Pseudo-familientherapeutische Aufarbeitung
Lektüreeindrücke von "Harry Potter und der Halbblutprinz" von Kathrin Wexberg
Ich kann es nicht wirklich festmachen, woran es lag, dass sich bei diesem Harry Potter das Lesevergnügen erst recht spät einstellen mochte. Ob es damit zu tun hatte, dass mir "Der Standard" bereits vorab verraten hatte, welche Hauptperson stirbt? Oder damit, dass ich davor den neuen John Irving gelesen hatte, dessen Handlung mich, obwohl weit weniger dramatisch, deutlich mehr fasziniert hat? Sehr gestört hat mich diese pseudo-familientherapeutische Aufarbeitung von Voldemorts Vergangenheit - Voldemort ist also so böse geworden, weil er ein armes Waisenkind ist. Aha. Erst das finale Showdown fand ich dann dramaturgisch sehr gekonnt angelegt und wirklich spannend. Ganz zu schweigen natürlich von den unzähligen Fragen, wie sich all diese Verwicklungen in Band 7 schließlich in Wohlgefallen auflösen werden - oder?
Kathrin Wexberg ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der STUBE und Betreuerin der TeilnehmerInnen am Fernkurs Kinder- und Jugendliteratur
