Im Anschluss an Lorenzo Mattotti betrat Benjamin Lacombe die Bühne, der für sein Bilderbuch Schneewittchen (Jacoby & Stuart) ausgezeichnet wurde.
Auch Lacombe begleitete seine Erzählungen mit einer Diashow seiner Werke – zudem präsentierte er aber auch Originalbilder und sein Skizzenbuch. Dabei blühte der junge Künstler immer mehr auf: Während des Streifzugs durch seine künstlerische Entwicklung betonte er immer wieder, wie wichtig ihm auch die haptischen Elemente seiner Werke sind. Als Beispiel führte er unter anderem das bis jetzt nur im Französischen erschienene Bilderbuch "Ondine" an – auf dem Cover wechselt sich glattes Papier mit mattem und erzeugt so den Eindruck von Flüssigkeit. Überhaupt vermittelte Lacombe den Eindruck, dass ihm immer das Gesamtwerk am Herzen liegt und nicht nur seine Illustrationen. Deshalb, so Lacombe, könne er auch nur mit wenigen Menschen (darunter Sébastien Perez) zusammenarbeiten, die seine Ideen wirklich teilen.
Viele Bücher Lacombes sind aus diesem Grund auch nur von ihm persönlich konzipiert worden: So auch das kleine Bilderbuch "Destins de Chiens" (ebenfalls nur im Französischen erschienen) – hier wollte Lacombe dem Thema des Todes von einer anderen, humoristischeren Seite begegnen. Das Büchlein besteht aus kleinen Einzelgeschichten, die jeweils die Todesumstände eines Hundes bzw. seines Herrchens oder Frauchens auf parodistische Weise auf die Schippe nehmen. Der Mops "Flatule" (deutsch: Pupser), inspiriert von Lacombes eigenem Hund Virgile, wird seinem Namen nämlich nur allzu gerecht. Sein Herrchen, das um diesen sensiblen Umstand weiß, nimmt die ganze Scham und Schuld auf sich, um sein geliebtes Hündchen zu schützen. So lüftet der Junge auch niemals das Zimmer, so lange der Hund noch wach ist; erst wenn dieser schläft, kann endlich frische Luft in den Raum. Eines Tages allerdings verschläft der Junge und vergisst zu lüften. Die starke Methangasentwicklung ist der beiden Tod. Sehr zum Amüsement der anwesenden Kinder ("Können Sie uns alle Geschichten aus diesem Buch erzählen?") lockerte Lacombe mit Anekdoten wie dieser seinen Vortrag immer wieder auf. Und auch er durfte/musste am Schluss seiner "Lesung" ein weiteres Bild des kunstbegeisterten Zuhörers vervollständigen: Aus einem Halbkreis und einer Ecke wurde eine junge Frau, die sich die Ohren zuhielt.
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