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Renate Habinger
Danksagung im Namen der PreisträgerInnen

 

Liebe Gäste!

Diejenigen, die mich als Illustratorin kennen, werden sich vielleicht wundern, was ich hier am Rednerpult mache. Ich wundere mich auch. Allerdings weiß ich, was ich hier machen soll: ich darf im Namen der Preisträger und Preisträgerinnen und aller Geehrten sprechen.

Also: Zuerst einmal möchte ich sagen, wie sehr wir uns über diesen Preis freuen. Wir freuen uns alle sehr über die Ehrung!
Es gibt ja eigentlich nur 2 Belohnungen für ein Buch. Oder 3.

Einmal: dass das Buch als Ganzes gelungen ist: dass der Text und das Bild, die Seitengestaltung und das Papier, der Druck und die Bindung allesamt gelungen sind und wunderbar zusammenspielen. Sicher können sie sich vorstellen, was für ein Wunder es bedeutet, wenn so viele Komponenten ideal zusammenspielen.

Eine weitere Belohnung ist es, wenn sich ein Buch gut verkauft. Auch dafür ist ein Zusammenspiel notwendig. Und zwar von Verlag und Vertrieb, Vertretern, Buchhandel, der Pressearbeit und nicht zuletzt von den Medien. Auch hier erscheint es einem fast wie ein Wunder, wenn ein Buch sich durchsetzt.

Und die dritte Belohnung – und damit komme ich zum heutigen Fest, die dritte Belohnung oder auch die erste, wie man will – ist ein Preis, den das Buch bekommt.

Heute feiern wir ja gleich zwei verschiedene Preise, den Förderpreis für Kinderliteratur für Rachel van Kooij und die österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise samt den Büchern in der Kollektion, bei der man sich fragen mag was das wohl sei, die Kollektion: erlesene Bücher, die so gut sind, dass sie unbedingt in den Kreis der Preisbücher müssen.

Wir, aber vor allem unsere Bücher werden stolz unsere Auszeichnungen tragen, unsere Urkunden, Plaketten, Sticker, Banderolen, Aufsteller, Plakate, Fahnen, Folder, Postkarten, Lesezeichen – was auch immer wir bekommen. Wir freuen uns darauf, mit all den Urkunden, Plaketten, Stickern, Banderolen, Aufstellern, Plakaten, Fahnen, Foldern, Postkarten, Lesezeichen in den Buchhandlungen und deren Schaufenstern aufzutreten, dass sich die Schaufensterbalken biegen. Ganz besonders freuen wir uns, dass die Vertreter unsere preisgekrönten Bücher nochmals ganz oben auf ihren Stapeln prächtig präsentieren werden.

Unsere Bücher sind ja nicht nur für eine Saison oder gar für ein Jahr gemacht. Keineswegs. Schon gar nicht sind sie innerhalb von einem Jahr gemacht. Und in jedem unserer Bücher steckt ganz viel Liebe, Engagement und Herzblut drin. Das spüren sie sicher wieder, wenn sie das nächste Mal ein Buch in die Hand nehmen.

Damit komme ich schon zu den Danksagungen.
Zuallererst möchte ich mich für die Zusammenarbeit bedanken – so eine stattgefunden hat –, in meinem Fall bei meinen Autoren Michael Stavaric und Gerda Anger-Schmidt, aber für uns alle bedanke ich mich sowohl bei den Autoren als auch bei den Illustratoren und Innen (weibliche Form). Nichts ist interessanter und bereichernder meiner Meinung nach als eine gute Zusammenarbeit.

Bedanken möchte ich mich auch bei den Verlegern, die unsere Bücher möglich machen – samt Lektorat, Vertrieb, Pressearbeit usw.
Danke an die Vertreter, die zulassen, dass nicht alle Umschläge von ihnen sind. Gelobt diejenigen unter ihnen, die sich nicht als Gestalter betätigen. Sie merken, dass sich diese Gruppe Menschen (sie wissen schon, die Vertreter) zu Katastrophen biblischen Ausmaßes formieren kann.

Und danke, dass wir für unsere Arbeit wenigstens ein bisschen Geld bekommen, wo doch schon eine ganze Branche von uns lebt.

Manche Menschen sind ja der Ansicht, Arbeit, die Freude bereitet und zu der man stehen kann, müsse nicht honoriert werden. Sollte jemand dieser Ansicht sein: ich bin zum Tausch für ein Jahr bereit. Ich kann ein Arbeits-Paket anbieten samt Selbstzweifeln, Existenzangst, Termindruck, unendlichen Arbeitszeiten, Qualitätsanspruch und Urlaubsentfall.

Bundesministerin Claudia Schmied überreicht
Renate Habinger den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis in
der Kategorie Kinderbuch
© HBF/Andy Wenzel

 

Danke an all die engagierten Buchhändler, die es gar nicht erwarten können, unsere preisgekrönten Bücher in ihren Schaufenstern und auf ihren prominentesten Regalen zu präsentieren und massenhaft zu verkaufen. In diesem Zusammenhang ist – glaube ich – gegen Masse nichts einzuwenden.

Ich bedanke mich bei den Medien für die überwältigende ganz und gar nicht-anlassbezogene Berichterstattung und die enorme Wertschätzung, die sie allem entgegenbringen, was eine gewisse Zeitspanne unseres Menschenlebens betrifft, nämlich die Kindheit und die Jugend.

Danke an all die Pädagogen, die sich neugierig, wagemutig und lustvoll mit ihren Schützlingen unseren Büchern widmen. Gestern hatte ich das Glück, mit einer von ihnen zusammenzutreffen: Frau Schuster in der Volksschule Graz Gösting.

Dank auch an die Institutionen. Erst mal an die, die sich kritisch mit Büchern für Kinder auseinander oder besser zusammensetzen (aus ihrem Kreis kommen immer wieder einige der Juroren). Mögen sie sich ihre Unerbittlichkeit bewahren. Und ihre Neugier, ihre Lust und ihren Humor.

Und dann natürlich möchten wir unseren besonderen Dank auch ans BMUK aussprechen (Sie wissen schon, das Ministerium für „Bitte mehr unglaubliche Kinderbücher), also Dank an das BMUK, das diese Preise und diese Feier möglich macht durch Knete Mammon Zaster, wie Edith Schreiber-Wicke so schön zu sagen pflegt. Davon können wir gar nicht genug kriegen! Nicht nur von Edith Schreiber-Wicke, sondern auch von Knete Mammon Zaster.

Und last but not least möchten wir uns bei allen Mamas und Papas, Omas und Opas, Onkels, Tanten und allen allen, die unsere Bücher lieben, bedanken. Für euch arbeiten wir, für euch machen wir unsere Bücher!

Danke!



Ill. Renate Habinger aus "Gaggalagu"