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Thema: Gute-Nacht-Bücher

 

Die Klassiker

Mira Lobe / Winfried Opgenoorth: Valerie und die Gute-Nacht-Schaukel

Valerie, die will nie abends in ihr Bett. Will noch plaudern, will noch singen, will noch auf und nieder schwingen auf dem Schaukelbrett. Viele könnten diese Verse wohl auswendig mitsprechen, denn so beginnt einer der vermutlich bekanntesten Gute-Nacht-Geschichte-Klassiker: Mira Lobes und Winfried Opgenoorths „Valerie und die Gute-Nacht-Schaukel“. Die titelgebende Gute-Nacht-Schaukel ist dabei etwas ganz Besonderes, denn sie wird zum Tor zu Valeries Fantasiewelten, in denen sie als Zirkusdirektorin Tier und Mensch in der Manege dirigiert, als Kapitänin übers Meer steuert und als Lokführerin durch die Welt saust. Um ihre Fantasiegeschichten aufleben zu lassen, braucht es nichts mehr als diese Schaukel – und natürlich die passende Kopfbedeckung, vom Turban bis zur Zipfelmütze. In den farbenfrohen Illustrationen mit Wimmelcharakter gehen dabei Kinderzimmer und Fantasiewelten ineinander über: Das Gitterbett wird zum Bauernhaus, das Schaukelpferd steht neben dem Waldhasen. Als am Ende die Welt bereist und alle Abenteuer bestritten sind, geht es wieder zurück ins Kinderzimmer, wo der Vater schon mehrmals zum Schlafengehen gemahnt hat und am Ende, als Valerie ruhig in ihrem Gitterbett liegt, erleichtert seufzt: Na, endlich! Valeriechen, gute Nacht!
Jungbrunnen 1981.
30 S.

Peggy Rathmann: Gute Nacht, Gorilla!

Ein US-amerikanischer Klassiker des Pappbilderbuchs, der mit schlichten Bildern und wenig Text eine simple Geschichte erzählt: Als der Tierwärter auf seiner abendlichen Runde den Tieren im Zoo Gute Nacht sagt, stibitzt sich der Gorilla seinen Schlüsselbund, entwischt aus dem Käfig und befreit die anderen Tiere, woraufhin alle heimlich dem Wärter in sein Haus folgen und es sich (von ihm unbemerkt) in seinem Schlafzimmer gemütlich machen. Dramaturgischer Höhepunkt ist eine völlig schwarze Doppelseite, auf der nur ein Augenpaar zu sehen ist – jenes der Frau des Tierwärters, die realisiert, dass da noch jede Menge andere Wesen in ihrem Schlafzimmer sind. Resolut sorgt sie dafür, dass die Tiere wieder in ihre Käfige zurückwandern: Bis auf den subversiven Gorilla und die Maus, die aus unerfindlichen Gründen an einem Bindfaden eine Banane hinter sich herzieht. Die beiden werden übrigens in Peggy Rathmanns genialem Nacht-Bilderbuch „Noch zehn Minuten, dann ab ins Bett“ im Bild zitiert. Dem Anspielungsreichtum aber noch nicht genug, kann – wer ganz genau hinschaut – auf einem Familienfoto im nächtlichen Zimmer erkennen, dass das Gorillakind eigentlich gar nicht im Zoo, sondern bei Familie Tierwärter wohnt.      
Moritz 2014. 
34 S.


Einschlafen leicht gemacht?

Jörg Mühle: Nur noch kurz die Ohren kraulen?

„Social reading“ und interaktive Kinderbücher liegen im Trend. Neben der elektronischen Interaktivität entwickelt sich zusehends auch eine rein haptische Form des Mitmachens, die bereits die Kleinsten zum Vorantreiben der Handlung und zum Be-Greifen des Mediums Buch einlädt. Es wird geschüttelt, geklopft, umgedreht oder – wie in diesem Fall – gestreichelt. Aber wer wird denn hier gestreichelt? Ein Hasenkind, das schon auf dem Cover dieses Pappbilderbuches die entscheidende Leitfrage stellt: Nur noch kurz die Ohren kraulen? Will man der Aufforderung folgen (und ja – man will), stellt sich heraus, dass der Weg zum Schlafengehen doch ein bisschen länger ist. Hasenkind muss sich noch umziehen, der Polster muss noch zurechtgeklopft und die Bettdecke gerichtet werden. Seite für Seite können kleine Betrachter*innen das Geschehen vorantreiben: Die Zähne sind geputzt. Der Schlafanzug liegt bereit. Klatsch in die Hände – schon hat es ihn an, heißt es da, oder: Super! Jetzt kann Hasenkind ins Bett! Sag Simsalabim – schwupps liegt es drin. Mit verschiedenen Aktionsaufforderungen wird der Weg vom Bad zum Schlaf geebnet. Die niedliche Hauptfigur und die warmen Hintergrundfarben in Pastell schaffen eine wohlige Atmosphäre, die die Sehnsucht nach dem eigenen Bett weckt.    
Moritz 2015.
22 S. 

Bianca Schulze / Samara Hardy: Nicht den Drachen wecken

Pst! Sei ganz leise. Das UNgezogenste Drachenmädchen ist endlich eingeschlafen. Es aufzuwecken, wäre fatal. Nicht nur beim Umblättern sollen die Leser*innen von Bianca Schulzes und Samara Hardys „Nicht den Drachen wecken“ daher achtgeben, möglichst leise und vorsichtig zu sein, sondern sie sollen auch dem Drachen die Schuppen streicheln und ihm ein Wiegenlied singen. Aber es hilft alles nichts: Das Drachenmädchen ist aufgewacht. In den farbenfrohen Illustrationen mit Wimmelcharakter kann man Seite für Seite die Versuche der Ritter und Hofdamen mitverfolgen, die Drachendame wieder zum Schlafen zu bringen – und auch selbst dabei helfen, indem man ihr beispielsweise ein Schlaflied singt. Am Ende hat es geklappt: Hurra! Und jetzt leg den Kopf auf dein Kissen. Deck dich zu. Dann schließ das Buch sehr behutsam. Und ganz, ganz wichtig … nicht den Drachen wecken! In diesem Sinne: Scrollen Sie vorsichtig in der Buchliste hinunter, Sie wollen ja nicht die Drachendame wecken …
Oetinger 2021.
37 S.


Verzögerungstaktiken

Emily Gravett: Noch mal! 

Was für Vorlesende normalerweise ein Kompliment ist, wird der Drachen-Elternfigur irgendwann zu viel: Nochmal! fordert das kleine Drachenkind unerbittlich nach jedem Lesen der Gute-Nacht-Geschichte von Chlodwig, dem Drachen. Chlodwig, der Drache, leuchtet rot wie Feuer. Zu Bett zu gehen war ihm schon immer schrecklich ungeheuer, heißt es zu Beginn der Erzählung. Mit jedem Mal Vorlesen wird nicht etwa das Drachenkind, dafür aber der Eltern-Drache immer müder und erschöpfter und die Geschichte – diesem Gemütszustand angepasst – immer kürzer und harmloser, denn der furchteinflößende Chlodwig aus der Gute-Nacht-Geschichte will mittlerweile selbst ins Bett. Ein Umstand, der dem Drachenkind so gar nicht gefällt: Schlussendlich fällt das Vorlesebuch der Wut des feuerspeienden kleinen Drachen zum Opfer. Wie in allen Bilderbüchern von Emily Gravett wird dabei lustvoll mit Medialität und Materialität des Buches gespielt – bis hin zu einem durchgestanzten Buchumschlag, der wortwörtlich das Loch greifbar macht, das das wütende Drachenkind in sein Vorlesebuch speit, und zu einer Prinzessin, die sich aus dem Buch auf den Sammelplatz für Prinzessinnen und Drachen flüchtet …  
Aus d. Engl. v. Uwe-Michael Gutzschhahn.
Sauerländer 2015.
32 S.

Peggy Rathmann: Noch 10 Minuten, dann ab ins Bett

Eltern sollen mitunter an der Aufgabe, ihre Kinder ins Bett zu bringen, verzweifelt sein. Der Vater in Peggy Rathmanns Bilderbuch steht dieser Aufgabe jedoch völlig gelassen gegenüber. Zufrieden liest er die Zeitung während der Countdown läuft: Noch 10 Minuten, dann ab ins Bett. Kein Gezeter setzt ein, keine Verhandlungsrunden werden ausgerufen. Vielmehr stellt sich heraus, dass dieses tägliche Ritual für Hamster höchst spannend ist: Sie können die „10-Minuten-ins-Bett-geh-Tour“ buchen und finden dabei – massenhaft angereist – großen Spaß. Und wahrlich, die letzten 10 Minuten des kleinen Jungen sind das reinste Spektakel für die kleinen Tourist*innen Die Wohnung wird zum Erlebnispark, kaum mehr ein Eck, in dem sich nicht ein Hamster tummelt. Gespielt wird dabei auch mit der Metafiktion, denn die Gute-Nacht-Geschichte, die der kleine Junge abends vor dem Schlafen liest, ist Peggy Rathmanns „Noch 10 Minuten, dann ab ins Bett“. Aber nicht nur dieses Detail macht dieses Bilderbuch zu etwas ganz Besonderem: In die knalligen, übervollen Wimmelbilder wurden massenhaft komische Details gefügt. Und es ist kaum möglich, sich daran satt zu sehen … und einfach schlafen zu gehen.     
Gerstenberg 2003.
41 S.

 

Ente, Schwein & Gute Nacht

Jory John / Benji Davies: Du schon wieder

Es ist Abend. Zeit, ins Bett zu gehen. Zeit, ins Bett zu gehen? Nicht mit der Ente als Nachbarin. Das muss auch der Bär zu seinem Leidwesen feststellen, denn während er friedlich zu schlummern versucht, klopft die Ente an seine Türe: Hellwach und aufgeputscht von der Lektüre des Buches „101 Wege, wach zu bleiben“ zischt sie durch sein Haus, denn es gibt so viel, was man zu dieser Zeit noch miteinander unternehmen könnte – zum Beispiel Kekse backen oder etwas spielen. Oder auch: Dem Bären gehörig auf die Nerven gehen. Vor türkisem Hintergrund werden kleine, karikierende Szenen in den Bildraum gestellt, die zeigen, wie wunderbar es die hyperaktive Ente finden würde, jetzt Karten zu spielen, eine Band zu gründen oder Smoothies zu mixen. Der Bär wimmelt sie übermüdet ab und wirkt schon reichlich erschöpft, als die Ente erneut bei ihm auftaucht. Da hilft nur ein Machtwort! Doch wem nützt es am Ende? Denn was witzig begonnen hat und sich lustvoll steigert, muss natürlich auf eine entsprechende Schlusspointe hinauslaufen. Und wer wollte gerade nochmal schlafen gehen?
Aus d. Amerikan. v. Ebi Naumann.
Aladin 2019.
32 S.

Ian Falconer: Olivia und das verlorene Kuscheltier

Geheimnisse und Rätsel klären sich – wie könnte es anders sein? – meist nachts auf, wenn alles dunkel und gruselig ist. So auch in diesem Bilderbuch von Ian Falconer, in dem der aller-allerliebste Schnuffel der Welt, das Stofftier von Schweinchen Olivia, plötzlich – von der einen Seite zur nächsten – aus dem Bett verschwunden ist. Damit kann das Drama beginnen: Das Stofftier ist nicht unter dem Teppich, und auch nicht unter dem Sofa, und auch nicht unter der Katze. Auf ihrer Suche darf man Olivia folgen – durch erneut mit viel Bildwitz gestaltete Illustrationen, wie sie für die „Olivia“-Bilderbuchreihe von Ian Falconer typisch sind. Gestaltet sind die Bilder wie gehabt in Schwarz-Weiß mit roter und – erstmals in dieser Buchreihe – grüner Schmuckfarbe. Olivias rot-weiß-gestreifter Pyjama ist es auch, der in jener dunklen Nacht besonders hervorsticht, in der sich das Rätsel um den verschwundenen Schnuffel endlich aufklärt: In einem gewitterumtobten Gruselambiente wirft der*die Schnuffel-Dieb*in einen furchteinflößenden Schatten an die Wand. Aber um herauszufinden, wer denn nun der*die Täter*in ist, muss erst noch die Doppelseite ausgeklappt werden … Ein weiterer unterhaltsamer „Olivia“-Band, für Liebhaber*innen des exaltierten Schweinemädchens ebenso wie für alle, denen die wunderbare Erstbegegnung noch bevorsteht!
Oetinger 2004.
28 S.


Von Nacht-Monstern und Drachen

Moni Port: Es gibt keine Kinder! Eine Gute-Nacht-Geschichte

Aber Mausezahn, ich hab dir doch schon hundertmal gesagt: Es gibt keine Monster! In ihrer etwas anderen Gute-Nacht-Geschichte legt Moni Port diese kindliche Angst vor Monstern unter dem Bett auf die Perspektive eines Monsterkindes um. Dabei bespielen Monster und Kinder abwechselnd den hermetischen Raum des Kinderzimmers, in dem die Geschichte verortet ist: Während die Monster tags schlafen und nachts wachen, ist es bei dem Menschenkind – bekanntermaßen – genau umgekehrt. Das Monster, illustratorisch als schwarzer Schatten dargestellt, wird damit zu einem beständigen Lebens-„Gefährten“ des Kindes, der gutmütig unter dem Hochbett schläft und sich beruhigenderweise ebenso vor Kindern fürchtet wie umgekehrt. Aber die Monstermutter kann das Monsterkind auf die gleiche Weise beruhigen wie zuvor die Menschenmutter ihr Menschenkind: Aber Liebelein, … ich hab dir doch schon hundertmal gesagt: Es gibt keine Kinder! Fazit: Eine Gute-Nacht-Geschichte einmal anders.
Klett Kinderbuch 2014.
24 S.

Jean-Luc-Englebert: Heute bin ich Ritterin

Ein Mädchen, das vor dem Schlafengehen eine ordentliche Gute-Nacht-Geschichte einfordert, und ein überforderter Papa: Er schlägt eine Prinzessinnengeschichte vor (In einem rosa Kleid? Igitt!) und eine Hexengeschichte (Ach Papa! Wirklich!), aber erst, als er seine Tochter zur Ritterin macht, ist sie mit der Auswahl zufrieden. Doch das Mädchen verhält sich als Hauptfigur ihrer Geschichte nicht lange passiv: Immer wieder unterbricht sie, verändert den Plot, korrigiert ihren Vater. Bis sie ihn schließlich selbst in die Geschichte mit hereinholt: Du nimmst mein Schwert. Und während du die Wachen ablenkst, kann ich entkommen. Schließlich haben wir schon einmal einen Drachen besiegt, Papa! Das konsequent Dialogische zwischen Vater und Tochter, das durch unterschiedliche Schriftfarben markiert wird, überzeugt ebenso wie die humorvollen, ganzseitig gestalteten Illustrationen. Eine wunderbare Gute-Nacht-Geschichte – nicht nur für Väter und Töchter!          
Aus d. Franz. v. Alexander Potyka.
Picus 2015.
32 S.


Alternativen zum Schäfchenzählen

Linda Wolfsgruber: Das Nacht-ABC

Abends wenn die Lichter angehen… werden nicht nur in den
B
etten Gute-Nacht-Geschichten erzählt, sondern draußen fliegt auch Conrad, der Leuchtkäfer, durch die Dunkelheit. Und damit nicht genug: Seite für Seite, Buchstabe für Buchstabe schreitet Linda Wolfsgrubers „Nacht-ABC“ voran in die Welt der Träume, Sterne und Schlafwandler*innen. Dabei gibt es viel zu entdecken, denn zu jedem Buchstaben kann man eine Collage an Nachtwesen – von G wie Gespensterfamilie bis N wie Nachtschwärmer und darüber hinaus – bewundern. Und mit jedem Umblättern kommt man dem M wie Morgen und dem W wie Weckruf näher. Aber zum Glück ist die Nacht lang und bietet viel Zeit, um in Ruhe die wunderschönen Gute-Nacht-Collagen dieses ABC-Buchs zu bestaunen, in dem nicht nur mit verschiedenen Gute-Nacht-Motiven, sondern auch mit Sprache gespielt wird. Fazit: Schäfchen zählen war gestern, heute wird zum Einschlafen mit Buchstaben hantiert.        
Sauerländer 2006.
22 S.  

Nadia Budde: Flosse, Fell und Federbett

Schäfchen zählen war einmal. Heute werden andere Tierchen gezählt, wenn man nicht einschlafen kann. Gezählt? Nein, nicht nur: Um einzuschlafen, kann man genauso gut mit Hummeln schummeln, mit Motten trotten oder mit Hasen rasen. So fordert der Teddy in Nadia Buddes Pappbilderbuch „Flosse, Fell und Federbett“ zur Erprobung kurioser Alternativen des Schäfchen-Zählens. Schier grenzenlos erscheint dabei die Lust, für noch mehr Tiere noch mehr Reime zu finden und dabei immer ungewöhnlichere (Bild-)Situationen zu entwerfen. Und das, obwohl Nadja Budde wie immer mit einfachsten Mitteln arbeitet: Sie arrangiert ihre stark karikierend dargestellten Figuren vor flächigem Farbhintergrund und unterstreicht die Kuriosität ihrer Grüppchen durch die Grimassen, die ihre Viecher ziehen. Dieserart finden denn endlich auch Motten, Schaben, Muscheln und Meisen Eingang ins selige Träumesüß der schlafwilligen Menschenfigur, die sich von der vorgeführten Arten- und Beschäftigungsvielfalt reichlich begeistert zeigt. Vorerst …           
Peter Hammer 2004.
14 S.


Für Schlaflose – und die, die es nicht sein wollen

Moni Port: Das schlaflose Buch

Wer kennt das nicht? Man will einschlafen und die Gedanken hüpfen von Ast zu Ast, vom Hölzchen aufs Stöckchen – kurz und knapp: Eine Kette von Assoziationen fließt durch den Kopf und hält einen wach. So passiert es auch der kindlichen Erzählerin in Moni Ports „Das schlaflose Buch“: Sie schweift gedanklich von einem Glas Wasser zum Meer, zum größten Tier im Meer (dem Blauwal natürlich!), dann zum größten Tier an Land, dem Elefanten, dessen Herz so groß ist wie der VW-Käfer, der wiederum seinen Namen von einem Insekt hat … Und so wandern die Gedanken vom Hundertsten ins Tausendste und vom Tausendsten ins Hundertste. In Moni Ports Bilderbuch kann man aber nicht nur dieser Gedankenkette folgen, sondern auch ziemlich viel lernen. Wer wüsste schon, dass die Freiheitsstatue Schuhgröße 1220 hat, wenn er oder sie vor dem Einschlafen nicht dieses Buch gelesen hätte? Verknüpft sind diese Fakten mit den großen Fragen des Lebens: Was ist das Wertvollste auf der Welt? Glück? Gesundheit? Liebe? Bin ich frei? Wieso sind manche Menschen arm und andere reich? Seite für Seite wandert man in diesem Bilderbuch von Frage zu Frage, von Gedanke zu Gedanke. Am Ende schließt sich der Kreis, wenn man wieder zurück zu dem Glas Wasser kehrt, das dieses Assoziationsspiel ausgelöst hat – und dann endlich einschlafen kann. Ein Buchtipp nicht nur für Schlaflose.
Klett Kinderbuch 2018.
103 S.

Kitty Crowther: Kleine Gute-Nachtgeschichten

Einschlafen im pinken Sternenlicht: Während die Sterne am Himmel funkeln und das Schlafzimmer in rosarote Töne tauchen, bittet der kleine Bär seine Bären-Mutter um drei Gute-Nacht-Geschichten, damit er besser einschlafen kann. Und diese Bitte wird erfüllt: Erzählt wird in Bild und Text von einer magischen Nachtwächterin mit langem, fließendem Haar, die den Gute-Nacht-Gong – auch für sich selbst – schlägt; von der kleinen Zora, die nachts eine Fledermaus trifft; von einem Mann im Mantel, der eines Nachts einen Waldspaziergang macht. All diese Figuren haben drei Dinge gemeinsam: Erstens, sie können zunächst nicht einschlafen. Zweitens, am Ende der Geschichten schlummern sie friedlich. Drittens, vor dem Einschlafen wandern sie durch eine nächtliche Welt, die einen besonderen Charme ausstrahlt: Mit feinen Farbstiftstrichen skizziert, durchflutet von Pinktönen ist dieses Gute-Nacht-Geschichten-Bilderbuch von Kitty Crowther nicht nur eine gute Einschlafgeschichte, sondern auch ein kleines Kunstwerk – das man ebenso gut lesen kann, ohne danach einschlummern zu wollen. Gespielt wird dabei auch mit den unterschiedlichen Erzählebenen, denn als der kleine Bär nach den fertig erzählten Gute-Nacht-Geschichten alleine einschlafen soll, tummeln sich die drei Figuren aus der Erzählung in seinem Zimmer, legen sich zu ihm und schlafen im pinken Sternenlicht beruhigt zusammen ein …
Aus d. Franz. v. Tobias Scheffel.
Kunstmann 2021.
71 S.


Wundersame (Gute) Nacht-Wesen

Jutta Richter / Aljoscha Blau: Abends will ich schlafen gehen. Ein Gutenachtbuch für alle, die nicht einschlafen können

In fragiler Handschrift werden die 14 Engel in „Abends will ich schlafen gehen“ durch das titelgebende Gutenachtgedicht eingeführt, das der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“ von Achim von Arnim und Clemens Brentano entstammt. Die zarten Engelwesen werden in diesem besonderen Gute-Nacht-Buch in 14 Figurationen überführt, die die Geschichte vom schlaflosen Kind und vom schlaflosen Mann rahmen. Da gibt es den Neinengel, der uns Mut macht für ein Nein, die Möwenengel, die zum Beschützen der Kinder da sind, den Engel der Langsamkeit, der immer für dich Zeit hat … Aljoscha Blau setzt die ätherischen Wesen ins Bild – in einmal bestimmter, dann wieder ganz zurückgenommener Farbigkeit, stets aber als scheinbare Abgesandte der feinstofflichen Welt der Märchen und (modernen) Mythen. Am Ende ist es das Erzählen von Geschichten über diese mystischen Wesen, das das schlaflose Kind und den schlaflosen Mann in die Träume geleitet …      
Hanser 2014.
30 S.

Jens Rassmus: Das Nacht-Tier

Ich lag im Bett und schlief nicht ein / war noch hellwach und ganz allein / Da plötzlich war an meiner Tür / ein Schatten erst / - und dann ein Tier. Das Nacht-Tier, das vorsichtig das Zimmer des Jungen betritt, ist aber keineswegs ein Monster aus einem Albtraum. Mit seinem großen, blauen Wuschelkopf und den Kulleraugen ist es vielmehr das lebendig gewordene Lieblingskuscheltier, über das sich der Ich-Erzähler in Jens Rassmus’ Bilderbuch freuen darf. Und brav ist dieses Wesen noch dazu, denn es gehorcht allen Anweisungen des Jungen: Ich sagte flieg! / Das Nacht-Tier flog! Und so trägt ihn das blaue Wuscheltier durch eine Nachtlandschaft aus Städten, Hügeln, Seen und Bergen, die farblich in hellen Blau-Grün-Tönen gehalten ist. Erzählt wird diese Reise in Reimen und phantasievollen Illustrationen, die eine friedliche und traumhafte Atmosphäre erzeugen – bis es wieder zurück ins Bett geht, wo das Nacht-Tier schrumpft und sich zu dem Jungen ins Bett kuschelt. Und nun ist es der Junge, der dem Nacht-Tier gehorcht: Es sagte schlaf / Und ich schlief ein.
Nilpferd 2018.
35 S.


Für besondere Abende

Michael Roher: … 6, 7, 8, Gute Nacht

Hast du gewusst, dass auf dem Mond ein Herr mit Namen Juri wohnt? Nicht? Dann wird es Zeit, sich von Michael Roher in Sachen Mann im Mond, Gute-Nacht-Verse und Schlafengehbilder auf die Sprünge helfen zu lassen. Vieles wurde über diese Thematik schon erdichtet und gezeichnet und trotzdem erscheint auf jeder Seite dieses in ruhigen Grau- und Brauntönen erzählten Bilderbuches alles neu: Das Wildschwein Margareth spaziert in rotem Rüschenröckchen durch Träume, Sternschnuppen erfüllen Elefanten Wünsche und Fischers Fritz flitzt wie der Blitz durch Unterseewelten. Statt den altbekannten Schäfchen, die man bekanntlich zählen soll, um besser einschlafen zu können, begegnet man in Michael Rohers Gute-Nacht-Geschichten-Kunstwerk einem verzauberten Reh, einer guten Fee und wunderschön collagierten Schlüsselblumenblüten, die dem Bilderbuch mit ihrer Goldfarbe das letzte (Farb-)Tüpfelchen auf dem i geben. Die stimmige Symbiose zwischen gereimten Einschlafversen und den gezeichnet-collagierten Bildern verleitet zu traumhaft freien Assoziationen und zum langen Schlafen: Ach, der schlummert tief und fest / im wohlig warmen Zwergennest / hinter Blättern gut verborgen / und wünscht erst mittags: Guten Morgen!          
Luftschacht 2011.
24 S.

Wolf Erlbruch: Nachts

Es ist überhaupt nichts los in der Nacht, versichert der Vater seinem neugierigen, unternehmungslustigen und – vor allem – wachen Sohn. Aber es bleibt nicht bei dieser Behauptung, denn der Junge lässt sich nicht so einfach überzeugen. Und so nimmt ihn der Vater an der Hand und wandert mit ihm durch die nächtliche Welt, in der – aus der Sicht des Vaters – alles und jede*r zur Ruhe gekommen ist. Während der gesamte Schrifttext ausschließlich dieser Erwartungshaltung des schlaftrunkenen Vaters folgt, schlagen die grandiosen, furiosen Wahrnehmungen des Sohnes in den Illustrationen phantastische Kapriolen: Eine überdimensional große Mickey Mouse fliegt über den nächtlichen Himmel, ein Riesenaffe nimmt den Jungen grinsend an der Hand, ein Riesendackel stellt sich als Brücke zur Verfügung … Im Stilmittel der Collage überlappen sich dabei die Wahrnehmungsebenen. Und aus diesem Wunderland der Nacht wirft Alice einen kleinen roten Ball in die Hände des Jungen, den er – still vergnügt grinsend – gegen die väterliche Wirklichkeit sein Eigen nennt. Am Ende ist eines klar: Die nächtliche Welt ist alles andere als einfach nur dunkel. Sonst nichts.
Peter Hammer 1999. 
24 S.


 

 


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