Aus d. Poln. v. Dorothea Traupe.
Gerstenberg 2022.
69 S.

Agata Loth-Ignaciuk und Bartlomiej Ignaciuk: Ins ewige Eis!

Der Nordpol befindet sich in der Arktis. Um ihn zu Fuß zu erreichen, muss man fast 1000 Kilometer über das Packeis laufen, das den Arktischen Ozean wie ein riesiger, brüchiger Eispanzer bedeckt. Durch eisige Kälte, oft mit starkem Wind und schlechter Sicht. Das ist kein einfacher, flacher Weg. Die Eisflächen sind in ständiger Bewegung und verändern sich unter dem Einfluss von Temperatur und Wind von Tag zu Tag – fast wie ein lebendiges Wesen.

Eindrücklich, unbeständig und erbarmungslos zeigt sich die arktische Natur aus menschlicher Sicht, wie hier in Agata Loth-Ignaciuks und Bartłomiej Ignaciuks Aufarbeitung der Expeditionen des polnischen Polarforschers Marek Kamiński. Sich extremen Wetterphänomenen und körperlichen Grenzerfahrungen zu stellen, unwirtliche Landschaften oder die höchsten Berge zu bezwingen sind Herausforderungen, die seit Jahrhunderten menschliche Fantasie und Kampfgeist beflügeln. Die Reise zu den Polkappen bildet dabei ein besonderes Faszinosum. Was Marek Kamiński in diesem Zusammenhang auszeichnet: Als einer der ersten Menschen schaffte er es 1995 ohne externe Hilfe, in einem Jahr beide Pole zu Fuß zu erreichen. „Ins ewige Eis!“ zeichnet dieses Unterfangen auf illustratorisch wie narrativ beeindruckende Art und Weise nach.

Das Sachbuch funktioniert erzählerisch auf zwei Ebenen. Im Zentrum steht selbstverständlich Marek Kamińskis Werdegang, der vom Jungen mit dem Traum, die Welt zu bereisen, bis zu seinen geglückten Polarexpeditionen wie eine mitreißende Abenteuergeschichte inszeniert wird. Unaufdringliche Textblöcke in zwei Spalten werden mit Illustrationen verknüpft, die Gelesenes abbilden und teilweise weitererzählen. Dabei ändert sich schon einmal das Format: So wechselt das Buch an besonders spannungsreichen Stellen in Darstellungsweisen des Comics oder besticht mit farbintensiven, ganzseitigen Bildern. Zu dieser biografischen Ebene kommt eine zweite, die informativ ganz grundsätzliches Wissen über die Pole, deren Fauna und Flora, die Organisation und Navigation von Polarexpeditionen oder die dabei wirkenden physikalischen Kräfte mitliefert. Zum Beispiel: Wer hätte gewusst, dass die Eisdrift Wandernde immer wieder unmerklich von ihrem Ziel entfernt und diese somit weit mehr Kilometer zurücklegen müssen, als auf den ersten Blick angenommen? Erst durch die Kombination aus persönlicher Geschichte und informativer Sachebene wird die unglaubliche Leistung deutlich, die solche Expeditionen dem menschlichen Körper abverlangen.

Was diesen Band aber besonders auszeichnet, sind die einnehmenden Illustrationen von Bartłomiej Ignaciuk. Der bildende Künstler und Regisseur arbeitet (wie schon im vorangegangenen Projekt „14 000 Meilen über das Meer“ zur Atlantik-Überquerung von Aleksander Doba in einem Kajak) mit der sogenannten Scratchboard-Technik – einer Form des Gravierens, bei der dunkle Farbe abgekratzt wird, was darunterliegende farbige Schichten freilegt. Die filigranen und in ihrem unregelmäßigen Strich trotzdem roh wirkenden Illustrationen inszenieren schonungslos die extremen Bedingungen, unter denen Kamiński seine Expeditionen durchgeführt hat und lassen dennoch die faszinierende Schönheit der Eislandschaften erahnen. Bewusst gewählt ist mit den Komplementärfarben Blaugrün und Rotorange auch die Farbgebung, die die entgegengesetzten Pole – und damit die beeindruckende Leistung des Forschers – mit in jedes Bild nimmt. Ein besonderer Lesegenuss, nicht nur für angehende Polarforscher*innen und Extremsportler*innen!

LESEN – SPRECHEN – TUN

LESEN – Durch die direkte Ansprache der Leser*innen per Du und die erzählerisch spannend gestaltete Umsetzung lässt sich das Sachbuch nicht nur wunderbar selbst, sondern auch vorlesen. Die unterschiedlichen Text-Bild-Kombinationen und kurzen Comicpassagen regen dazu an, genau hinzuschauen und sich auf vielfältige Darstellungsweisen einzulassen.

SPRECHEN – Ausgangspunkte für eine Anschlusskommunikation finden sich zahlreich: Seien es die physikalischen Grundlagen, die erklärten biologischen Prozesse, die Funktionsweisen der technischen Geräte, die zum Einsatz kommen, oder die enorme psychische und körperliche Belastung, die Polarexpeditionen mit sich bringen. Und selbstverständlich kann auch auf die Arktis und Antarktis als Lebensräume und Ökosysteme eingegangen werden, was sich als Überleitung zum Sprechen über den Klimawandel anbietet.

TUN – Eben kurz einmal an die Polkappen zu reisen, wird sich für die meisten Leser*innen wahrscheinlich nicht machen lassen; trotzdem bietet sich in der Arbeit mit dem Buch auch einiges Praktisches an. So kann etwa überlegt werden: Welche Gegenstände würde jede*r Einzelne auf eine Expedition mitnehmen und wie schwer wären sie in Summe? Außerdem bietet sich an, das ARGOS-System auszuprobieren, einen aus Nullen und Einsen bestehenden Code, über den Marek Kamiński und sein Partner Wojtek Moskal mit der Basis Resolute Bay kommuniziert haben. Und wer sich künstlerisch betätigen möchte, kann es Bartłomiej Ignaciuk gleichtun: Mit Wachsmalkreiden oder Ähnlichem lässt sich die Scratchboard-Technik ganz einfach und unkompliziert zu Hause nachmachen.

 

Sarah Auer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aus d. Engl. v.Stefane Ochel.
Insel 2022.
64 S.

Graig Caudill und Carrie Shryock: Die verborgenen Zeichen der Natur.

Naturlieb zu sein und sich gerne im Grünen aufzuhalten sind Eigenschaften, die trotz (oder gerade wegen) der rasch voranschreitenden Technologisierung unseres Alltags viele Menschen teilen. Aber was ist die Natur dann eigentlich für uns? Eine schöne Kulisse, die wir wie ein Kunstmuseum voller faszinierender aber uns doch irgendwie fremder Ausstellungsstücke durchschreiten? Oder nur eine Erweiterung unseres eigenen Raums, in den sich hin und wieder überraschend ein Tier verirrt? Die Natur zu schätzen ist eine Sache, aber sie lesen und (zumindest in Ansätzen) verstehen zu können eine ganz andere. Genau diese Fähigkeit hat der US-amerikanische Autor und Podcaster Craig Caudill zu seinem Beruf gemacht. Normalerweise vermittelt er sein Wissen in Kursen draußen in der Natur Kentuckys, jetzt aber hat er gemeinsam mit der Illustratorin Carrie Shyrock ein Buch zu ebendiesem Thema produziert; es soll den Leser*innen helfen, aufmerksamer durch die Tier- und Pflanzenwelt zu gehen. Die Prämisse dabei lautet: Naturkundlerinnen und Naturkundler können heute auf viele Geräte zurückgreifen, aber die wichtigsten Instrumente haben sie immer dabei – ihre Sinne.

Die ersten Seiten sind darum eine Art Einführung: Worauf müssen wir achten, wenn wir draußen unterwegs sind und die titelgebenden verborgenen Zeichen der Natur deuten möchten? Sehen, Tasten, Riechen und Hören bekommen hier ganz dezidiert Werkzeugcharakter zugesprochen – und dann geht die Reise los. Lokal beschränkt sich das Sachbilderbuch nicht auf die Herkunft seiner Macher*innen, sondern nimmt seine Leser*innen auf eine Reise um den Globus mit. Mit jeder Doppelseite wird ein anderer Ort bereist, vom Stadtrand Mumbais nach einem Regenschauer (Was sagt uns eigentlich die Anzahl der Pfützen über die Himmelsrichtungen?) über einen englischen Garten in der Morgendämmerung (Und wie verändert sich das morgendliche Vogelgezwitscher mit den Jahreszeiten?) bis ins abgelegene Northern Territory Australiens, das die idealen Bedingungen zur Beobachtung des Nachthimmels bietet.

Die Illustrationen setzen farbenfroh die Fauna und Flora der jeweiligen Orte in Szene, die meisten gegebenen Tipps sind hingegen ortsunabhängig – aber selbstverständlich je nach Wetter und Jahreszeit – anwendbar. Als Begleiter*innen sind den Leser*innen zwei Kinder zur Seite gestellt, die bildlich in die Tat umsetzen, was in den Texten nur beschrieben wird. Schön ist in diesem Zusammenhang auch, dass das Sachbuch zwar zahlreiche Hinweise und Handlungsanleitungen gibt, auf zu umfangreiche Textblöcke aber verzichtet. Die Informationen sind in kleineren Textfeldern auf den Illustrationen jeweils dort zu sehen, wo sie relevant sind. Das ermöglicht auch jungen und vielleicht noch ungeübteren Leser*innen, das Buch für sich zu nutzen.

LESEN – SPRECHEN – TUN

LESEN – Die kurzen, prägnanten Textpassagen sind leicht zu verdauen und bieten außerdem die Möglichkeit zur bewussten Auslassung: Informationen müssen durch die thematische Doppelung mit den jeweiligen Illustrationsausschnitten nämlich nicht erst aus einem langen Fließtext herausgefiltert werden. Wer etwa an der Orientierung in der Natur interessiert ist, sucht die mit einer kleinen Windrose markierten Seiten; wer sich hingegen für das Leben bestimmter Tiere begeistert, wird sich auf diese fokussieren.

SPRECHEN – Gesprächsanlässe liefert dieses Sachbuch allerhand, und zwar für drinnen und draußen. Die verschiedenen Regionen laden etwa zum Vergleich mit dem eigenen Lebensraum ein, Tier- und Pflanzenarten zum gemeinsamen Recherchieren; auch in Hinsicht auf aktuelle Themen wie die Klimakrise oder Artenschutz. Und bei manchen Begriffen oder Konzepten kann es nicht schaden, sie noch einmal gemeinsam durchzudenken – hierbei kann das im Anhang beigefügte Glossar helfen.

TUN – Zwar macht das Lesen große Freude, das ganze Buch ist aber im Grunde eine einzige Handlungsaufforderung. Mit neuem Wissen ausgestattet wird gerade darauf abgezielt, die Leser*innen für ihre Umgebung zu sensibilisieren und zum aktiven Ausprobieren in der Natur zu ermutigen. Und für alle, die auf den Geschmack gekommen sind, gibt es im Anhang noch weiterführende Bücher und Websites zur Vertiefung.

Sarah Auer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Mit Bildern v.Torben Kuhlmann
Thienemann 2022.
316 S.

Yarrow Townsend: Alva und das Rätsel der flüsternden Pflanzen

Eine seltsame Seuche hat die Pflanzen in Alvas geliebtem Garten befallen und auch die Menschen in ihrer Umgebung werden immer schwächer und kränklicher. Und obwohl ihre Mutter ihr ein dickes Buch über Heilkräuter hinterlassen hat und Alva die Gabe besitzt, die Sprache der Pflanzen zu verstehen, weiß die 12-jährige Waise keinen Rat.
Als der Gutsherr Atlas droht, alle Pflanzen vernichten zu lassen, um die grassierende Krankheit einzudämmen, bricht das Mädchen zu einer abenteuerlichen Reise flussaufwärts auf, um ein Heilmittel zu finden. Begleitet wird sie dabei wider Willen von Idris, der aus einer verarmten Schifferfamilie stammt, und der adeligen Ariana. Gemeinsam gelingt es ihnen, die Quelle des tintenschwarzen Flusses zu erreichen, wo sie eine gefährliche Verschwörung aufdecken.
Die britische Autorin Yarrow Townsend, die sich selbst als naturverbunden beschreibt, erzählt in ihrem Debut entschleunigt und detailgenau aus einer alten Welt, die streng im sozialen Gefüge ist und noch ganz ohne Laptops, Flugzeuge, Smartphones und das Internet auskommen muss. Gleichzeitig werden darin die hochaktuellen Themen Umweltzerstörung, Ausbeutung von Mensch und Natur sowie Pandemien (als Folge davon) verhandelt. Dadurch ist der Roman auf seine ganz eigene Art fesselnd zu lesen und wird auch auf Jugendliche keineswegs anachronistisch wirken – zumal er mit allen wichtigen Zutaten eines fesselnden Abenteuerromans von rasanter Verfolgungsjagd über finstere Machenschaften bis Freund*innenschaft aufwartet. Weil er in zahlreiche kürzere Kapitel gegliedert ist, bietet sich das gemeinsame Lesen bzw. Vorlesen auch mit jüngeren Leser*innen ab 10 an. 

LESEN – SPRECHEN – TUN

LESEN – Obwohl „Alva“ ein fantastischer Abenteuerroman mit fiktiver Geschichte ist, finden sich darin zahlreiche Anknüpfungspunkte für MINT-Zugänge. Unübersehbar ist da zum einen das illustrierte Herbarium, das der bekannte Illustrator Torben Kuhlmann dem Roman hinzugefügt hat. Jedem Kapitel wird eine Heilpflanze vorangestellt, ein kurzer Sachtext führt ihre Eigenschaft, Wirkung und  Einsatzmöglichkeiten an. Zum anderen sind auf der Handlungsebene des Romans Ökologie, Medizin und Gewinnung von Rohstoffen Anschlusspunkte für MINT.

SPRECHEN Woher wird Tinte gewonnen? Wie entstehen Pandemien? Wie Medizin hergestellt? Wie werden Medikamente gemixt? Alle diese Fragen stellen sich der Hauptfigur Alva und ihren Freund*innen im Roman genauso wie sie mit Leser*innen besprochen werden können. Die Antworten im Roman werden nicht immer dieselben sein, wie sie moderne Wissenschaft anbieten kann. Daher werden Recherche und Diskussion über das Gelesene zu wichtigen Erkenntnissen führen.

TUN Torben Kuhlmann hat den Roman mit einem Herbarium illustriert.
So ist es naheliegend, auch in der handlungsorientierten Auseinandersetzung mit dem Buch z. B. eingemeinsames Herbarium zu erstellen oder – wie Alvas Mutter – ein persönliches Buch über Heilpflanzen zu gestalten. Das Wissen dazu kann wie im Buch über Generationen daheim erfragt werden oder in Bibliotheken und im Internet erworben werden. Nicht zuletzt kann die nachhaltige Herstellung von nachhaltiger Tinte, etwa aus Walnüssen oder Eichelrinde, probiert werden.

Jana Sommeregger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Mit Bildern v. Jon Klassen.
Aus d. Amerikan. v. Uwe-Michael Gutzschhahn
cbj 2020 / 2021.
144 / 176 S.

Amy Timberlake: Dachs und Stinktier / Dachs und Stinktier suchen einen Schatz

In der Stadt Norddrill lebt Dachs ein beschauliches, zurückgezogenes Leben und geht im Backsteinhäuschen seiner Tante Lula wichtiger Steinforschung nach. Nach dem Studium haben sich junge Steinforscher*innen wie er eben erst einmal zu beweisen, und das heißt: lesen, forschen, klopfen, sammeln, ordnen, polieren, schreiben, publizieren. Für Freundschaft bleibt da nicht viel Zeit. Und auch nicht fürs Briefelesen, sonst wäre Dachs nämlich nicht ganz so überrascht, als plötzlich Stinktier vor seiner Tür steht und sich als neuer Mitbewohner vorstellt. Das routinierte Leben im Reihenhaus (inklusive des Steinezimmers mit seiner äußerst wertvoll bestückten Ruhmeswand der Steine) wird durch die neue Wohnkonstellation völlig auf den Kopf gestellt – was durchaus nicht nur sein Schlechtes hat. Man denke etwa an Rührei mit gegrillter Pfefferoni, Erdbeer-Zimt-Muffins zum Frühstück oder Nächte voller Geschichten im neu eingerichteten Mondzimmer.

In beiden bisher erschienenen Bänden dieser Reihe für Leser*innen ab sechs Jahren erzählt die US-amerikanische Autorin Amy Timberlake mit viel Witz und feinem Gespür für die charakterlichen Nuancen ihrer Figuren von einer ungleichen Freundschaft, die bereitwillig auch Fehler und Eitelkeiten verzeiht. Die Illustrationen und Kapitel-Vignetten von Jon Klassen fangen (besonders im gekonnten Spiel mit Licht und Schatten) die emotionale Verfasstheit und Schrulligkeit der Charaktere ganz hervorragend ein – in Sepia und Schwarzweiß gehalten mit einem ansprechenden Retro-Charme. Und ganz nebenbei macht es beim Lesen auch Freude, die Partikularinteressen von Hühnern, Dachs und Stinktier zu erforschen: Geologisch interessierte Leser*innen werden schon am Vorsatzpapier hängenbleiben, das von Quartz, Opal, Granat und anderen Mineralien und Steinen geschmückt wird. Andere wiederum mögen sich eher an der Vielfalt unterschiedlicher Hühner erfreuen, die (physikalisch interessiert wie sie sind) mit ihren Quantensprüngen die Romane aufmischen. Ob Orpington, Jersey Giant oder Bantam; in Norddrill geht es, so Stinktier, kosmopohühnisch zu. Ausgesprochen clever kombiniert die Reihe um Dachs und Stinktier die kuriosen Erlebnisse ihrer Figuren mit wissenschaftlichen Fun Facts und Spezialwissen. Oder, wie Dachs es formuliert: Abenteuer und Wissenschaft ergeben nun mal die besten Geschichten.

LESEN – SPRECHEN – TUN

LESEN – Junge Leser*innen werden mit diesen sprachlich wie inhaltlich erfrischend einfallsreichen Romanen alleine genauso viel Freude haben wie in Vorlesesituationen. Trotz einfachem Satzbau sind die Texte witzig und raffiniert geschrieben, Kursivierungen, Versalien und zahlreich eingesetzte Onomatopoeia machen das Erzählte auch visuell und klanglich greifbar.

SPRECHEN – Die Steine und Mineralien sind wunderbar anschaulich beschrieben und laden zu eigenen geologischen Nachforschungen ein. In keinem Fall kann es dabei schaden, jemanden zum Nachfragen (oder ein passendes Nachschlagewerk) zur Seite zu haben – es ist eben doch mehr als verlockend, sich die vielen Steine, Mineralien und nicht zuletzt Hühner auch bildlich anzuschauen. Mit der Geschichte um den Fund eines Dinosauriereis werden im Band „Dachs und Stinktier suchen einen Schatz“ außerdem noch ganz andere Diskurse hereingenommen: Wenn eine Kultur (oder die Hühner) etwas seit Generationen bewacht und ihm historischen Wert zurechnet, hat dann eine andere Kultur (oder vielleicht ein Fischmarder) das Recht, sich daran zu bereichern?

TUN – Die vielen geologischen Schätze regen natürlich auch dazu an, eine eigene Sammelleidenschaft zu entwickeln oder sich zumindest einmal darin zu versuchen. Gefundenes (gemeinsam) zu kategorisieren und eine geeignete Aufbewahrungsmethode zu finden, kann auf jeden Fall eine kurzweilige Anknüpfung an Dachs und Stinktier sein. Und wer sich für Geologie nicht begeistern kann, folgt Dachs’ Forschervorbild vielleicht in anderer Richtung – wie wäre es etwa mit einem eigenen Herbarium? Außerdem: Dem Forschen müssen selbstverständlich Expeditionen vorangehen, für die die Bücher überaus appetitliche Proviantvorschläge machen.

Sarah Auer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Kleine Gestalten 2022.
64 S.

Auch wenn gegenwärtig wohl mehr Krisenhaft-Besorgniserregendes in den Zeitungen zu lesen ist, so ist und war dieses Medium auch immer dafür bekannt, Kurioses zu berichten und dabei die Balance zwischen informativ-nüchtern und spektakulär-spannend zu halten. Kein Wunder also, dass das wunderbare Sachbilderbuch von Soledad Romero Marino und Julio Antonio Blasco sich des Zeitungs-Sujets bedient, wenn es um die titelgebenden berühmtesten Diebstähle der Welt geht: Le Grand Parisien steht etwa groß gedruckt über dem ersten Kapitel, in dem über den spektakulären Diebstahl der Mona Lisa berichtet wird. Der Beitrag ist inszeniert als Original-Zeitungsbeitrag, datiert auf den 21. August 1911 – jener Tag, an dem Vincenzo Perrugia die Mona Lisa unbemerkt aus dem Louvre trug. Aber wie war das möglich? Schritt für Schritt werden Planung, Durchführung und Ausgang des Diebstahls erläutert und dabei allerlei kuriose Fakten über den Raub angeführt: So wurde das Verschwinden der Mona Lisa beispielsweise erst am Folgetag bemerkt (das Kunstwerk war damals aber auch noch nicht so bekannt, wie sie es heute ist) und lange Zeit wurde der Maler Pablo Picasso von der Polizei als Hauptverdächtiger geführt. Geschnappt wurde Perrugia schließlich trotzdem – wobei er sich gut um das Gemälde gekümmerte hatte, was ihm vor Gericht als mildernde Umstände ausgelegt wurde (er musste nur ein Jahr und fünfzehn Tage ins Gefängnis!).

Der Raub der Mona Lisa ist freilich nur einer von neun kuriosen Diebstählen, die ihre Spuren in der Weltgeschichte hinterlassen haben. Die gestohlenen Gegenstände variieren dabei in Größe und Wert: Das Spektrum reicht von dem Raub (oder besser: der Entführung) einer Boeing 727 im Jahr 1971 bis zu einer Bande, die sich über das Kanalisationsnetz in den Tresorraum einer französischen Bank grub, die Tresore leerte und dort die Botschaft „Keine Waffen, keine Gewalt, kein Hass“ an den Wänden hinterließ. Geschnappt wurde übrigens weder der Flugzeugentführer, der durch einen Fallschirmsprung aus dem entführten Flugzeug entkam, noch die Bande, die den Tresorraum leerte …

Fazit: Ein kurioser Lesegenuss, der nicht nur durch die Originalität der berichteten Diebstähle, sondern auch durch seine ästhetische Seitengestaltung in matten Farben und Zeitungsstil besticht. „Die berühmtesten Diebstähle der Welt“ sind dabei wohl der Kategorie des Fun-Fact-Wissens zuzuordnen. Wer also mit kuriosem Fachwissen punkten möchte, sollte auf jeden Fall zugreifen.

LESEN – SPRECHEN – TUN
LESEN – „Die berühmtesten Diebstähle der Welt“ laden ein zum Schmökern und Staunen. In (ästhetisch) ansprechender Form werden Kuriositäten berichtet, die definitiv lesenswert sind – nicht zuletzt auch, weil man dabei viel über die historischen Hintergründe der Taten lernen kann.

SPRECHEN – Gerade aufgrund der zum Teil überraschenden und unkonventionellen Vorgangsweisen und Abläufe der Diebstähle ergeben sich Diskussionsthemen für eine dem Lesen folgende Anschlusskommunikation: Wie hätte der Diebstahl verhindert werden können? Wäre eine solche Tat auch in der heutigen Zeit möglich?

TUN – Um unterschiedliche Diebstähle durchführen zu können, bedarf es allerhand Technik: Seien es Schlösser, die geknackt oder Alarmanlagen, die ausgeschaltet werden müssen. Aber wir funktioniert das konkret? Gemeinsam kann versucht werden, Schlösser mit unterschiedlichen Methoden, die man zuvor recherchiert hat, zu knacken.

Julia Lückl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


leykam 2022.
152 S.

Wie sehr unser Alltag vom Zusammenleben mit Bäumen geprägt ist, wird im (ja doch recht anspruchsvollen) Spagat zwischen üblicher Hektik und Bequemlichkeit rasch vergessen. Aber ob es nun der Sauerstoff ist, den wir atmen, das Holz, das wir als Baustoff verwenden, oder die immer heißer werdenden Sommer, in denen sie für Kühlung sorgen: Bäume sind für uns überlebenswichtige Partner. Dabei wissen viele Menschen nur wenig über sie. „Ein Baum kommt selten allein“ von Autorin Elisabeth Etz und Illustratorin Nini Spagl schafft hier Abhilfe. Informativ, zugänglich und humorvoll erzählen die beiden Künstlerinnen ihren Leser*innen in erfrischender Klarheit von biologischen Besonderheiten und komplexen chemischen Prozessen.

Launig wird etwa von faszinierenden Rekorden berichtet (das Wurzelsystem der schwedischen Fichte Old Tjikko ist teilweise 9500 Jahre alt!), Streitfragen aus der Baumforschung werden angesprochen (sind Palmen wirklich Bäume?) und spannende Fragen aufgeworfen, die sich die meisten Rezipient*innen vermutlich noch nie gestellt haben: Wenn Bäume etwa mithilfe von Sonnenlicht über ihre Blätter Energie gewinnen (so weit, so bekannt), was tun sie dann eigentlich nachts? So viel sei verraten: Sie sind uns Menschen dabei gar nicht so unähnlich. Unterstützend zu den Erklärungen in den Textblöcken wird die Expedition ins Reich der Bäume von allerhand ebenso neugierigen wie redseligen Insekten und Würmern begleitet. So entspinnen sich auf den flächig gestalteten, bunten Buchseiten kleine Dialoge zwischen den Tierchen, die miteinander plaudern, Fragen stellen und auf den Text reagieren.

LESEN – SPRECHEN – TUN

LESEN – „Ein Baum kommt selten allein“ erklärt auch komplexe Zusammenhänge zugänglich und unterhaltsam, die Texte eignen sich zum Vorlesen genauso wie zur individuellen Lektüre. Die direkte Ansprache der Leser*innen durch Erzählinstanz und Figuren vermitteln dabei auch innertextlich den Anschein einer Gesprächssituation. Besonderen Witz verleihen dem Buch zusätzlich die Dialoge zwischen Tieren und Bäumen, die in Form von Sprechblasen in die Bilder integriert sind – auch ganze Doppelseiten dürfen sich diesem vergnügten Gewimmel widmen und bieten somit wohlverdiente Verschnaufpausen zwischen den informativen Themenblöcken.

SPRECHEN – Viele Gesprächsanlässe sind im Buch schon angelegt, die unterschiedlichen Themen werden immer auch an das alltägliche Zusammenleben zwischen Menschen und Bäumen angebunden. Selbst wer keinen Wald vor der Türe hat, findet zahlreiche Anknüpfungspunkte: Ein Kapitel etwa beschäftigt sich mit Bäumen im urbanen Raum, und auch unsere Abhängigkeit von Holz als Baumaterial bietet Möglichkeiten zur Anschlusskommunikation (Schau dich mal in deinem Zimmer um: Welche Dinge sind aus Bäumen gemacht? Wie würde dein Kinderzimmer ohne Bäume aussehen?). Selbstverständlich finden aktuell höchst relevante Themen wie Umweltzerstörung und Klimawandel ebenso ihren Platz.

TUN – Das aktive Beobachten und Erforschen von Bäumen wird in diesem Sachbuch hochgehalten. Mehrere Doppelseiten machen ganz konkrete Vorschläge, wie diese Auseinandersetzung aussehen kann. Gleich zu Beginn werden die Leser*innen etwa gebeten, auf eine weiße Fläche im Buch eine Landschaft zu malen und dann zu reflektieren – waren Bäume dabei? Wie viele? Gehören diese zu einem Landschaftsbild einfach dazu? Auch danach darf das Buch ohne Reue als Arbeits- und Schreibmaterial genutzt werden: Es wird dazu aufgefordert, gepresste Blätter und Fotos auf die Seiten zu kleben, Beobachtungen zu notieren oder ein (warum nicht auch aktivistisches!) Baumgedicht zu schreiben.

Sarah Auer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aus d. Engl. v. Stephanie Menge.
Sauerländer 2022.
40 S.

Wo ist die Dunkelheit?
Dort, wo es Nacht ist, wo Kojoten
heulen, Eulen jagen und Vögel
über Kontinente fliegen, wo Füchse
lautlos schleichen und Käfer
ihr Geheimnis lüften?

Themen unserer Zeit wie Umweltverschmutzung oder die zu Ende gehenden Ressourcen des Planeten Erde finden (vor allem im Sachbuchbereich) vermehrt Einzug in aktuelle Kinder- und Jugendliteratur. Die Beeinträchtigung von Licht und die Frage danach, wohin die Dunkelheit verschwunden ist, wird hingegen bis dato weniger beachtet. Ein Umstand, der im erzählenden Bilderbuch „Licht aus, sagt der kleine Fuchs“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt wird: Denn der Fuchs kann in seinem Bau, der am Rande einer Metropole liegt, aufgrund der städtischen Lichter nicht schlafen. Grund genug, um sich mit einem Käfer, der von einem vergleichbaren Schicksal geplagt wird, auf den Weg zu machen, um die Dunkelheit wiederzufinden. Auf diesem treffen die beiden auf die unterschiedlichsten Tiere, die ebenso mit der permanenten Helligkeit zu kämpfen haben: Da ist der Bär, der nicht in den Winterschlaf findet, der Singvogel, dem die Orientierung durch die Sterne fehlt, oder die frisch geschlüpften Schildkröten, die durch das künstliche Licht umgepolt werden und somit den Weg ins Wasser nicht finden.

Aber überall – Lichter!

Das ist jener repetitive, vorwurfsvoll konnotierte Satz, der nach dem Anwachsen der Reisegruppe vorangestellt wird und die immer größer werdende Tierschar auf ihre Suche nach der für den natürlichen Biorhythmus so dringend benötigte Dunkelheit begleitet.

Die kurzen, frei in den Bildraum gesetzten Textpassagen werden durch die Doppelseiten füllenden und über den Bildrand hinauslaufenden Illustrationen aus- und weitererzählt. Dominiert werden diese durch weiße, künstliche Leuchtquellen, die durch ausufernde Lichtkegel die Problematik der Lichtverschmutzung hervorheben. In Kontrast dazu stehen natürliche Lichtquellen, wie Glühwürmchen oder Mond und Gestirne. Gekonnt finden so faktenbasierte Gegebenheiten aus der Wissenschaft Einzug in die fiktive Geschichte, die in diesem Sinne nicht „nur“ als reines Bilderbuch gelesen werden muss.

Das leicht romantisiert anmutenden Ende, in dem die Tiere über den Wasserweg zu einer einsamen Insel aufbrechen, verdeutlicht bei genauerer Auseinandersetzung umso eindringlicher, dass das Verlassen des Lebensraumes für viele Lebewesen mitunter die einzige verbleibende Möglichkeit zu sein scheint. Gleichzeitig könnte die Insel aber auch als ein Lichtschutzgebiet – im deutschsprachigen Raum auch „Sternenpark“ genannt – verstanden werden: In solchen Gebieten wird die nächtliche Dunkelheit als Schutzgut betrachtet, weswegen elektrisches Licht auf ein Minimum reduziert wird.

LESEN – SPRECHEN – TUN

LESEN – Gemeinsam oder alleine, finden sich in diesem Bilderbuch Fakten über den Stromverbrauch der Menschen, die dauerhafte Bestrahlung durch künstliches Licht und das Verhalten von verschiedenen Tieren. In einem ersten Schritt können Text und Bild für sich alleine stehen.

SPRECHEN ­– Die Lektüre bietet verschiedene Denkanstöße und Ebenen, über die mit Kindern gesprochen werden kann. Einerseits das Leben von unterschiedlichen Tieren, die durch die Lichtverschmutzung zunehmend bedroht sind. Hier könnte man Parallelen zu jenen Haustieren finden, die auch nachtaktiv sind. Oder aber man wirft den Blick auf den Aspekt der Lichtverschmutzung selbst: Im Gespräch könnte reflektiert werden, wie es um den eigenen Stromverbrauch steht. Stromverschwendung respektive Energieeffizienz sind dabei Begleitthemen, die sich auch in diesem Bilderbuch finden und über die immer und überall gesprochen werden kann.

TUN – Auch in Österreich, Deutschland und der Schweiz finden sich Lichtschutzparks. Einem solchen könnte man einen Besuch abstatten, nachdem mit Kindern erarbeitet wurde, was man selbst gegen die Lichtverschmutzung tun kann.
Mit Blick auf die behandelten Probleme im Bilderbuch könnten auch einzelne Aspekte, wie die Navigation durch Sterne beim Zugvogel, herausgegriffen und näher betrachtet werden, indem man eine Recherche startet oder ganz grundlegend versucht, die angesprochenen Probleme mit Fakten zu belegen.

Alexandra Hofer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aus d. Niederländ. v. Verena Kiefer.
Gerstenberg 2022.
80 S.

Wälder sind eine Oase friedlicher Stille. Oder nicht …? Das Sachbuch "Wunderwelt Wald" nimmt uns als Leser*innen mit auf eine Reise abseits wohlpräparierter Trampelpfade und des idyllischen Lustwandelns, denn die wirklich spannenden Entdeckungen warten meistens nicht an der Oberfläche, sondern in Dickicht und Unterholz. Ein Wald ist eben mehr als seine Bäume. Schon die typografische Positionierung des Titels auf dem Einband – organisch ins Bild gefügt, teils verborgen hinter vorragenden Tieren und Pflanzen – verrät, dass es hier ums Hineingehen, Suchen und Finden geht, um die Geheimnisse und ganz alltäglichen Wunder des Waldlebens.

Autor Jan Paul Schutten und Illustratorin Medy Oberendorff (für "Die wunderbare Welt der Insekten" auch als Kröte des Monats im Juli 2019 prämiert) nehmen ganz unterschiedliche Aspekte des Walds als Lebens- und Erlebnisraum in den Blick – von der grundlegenden Frage nach der Entstehung von Wäldern über ein Kennenlernen einzelner ihrer Bewohner*innen bis hin zum Waldleben in Nacht und Winter. Und für die Menschen unter uns: Auch Überlebensstrategien und spielerische oder kreative Aktivitäten im Wald finden hier ihren Platz. Die Leser*innen sollen zum forschenden Waldspaziergang eingeladen werden, und so spricht die Erzählinstanz sie gleich ganz persönlich als „Du“ an. Siehst du die kleine Biene da auf der Waldhyazinthe? So werden wir nicht nur mit ebenso faszinierenden wie wichtigen Informationen gefüttert, wir werden vielmehr an die Hand genommen und durchs zuerst undurchdringbar scheinende Dickicht geführt.

In die prächtige, geradezu überbordende Flora und Fauna lädt zu Beginn jedes Kapitels ein doppelseitiges Wimmelbild in Schwarzweiß-Tönen ein. Die darauf zu entdeckende Artenvielfalt und der liebevolle Detailreichtum der Zeichnungen sind bemerkenswert; zum Glück wird am Ende des Buchs aufgelöst, welche Tiere, Pflanzen und Pilze es auf den jeweiligen Illustrationen zu entdecken gibt. Über die stummen (wenngleich sehr belebten) Wimmelbilder legt sich auf der Folgeseite dann ein Textfeld, in dem ebenso gehaltvoll wie unterhaltsam an das Thema des Kapitels herangeführt wird. Und als Farbtupfer und ständige Begleiter*innen wandern kleine Marienkäfer und Wanzen über den Weißraum der Textseiten.  Ein Schritt weiter ins Analytische wird anschließend noch gegangen: Die dritte Doppelseite jedes Abschnitts greift Kuriositäten und spannende Fakten heraus und nimmt sie unter die Lupe. Wie auf einem gut beleuchteten Untersuchungstisch zurechtgelegt werden fotorealistische, teils an mikroskopische Nahaufnahmen angelehnte Zeichnungen von Vögeln, Säugetieren, Insekten, Pflanzen und Pilzen über die Seiten verteilt und mit aufschlussreichen Texten angereichert.

In "Wunderwelt Wald" nehmen Jan Paul Schutten und Medy Oberendorff ihre Leser*innen mit in eine faszinierende Welt, die weit komplexer, kleinteiliger und spannender ist, als die meisten Gelegenheits-Spaziergänger*innen unter uns vielleicht glauben mögen. Jedes Kapitel stellt kunstvoll aber auch informativ und witzig einen anderen Aspekt des Walds ins Zentrum und so eröffnet sich im Sachbuch ein ästhetischer Erkundungsraum, der zum Staunen und Weiterdenken anregt.  

LESEN – SPRECHEN – TUN

LESEN – Die ansprechende optische Aufmachung und die zugängliche Erzählweise laden autonome Leser*innen ab der Sekundarstufe 1 zum selbstständigen Erkunden des Sachbuchs ein, machen aber auch ein gemeinsames Entdecken schon im Volksschulalter möglich. Ein kollektiver Leseprozess einzelner Kapitel – besonders der längeren Fließtextpassagen – lässt sich zudem für die Sachtextlektüre im Deutschunterricht gut nutzen und über das Buch Analyse- sowie Schreibkriterien erarbeiten.

SPRECHEN – Der Lebensraum Wald wird von Jan Paul Schutten und Medy Oberendorff in unterschiedlichsten Zusammenhängen dargestellt, die zu Hause aber etwa auch im schulischen Kontext (sei es im Biologie- oder im Deutschunterricht) wunderbar zur Anschlusskommunikation genutzt werden können. Wie funktioniert beispielsweise die Kommunikation unter Pflanzen und Tieren in ihrem Lebensraum? Warum sind Wälder so wichtig für Luftqualität und Klima? Und wie könnte – aus der Sicht zivilisatorisch verwöhnter Menschenskinder – ein Überleben im Wald gelingen?

TUN – Die sachliterarische Erkundungstour durch Textblöcke, Suchbilder und mikroskopische Nahaufnahmen im Wald beheimateter Lebensformen ermuntern zum Rausgehen und Weiterforschen. Mit geschärftem Blick und neuem Wissen ausgestattet lässt sich gleich viel mehr entdecken – und vielleicht auch sammeln, ob in Form von Fotos, Fundstücken oder sogar eines eigenen Herbariums. Im letzten Kapitel, Der Erlebniswald, werden außerdem noch weitere Anregungen von der Spuren- und Duftsuche bis zum Bastelwerk gegeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aus d. Engl. v. Susanne Schmidt-Wussow.
Knesebeck 2022.
40 S.

Owen Davey: Der Klub der Krokodile. Alles über Alligatoren, Kaimane und Co.

In der Fülle der herausragenden Sachbücher, die sich aktuell mit MINT-Themen beschäftigen, gibt es ganz unterschiedliche Zugangsweisen: üppig aufgemachte Nachschlagewerke zu verschiedenen Tieren mit ansprechenden Fotographien oder schmalere Annäherungen zu jeweils einem Thema wie Bakterien oder Klimawandel. Der britische Illustrator und Autor Owen Davey widmet sich in seinen Sachbilderbüchern jeweils einer Spezies (bisher auf Deutsch erschienen: Frösche, Käfer und Kraken) und versieht diese mit einem sprachspielerischen Titel, der leider in der Übersetzung etwas verloren geht: Hier ist es „Curious About Crocodiles“.  Es geht also, wie eingangs verraten wird, um die 25 Arten der Gattung Crocodylia, zu denen neben den Echten Krokodilen auch Alligatoren, Gaviale und Kaimane gehören. In weiterer Folge werden auf Doppelseiten zahlreiche Details über diese faszinierenden Lebewesen erklärt und auch jeweils mit korrekten Fachbezeichnungen benannt: Osteoderme sind etwa Knochenplatten, die nicht nur die Schuppen verstärken, sondern sich in der Sonne erwärmen und quasi wie kleine Solarzellen funktionieren. Auf fotorealistische Darstellungen wird völlig verzichtet, Davey gestaltet seine in einem ganz spezifischen und sehr ansprechenden Retro-Stil gehaltenen Bilder pro Doppelseite in einer anderen Farbpalette: So ist etwa ein kuschelndes Krokodilspaar vor einem rosafarbigen Sonnenuntergang zu sehen. Dominant bleibt natürlich das Gattungsspezifische Grün der Krokodile. Wie in den anderen Bänden bleibt der Autor nicht bei rein naturwissenschaftlichen Fakten, sondern geht auch auf kulturgeschichtliche Aspekte ein: So kannten die Azteken den Krokodildämon Cipactli, während die Ägypter den Gott Sobek verehrten: halb Mensch, halb Krokodil. Schlussendlich wird der Bogen zu brisanten aktuellen Fragen gespannt: Denn Krokodile sind nicht nur durch die Jagd bedroht, sondern zunehmend auch durch den Klimawandel.

LESEN – SPRECHEN – TUN

Lesen – auf den Bilderbuchseiten ist eine Fülle an Informationen, die teilweise durchaus komplex sind, in jeweils kleine Abschnitte unterteilt, was sowohl ein Häppchen-Lesen als auch eine Lektüre längerer Abschnitte möglich macht.

Sprechen – „Curious about Crocodiles“: das Buch wartet mit zahlreichen überraschenden Informationen auf, über die es sich auch gut ins Gespräch kommen lässt. Wie faszinieren und arg ist es, dass die Magensäure eines Krokodils sogar Knochen und Hörner verdauen kann? „Wusstest du, dass Dinosaurier und Krokodile mal Nachbarn waren?“. Auch als Material zur Vorbereitung eines Referats zum Thema ist dieses Sachbuch bestens geeignet.

Tun – Und natürlich macht diese Auseinandersetzung Lust, ein Krokodil „in echt“ zu sehen. Das dürfte in unseren Breiten in freier Wildbahn ein wenig schwierig sein, aber zumindest in Wien oder bei einem Wien-Besuch bietet sich ein Besuch im Haus des Meeres oder im Tiergarten Schönbrunn an. Oder man greift auf Natur-Dokumentationen zurück, um weitere Eindrücke dieser Tiere zu gewinnen. In diesem Sinne: See you later, alligator!

Kathrin Wexberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Beltz&Gelberg 2021.
€ 17,95.

Patricia Thoma: Unsere Zukunft träumen


Können Kleider sprechen und fühlen?

Die Frage mag ein wenig abwegig klingen. Und dennoch führt sie mitten hinein in unseren Lebensstil und Lebensstandard. Denn natürlich repräsentiert Kleidung unseren sozialen Status; verweist aber auch auf unseren Charakter, unsere Vorlieben und kulturellen Verortungen. Wer zu einem Vortrag über Harry Potter ein „Always“ T-Shirt trägt zeigt sichtbar an, auf welche Weise er*sie sich mit dem (oder den Figuren des) Potterverse verbunden fühlt. Woher aber kommt dieses T-Shirt? Welche Wege globaler Produktion und Distribution hat es hinter sich? Daran schließen sich nicht nur Aspekte des globalen Marktes und den damit verbundenen Arbeitsbedingungen der Kleiderindustrie an, sondern auch Ressourcenfragen.
Die Ausgangsfrage könnte aber auch zur Utopie ganz neuer Innovationsideen führen:

Kannst Du dir vorstellen, dass deine Kleidung noch viel mehr über dich erzählen könnte, zum Beispiel, wie du dich gerade fühlst? Wenn sich dein T-Shirt dann rot verfärben würde, wüssten alle, dass du stinksauer bist und in Ruhe gelassen werden willst. Was so verrückt klingt, hat Jasna Rok bereits in die Realität umgesetzt: Ihre Kleidung ist über Sensoren mit dem Gehirn verbunden und passt sich farblich den Gefühlen an. (S. 20)

Warum nicht. Jasna Rok ist belgische Designerin und verbindet in ihrer Kollektion Fashion on Brainwaves Textilien mit High-Tech und wird dabei von der Technologieforma Fujitsu unterstützt (S. 64).

Es sind Erfindungen und Ideen wie diese, die die Künstlerin und Museumspädagogin Patricia Thomas aufgreift und in einen weit ausschlagenden Bogen unterschiedlicher Zukunftsvisionen eingliedert. Es geht dabei um die Möglichkeiten, uns selbst und unsere Welt in die Zukunft zu denken. Die Welt wird global in den Blick genommen; die einzelnen
Entwürfe und Erfindungen aber, die vorgestellt werden, sind regional entstanden – und zeigen ausschnitthaft unterschiedliche Denkrichtungen an. Zusammengehalten werden sie durch einen philosophischen Überbau, der sich in der Struktur des Buches gleichermaßen wie den Illustrationen spiegelt.
Auf das Gedankenspiel, das in den unterschiedlichen, sachorientierten Passagen inszeniert wird, verweist bereits das Cover: Eine kindliche oder jugendliche Figur spielt liegend mit einem über ihr*ihm hängenden Mobile. Erst auf den zweiten Blick ist dieses Mobile als Qualle zu erkennen, an der menschliche Figuren wie an einem Karussell hängen. In Gang gesetzt wird damit eine Verknüpfung der unterschiedlichen MINT-Bereiche, um jene Zukunftsfragen anzustoßen, die gleich zu Beginn expliziert werden:

Was wollen wir essen?
Was wollen wir anziehen?
Wie wollen wir wohnen?
Wie wollen wir uns fortbewegen?
Wie wollen wir unsere Energie erzeugen?
Was wollen wir wissen?

Was wollen wir spielen?

Zu diesen Fragen werden Überlegungen aufgefächert, in die verstreute Erfindungen und Entwürfe eingearbeitet sind. Sie wirken zum Teil skurril und führen auch in Sackgassen. Verweisen aber dennoch auf die Möglichkeiten und vor allem Notwendigkeiten, vor dem Hintergrund von Klimakrise und knapper werdenden Ressourcen neue Wege in der Nahrungsmittelproduktion, Energiegewinnung, Fortbewegung, Architektur oder Ökonomie zu gehen. Da treffen kuriose Formen des Urban Gardening auf recycelte Mode aus Müll oder ein Projekt des Pariser Nordbahnhofs: Hier wird über elektromagnetische Bodenplatten, über die Menschen laufen, Energie erzeugt, die wiederum für die Bahnhofsbeleuchtung genutzt wird.
Der erzählende Sachtext selbst greift Fragen und Überlegungen auf, führt hierhin und dahin und bildet/erzeugt Denkschleifen. Die erwähnten Einfälle und Innovationen sind mit Fußnoten markiert und verweisen auf das Ende des Buches, wo knappe Hardfacts zu den konkreten Projekten gegeben werden.
Das textliche Utopieren wird in den Illustrationen aufgegriffen, durch die der Charakter eines künstlerischen Sachbilderbuches grundgelegt wird. Patricia Thomas arbeitet auf Transparentpapier und legt unterschiedliche (Farb-)Schichten in Bleistift und Aquarell übereinander. Der dieserart entstehende, durch-scheinende Charakter der Bilder lässt eine Welt hinter der Welt vermuten – so, als würde eine Zuversicht vermittelnde Folie über die Abgründe realer Entwicklungen gelegt. Die kindlichen und jugendlichen Figuren, auf die der illustratorische Fokus gerichtet ist, werden damit zu Hoffnungsträger*innen. An ihnen ist es, die Gedankenspiele und Ideen aufzugreifen und (ethische) Haltungen gleichermaßen wie Handlungskompetenzen herauszubilden.

Das besondere Faszinosum der Illustrationen liegt in ihrer eigenwilligen Dynamik: Patricia Thomas zoomt, tritt zurück, variiert, stellt Figuren in den Raum, sodass unterschiedlichste Beziehungs-Varianten zwischen den Figuren und den vorgestellten Projekten entstehen. Basierend auf Fotomaterial werden diese in den öffentlichen Raum eingeschriebenen, Entwürfe und Ideen illustratorisch nachgestellt und zu einer Art Handlungsraum für die multikulturell verorteten kindlichen/jugendlichen Figuren.
Die Figuren selbst bleiben in Weiß- und Grautönen gehalten. Durch Patricia Thomas aufwändigen künstlerischen Stil, der zeichnerische und malerische Elemente kombiniert, erhalten sie etwas Konkret-Unkonkretes und werden damit zu Rollenbildern des Denkens, des erdachten Handelns, des Handelns. Über ihre unterschiedliche Herkunft hinweg werden sie durch ein gemeinsames illustratorisches Detail als miteinander verbunden charakterisiert: Die roten Bäckchen früherer Kinderbuchillustrationen werden dafür künstlerisch verfremdet und markieren die Vielfalt an Möglichkeiten, aus kindlicher Perspektive auf eine Welt der Zukunft zu blicken – und/oder in einer utopierten Zukunftswelt zu agieren.

Denn letztlich lenken die gestellten Fragen über das Moment des Spiels und Rollenspiels den Blick auf Eigenpositionierungen und zukünftige Formen der Wissensaneignung. Auch ausgehend von künstlicher Intelligenz und Ökonomie ist dabei stets der*die Einzelne in diese Überlegungen involviert; dennoch wird am Ende deutlich, dass das Ich stets Teil einer globalen Welt ist – die Herausforderungen dieser diversen Welt aber immer auf den Einzelnen*die Einzelne zurückwirken.

LESEN – SPRECHEN – TUN


LESEN – Die Hybridform des Sachbilderbuches zeigt sich darin, dass eine Erzählstimme eingeführt wird, die die Leser*innen direkt anspricht, Überlegungen anstellt, Fragen aufwirft und Antwortmöglichkeiten aufzeigt. Damit wird auch der Verweischarakter der einzelne Ideen und Projekte deutlich. 

SPRECHEN – In seiner Grundhaltung zielt das Buch nicht auf konkrete Handlungsanweisungen oder konkrete Aktionsvorschläge ab. Vielmehr bildet es die Grundlage, um mit Kindern oder Jugendlichen eine philosophischen Zugang zu Fragen der Zukunft zu geben – und diese an konkrete Innovationen zu binden.
Für höhere Altersstufen können diese Überlegungen in die Frage nach der Zukunfts- und Trendforschung münden. Was ist darunter zu verstehen und in welche Teilbereiche kann diese Disziplin aufgefächert werden? Dazu kann die Website des >>> zukunftsInstituts als Ideengeberin dienen.
Dieserart zeigt sich (ausgehend von der Verlagsangabe ab 10 Jahren) auch das breitere, mögliche Spektrum an Altersstufen an, die mit dem Buch / ausgehend vom Buch angesprochen werden können.

TUN – Die Grundlagen dazu bilden die Hardfacts der Fußnoten. Die Informationen können Ausgangspunkt eigener Recherchen sein. Das bietet einerseits Kindern und Jugendlichen selbst die Möglichkeit, eines dieser Projekte umfassender zu recherchieren und zu präsentieren. Andererseits ist es in der Vermittlung möglich, Querverbindungen herzustellen – zu innovativen  Ideen und Projekten im eigenen Umfeld. 

Heidi Lexe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Jacoby & Stuart 2021.
€ 26,80.

Britta Teckentrupp: Von Raben und Krähen

Während die Zugvögel bekanntlich im Winter vernünftigerweise in den Süden übersiedeln (was sich ja in Zeiten des Klimawandels durchaus ändert …), sind sie gerade im Winter in Parks und Wäldern allgegenwärtig: Raben und Krähen. Britta Teckentrup, Autorin und Illustratorin dieses üppig aufgemachten Sachbuches, kann wohl als eine der produktivsten Illustratorinnen im deutschsprachigen Raum bezeichnet werden. Sie arbeitet in ganz unterschiedlichen literarischen Genres und Buch-Formaten zu ganz unterschiedlichen Themen, jüngst war es etwa das Gefühl der Wut. In den letzten Jahren hat sich mit „Das Ei“ (Prestel 2017) und „Die Feder“ (Prestel 2018) bereits ein Schwerpunkt in Richtung Vögel abgezeichnet. Doch unter den gefiederten Wesen hat sie eine besondere Vorliebe, wie sie in der vorangestellten „Ode an die Krähe“ formuliert:
Krähenrufe haben für mich etwas Beruhigendes und begleiten mich seit meiner Kindheit überallhin, ganz egal, wohin es mich in dieser Welt schon getrieben hat.

Diese persönliche und intensive Auseinandersetzung spiegelt sich auch an der inhaltlichen Schwerpunktsetzung des Buches: Waren „Feder“ und „Ei“ recht klassisch gestaltete Sach-Bilderbücher mit einem klaren Fokus auf der neutralen Vermittlung von Sachinformationen, ist dieses Vogel-Buch vielmehr eine Anthologie. Denn neben akribisch aufbereiteten zoologischen Fakten über die verschiedenen Unterarten der Corvidae wird hier der kulturgeschichtlichen Bedeutung dieser faszinierenden Vögel viel Raum gegeben. Während literarische Aspekte in anderen Sachbüchern meist nur eine Nebenrolle einnehmen, werden hier Texte wie etwa Edgar Allan Poes berühmtes Gedicht „Der Rabe“, aber auch Märchen und Fabeln aus verschiedenen historischen und kulturellen Zusammenhängen nicht nur angeteasert, sondern in voller Länge abgedruckt. Weitere Kapitel widmen sich vertiefend Aspekten wie den Kommunikationsformen von Raben, ihrer Intelligenz und nicht zuletzt dem besonderen Verhältnis zwischen Raben und Menschen: Während Londons Tower-Raben recht bekannt sind, ist es doch überraschend, dass New Yorks Raben aufgrund ihrer Vorliebe für Fast Food an einem erhöhten Cholesterin-Spiegel leiden.

Diese Vielfalt an Informationen wird natürlich, wie könnte es bei Teckentrup anders sein, von der Künstlerin mit atemberaubend schönen Bildern illustriert. Sie arbeitet mit einer effektvollen Mischtechnik: Mit verschiedenen Farben bedruckte Papiere werden in einer Mischung aus handgemachter und digitaler Collage weiterverarbeitet.
So zeigt sie Raben in sehr unterschiedlichen Perspektiven: Das eine Mal wird auf den Effekt von vorbeiflatternden Silhouetten gesetzt, dann wieder ganz nah an den Kopf der Raben herangezoomt, wodurch deren oft fast menschenähnliches Wesen herausgestellt wird.

LESEN – SPRECHEN – TUN


LESEN – Das Buch bietet ganz unterschiedliche Textsorten, von kurzen zoologischen Beschreibungen bis hin zu längeren Volksmärchen, die auch für sich allein stehend gelesen bzw. in verschiedenen Kontexten wie einem (Schul- oder Kindergarten-)Projekt zum Thema Raben eingesetzt werden können.

SPRECHEN – Die Bilder in ihrer Expressivität laden ein, miteinander ins Gespräch zu kommen: Welches Raben-Bild spricht mich besonders an und warum? Welche Darstellung von Raben überrascht oder irritiert mich?

TUN – Die ästhetisch aufbereiteten Informationen über Raben und Krähen machen Lust, sich weiter mit diesen faszinierenden Wesen zu beschäftigen. Ob in Literatur und Medien oder ganz real beim nächsten Winter-Spaziergang …

Kathrin Wexberg