wird hart und schließt sich wie ein Panzer um Wunden; er dient der Selbststärkung gleichermaßen wie der Befriedung der darunterliegenden Irritationen. Brüche heilen; und auch wenn der Knochen nicht mehr seinem Ausgangszustand entspricht, ist er dennoch wieder tragfähig: Ich fühle mich neu. Als hätte ich nicht nur einen neuen Namen, sondern auch ein neues Stück Gehirn. Und ein neues Stück Herz, stellt Fitz gegen Ende des Romans fest. Zum Gefühl des Neubeginns gehört für Fitz auch die Erfahrung, dass Idealbilder von Familie zersplittern, aber auch neue Konstellationen heilbringend sein können. Vor Gott sind 1000 Jahre wie ein Tag und für Fitz verdichtet sich in diesem Tag ein Wegstück des Erwachsenwerdens, das schmerzvoll, aber auch unendlich beglückend ist.


 

Folgende Bücher hat die Jury, der neben Weihbischof Robert Brahm (Vorsitz), Ute Auweiler (Bergisch Gladbach), Jun.-Prof. Dr. Norbert Brieden (Wuppertal), Gabriele Cramer (Münster), Cornelia Klöter (Leipzig), Bettina Kraemer (Bonn), Professor Dr. Georg Langenhorst (Augsburg), Dr. Heidi Lexe (Wien), Dr. Klara Asako Sarholz (Bottrop) und Anna Winkler-Benders (Frankfurt) angehören, auf die Empfehlungsliste 2017 gesetzt.

 

Empfehlungsliste 2017


Tamara Bach: vierzehn

Eine Krankheit, ein einsamer Sommer und jetzt: der erste Schultag. Das Leben einer Jugendlichen (codiert durch die titelgebende Altersangabe) wird erzählerisch auf grandiose Weise in einem einzelnen Tag verdichtet. Als Perspektive wird dabei das Du und damit ein Außenblick auf die Innenwelt eines Ich gewählt. Ein Du/Ich, das sich neu einrichten muss im beginnenden Schuljahr, das versucht, die Leerstellen im eigenen Leben neu zu besetzen. Ein Du/ Ich, das sich souverän durch einen Schultag bewegt, um danach durch ein blaues Zimmer vor den Kopf gestoßen zu werden. Ein Du/Ich, das mit dem Verlust von Zugehörigkeiten kämpft und dennoch nicht verloren ist: Denn da ist auch noch etwas Neues, eine Erinnerung an einen Kuss und den Geschmack von Vanilleeis.
>>>Kröte im Oktober 2016

Carlsen 2016
ab 13 Jahren

Sarah Crossan: eins

Man möchte meinen, dass es kein Thema gibt, das im Jugendbuch noch nicht behandelt wurde – bis man auf dieses Buch stößt: Die jugendliche Ich-Erzählerin und ihre Schwester sind an der Hüfte zusammengewachsen und teilen einige Organe. Sarah Crossan erzählt in freien Versen im Flattersatz, die dem Text eine enorme Dichte verleihen, über die Situation der Familie, das ständige Angestarrt- und Bemitleidet-Werden, aber auch über die innige Beziehung der beiden. Die riskante operative Trennung ist für beide keine Option – bis die Verschlechterung ihres körperlichen Zustands sie unumgänglich macht… Das besondere Thema dieses Jugendromans wurde vom Verlag auch in besonderer Buchgestaltung umgesetzt: Erst der transparente Schutzumschlag und der bedruckte Umschlag ergeben eins, die Silhouette beider Schwestern.
Aus dem Engl. v. Cordula Setsman
mixtvision 2016
ab 13 Jahren

Esther Ehrlich: Nest

Naomi „Chirp“ Orenstein liebt Vögel, sie kennt sie alle, vom Rotschulterstärling bis zur Silbermöwe, kennt ihre Gewohnheiten, ihre Vorlieben. Sie leben in den Salzmarschen und dort kommt auch Chirp zur Ruhe, kann aufatmen, fliehen vor dem Haus, in dem es plötzlich so anders ist, jetzt, da ihre Mutter nicht mehr aufstehen kann.
Chirps Mutter leidet an Multipler Sklerose, und als die ehemalige Profitänzerin beschließt, ihre Familie für immer zu verlassen, verkriecht sich Chirp in einem Nest aus Decken, Polster und Erinnerungen. Erinnerungen, die schmerzen und sie zum Schweigen bringen. Berührend erzählt die amerikanische Autorin aus Chirps Ich-Perspektive, wie diese mit ihren Gefühlen und ihrer Trauer umgeht und von ihrer zaghaften Freundschaft mit dem Nachbarsjungen Joey. Ehrlichs bildliche Sprache vermag dabei oft auszudrücken, was nicht immer gleich ausgesprochen werden kann.
Aus dem Engl. v. André Mumot
Aladin 2016
ab 11 Jahren

 

Hubert Gaisbauer, Leonora Leitl: Ein Brief für die Welt. Die Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus für Kinder erklärt

Wenn der Papst eine Enzyklika, also ein belehrendes Rundschreiben verfasst, ist das nicht unbedingt etwas, das in der Literatur, geschweige denn in der Kinderliteratur, intensiv rezipiert wird. Umso bemerkenswerter ist, dass der Journalist Hubert Gaisbauer die Umweltenzyklika „Laudato si“ für ein kindliches Lesepublikum aufbereitet hat. Er tut das in Form von 23 Briefen, gerichtet an seine Enkelin Caro: Ausgewählte Originalzitate werden dabei kommentiert und gekonnt an das Leben und den Alltag von Kindern angebunden, kurze Sachtexte ergänzen die angesprochenen Themen. Bemerkenswert sind auch die Illustrationen von Leonora Leitl, gekratzt aus schwarz gefärbten und mit Wachs überzogenen Kartonflächen: Im Wechsel aus konkreten und abstrakteren Darstellungen ermöglichen sie mit faszinierenden Farbeffekten vertiefende Zugänge zur Enzyklika.
Tyrolia 2016
ab 9 Jahren und für alle

Karin Gruß, Tobias Krejtschi. Was WÜRDEst du tun?

In konventionellen Alltagsszenarien zeigen Karin Gruß und Tobias Krejtschi, wie leicht wir Mitmenschen durch kleine Unachtsamkeiten oder Vorurteile verletzen. Die mit viel Sorgfalt komponierten Doppelseiten liefern Grundlagen für einen Dialog über Respekt und Toleranz gegenüber anderen und sind dabei besonders aktuell und gesellschaftspolitisch relevant: Ein nachlässig gekleideter Herr muss länger als alle anderen auf die Bedienung warten. Einer Frau wird von einer Partyrunde das Tuch vom Kopf gezogen. Gerade die beinahe provokant direkten Fragen sind es, die die Situation auf den Punkt bringen und den Gesprächsanstoß konkretisieren. Aber erst durch die Illustrationen erschließt sich den Betrachtenden die Situation in all ihren Verwicklungen.
Die in braunen Farbtönen gehaltenen Bilder mit orangewarmen Farbakzenten sind es, die das Unaussprechliche, Tabuisierte zur Sprache bringen.
minedition 2016
ab 6 Jahren

Stian Hole: Morkels Alphabet

Als Fortsetzung von „Annas Himmel“ kann man Stian Holes neues Bilderbuch vielleicht nicht unbedingt bezeichnen, dennoch treffen wir darin wieder auf Anna, die vor zwei Jahren ihre Mutter verloren hatte. Verlust und Trauer nehmen auch in „Morkels Alphabet“ viel Raum ein, zugleich ist die Geschichte von ungewöhnlicher Leichtigkeit geprägt. Anna findet Briefbotschaften am Acker vor ihrem Haus, die sie hoch in die Luft, in Morkels Baumhaus führen. Gemeinsam beobachten sie dort die Vögel im Himmel und sammeln Wörter. Doch plötzlich ist Morkel aus der eingefrorenen Winterlandschaft verschwunden und Anna alleine. Auch nachdem er im Frühling wieder auftaucht, bleiben die Lesenden mit Fragen zurück. Gibt es Morkel wirklich? Ist er ein Fantasiefreund, ein Vogel? Stian Hole arbeitet gezielt mit Leerstellen und verbleibt stets in Andeutungen. Seine surrealen Bildkompositionen aus Fotomontagen und fotorealistischen Zeichnungen verstärken den Eindruck des Unwirklichen.
Aus dem Norweg. v. Ina Kronenberger
Hanser 2016
ab 7 Jahren

 

Heinz Janisch, Lisbeth Zwerger: Geschichten aus der Bibel

Alt und neu, bekannt und doch anders: Das gilt für den Stoff wie für die Umsetzung dieser biblischen Geschichten, die sich an die ganze Familie richten. Denn Lisbeth Zwergers großformatige Bildtafeln erschienen bereits 2000, damals zu Texten aus der „Gute Nachricht Bibel“. Sie heben sich von dem ab, was es in anderen Bibeln zu sehen gibt: Völlig kitschfrei und ohne Rücksicht auf das Erwartbare interpretiert die Künstlerin die bekannten Geschichten neu. Der Auszug aus Ägypten etwa wird mit einem eilig hastenden Mann bebildert, in der Hand ein Koffer, am Rücken ein Rucksack und im Arm ein Baby, das sich ängstlich an ihn klammert – ein Szenario von beklemmender Aktualität. Diese Bilder, ergänzt um drei neue, erscheinen nun mit Nacherzählungen der biblischen Texte von Heinz Janisch, die poetisch und doch nah an der Vorlage gestaltet sind. Kommentare von Mathias Jeschke liefern Hinweise zu Deutung und Kontextualisierung.
NordSüd 2016
für alle

Agnès de Lestrade und Valeria Docampo: Der Bär und das Wörterglitzern

Wenn man sich die Zeit nimmt, die Dinge genau zu betrachten, lassen sich ganz an ihrem Rand außerordentliche Entdeckungen machen: glitzernde Eiszapfen, rieselnder Sand am Meer, vage Erinnerungen an Träume, Ideen, die aus der Langeweile entstehen, Stille, Kummer und Tränen, aber auch die Neugier und die Vorfreude auf unbekannte Abenteuer. Mit allen Sinnen lässt sich der blaue Bär von seinen Beobachtungen und Empfindungen anrühren und erfindet ganz neue Begriffe, um davon erzählen zu können. Auf seiner Reise zu den eigenen Grenzen bleibt er nicht für immer allein. Zu dem Ich gesellt sich ein Du, und gemeinsam fällt es leicht, über den eigenen Horizont hinauszusehen und sich auf Unbekanntes einzulassen. Auf stille Art wird Sprache lebendig und zeigt sich in ihrer buchstäblichen Vielfalt auch durch die Tatsache, dass das Bilderbuch immer wieder zwischen Hoch- und Querformat wechselt. Die vielen unverbrauchten Wortneuschöpfungen bieten dem Betrachter einen ungewohnten Zugang zu schwer benennbaren Gefühlen und Erfahrungen und haben die Kraft, diese Emotionen erlebbar zu machen. Das farbintensive Spiel mit ungewohnten Perspektiven und der Zauber der poetischen Illustrationen begleiten die wirkmächtigen Sprachbilder und laden zum Wörterträumen ein.
Aus dem Franz. v. Anne Taube
mixtvision 2015
für alle

Ingrid Olsson: Neuschnee. Erzählungen

Acht Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenwerden mit Ängsten, Wünschen und vor noch unlösbaren Schwierigkeiten stehen im Zentrum der acht Kurzgeschichten. Formal wird reduziert erzählt und dadurch phasenweise rätselhaft. Der Inhalt bleibt stets beklemmend und heftig. Das Durchdeklinieren typischer Problemthemen von Jugendbüchern wird durch die formale Gestaltung wettgemacht. Pro Seite sind es oft nur drei, vier Zeilen, mit denen erzählt wird und das Umblättern und Pausieren zwischen den Seiten lässt einen interessanten Leserhythmus entstehen und hält zu Reflexionsmomenten an. So werden althergebrachte Themen spannend neu in Szene gesetzt und zu einem mitreißenden Leseerlebnis.
Aus dem Engl. v. Cordula Setsman
mixtvision 2016
ab 16 Jahren

 

Kenneth Oppel, Jon Klassen: Das Nest

Als ich sie zum ersten Mal sah, hielt ich sie für Engel. Doch das Wesen, das dem Ich-Erzähler Steven im Traum erscheint, ist kein Engel, sondern die Wespenkönigin. Und die Hilfe, die sie seinem neugeborenen und sehr kranken Geschwisterkind anbietet, hat einen hohen Preis: Denn sie züchtet in ihrem Nest ein neues, „normales“ Baby. In den Gesprächen klingen substantielle Fragen an, die große Nähe zu höchst aktuellen medizinethischen Fragestellungen rund um Pränataldiagnostik und Fertilitätsmedizin haben. Die Illustrationen, die stark mit Hell und Dunkel arbeiten, fügen der bedrohlichen Atmosphäre des Textes noch andere Nuancen hinzu. In der Konfrontation mit der Wespenkönigin, die eines Tages kommt, um das neue Baby gegen das „Mängelexemplar“ auszutauschen, muss Steven schließlich handeln...
Dressler 2016
ab 13 Jahren

Alois Prinz: Ein lebendiges Feuer. Die Lebensgeschichte der Milena Jesenská

Behütete Prager Professorentochter, skandalumwitterte Drogenabhängige, sozial engagierte Journalistin – das sind nur einige Lebensstationen von Milena Jesenská, die oft nur wegen einer kurzen Liebesgeschichte mit Franz Kafka erwähnt wird. Alois Prinz zeichnet in gewohnt souveräner Weise den Weg einer Frau nach, die völlig unbekümmert mit gesellschaftlichen Normen brach und dafür einen hohen Preis bezahlte. Jedem Kapitel werden Zitate vorangestellt, die ein differenziertes Bild ihrer Sicht auf die Welt zeigen und über die es sich auch heute noch nachzudenken lohnt: Politische Artikel müssen geschrieben werden wie Liebesbriefe.
Beltz & Gelberg 2016
ab 16 Jahren

Francesca Sanna: Die Flucht

Das momentan in der Tagespolitik sehr präsente Thema Flucht wird hier von einer jungen Künstlerin mit einem bemerkenswerten Fokus umgesetzt: Im Zentrum ihrer Bilder, für die sie mit verschiedensten Materialien haptisch und digital experimentierte, steht stets die Stärke jener Menschen, die diesen Schritt wagen. Der Krieg, der die kindliche Erzählstimme und ihre Familie zur Flucht zwingt, wird in tiefem Schwarz dargestellt. Die Bewegung der Flucht zieht sich durch die querformatigen Doppelseiten des Bilderbuchs, ein Debut, das mit der Goldmedaille der Society of Illustrators in New York, sozusagen dem Oscar der Illustration, ausgezeichnet wurde. Auf Bilder kann man zeigen, Worte sind nur Stellvertreter hat Francesca Sanna in einem Gespräch formuliert – ihr Buch bestätigt das durch seinen gekonnten Umgang mit Bildsprache und Farbigkeit.
Aus dem Engl. v. Thomas Bodmer
NordSüd 2016
ab 5 Jahren

 

Andreas Steinhöfel: Wenn mein Mond deine Sonne wäre

Peter und der Wolf waren gestern. Heute sind es Max und sein Großvater, die zu einer Kindersuite des russischen Komponisten einen „Sommertag“ durchleben. Auf einzigartige Weise fließen dabei Text, Bild und Musik ineinander. Andreas Steinhöfel erzählt (auch als Autorenlesung auf der beigelegten CD) in kurzen Passagen von einem Tag jenseits des Altenheims, einem Tag voller Blumenwiesen und Glück. Das Innehalten und Auskosten dieser Gefühle erfolgt in doppelseitigen Buntstiftzeichnungen, zu denen per CD die Musik eingespielt wird. Der Rhythmus wird wiederum in Sprache und Dramaturgie der Geschichte aufgegriffen und dynamisiert, als Frau Schneider (dem Altersheim ebenfalls entschlüpft) zu tanzen beginnt und sich dabei sehr trompetig verhält. Mittlerweile hat Georges Bizet übernommen und die spielerische Erkundung der Welt durch Großvater und Kind fortgeführt.
Carlsen 2016
Ill. v. Nele Palmtag
Mit Hörbuch-CD und Musik
ab 8 Jahren

Elisabeth Steinkellner, Michaela Weiss: die Nacht der Falter und ich

Eine rundum gelungene Zusammenarbeit zweier junger Künstlerinnen: Mit Titeln wie „Erdbeerkiwikarussell“, „Faltherz“ oder „Mondscheinsonate“ werden behutsam nuancierte und sehr poetische Einsichten in das Innenleben eines jugendlichen (oder mehrerer jugendlicher) Ichs gegeben. Das Ich bleibt weitgehend unbestimmt: Manchmal in gebundener Sprache, manchmal in Prosaform ist zunächst unklar, ob hier ein männliches oder weibliches Ich spricht. Dieser Unbestimmtheit entspricht auch, dass die Texte nicht in den Rahmen einer durchgängigen Geschichte eingebettet sind, sondern nur lose zusammenhängen. Den elementaren Gefühlen stellt Michaela Weiss ganz reduzierte Bilder in Monotypie und Transferdruck gegenüber, die Raum für jene Unbestimmtheit lassen.
Tyrolia 2016
ab 15 Jahren

Bette Westera, Sylvia Weve: Überall & nirgends

Überall und nirgends spür ich dich. In einer Sammlung von 51 Gedichten rund um das Thema Tod findet Bette Westera vielseitige Herangehensweisen an dieses schwierige Thema. Sowohl der Inhalt, als auch die Form der Gedichte variieren sehr stark. So wird der Frage nachgegangen, ob ein Leben ohne Tod überhaupt erfüllend ist, Trauerarbeit behandelt, Einblicke in andere Kulturen geöffnet und über die (Un-)Gerechtigkeit des Todes nachgedacht. Gerade durch ihre ehrliche Direktheit regen die Gedichte zur weiteren Reflexion an. Sylvia Weves bemerkenswerte Illustrationen greifen die zum Ausdruck gebrachten Emotionen mal in abstrakter, mal in realistischer Form auf, mal in schmerzvollem Tintenstrich, mal in zärtlichen Kreidezeichnungen. In den bildlichen Überlappungen unterschiedlicher Ebenen und Gedichte hallt die Vielschichtigkeit der unterschiedlichen Perspektiven wider.
Susanna Rieder Verlag 2016
Aus dem Niederl. v. Rolf Erdorf.
für alle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 

 

 


STUBE Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur | Stephansplatz 3/II/11 | A-1010 Wien | T.: +43 1 51552-3784 | stube@stube.at oder fernkurs@stube.at