Es war nicht ihre Absicht, einen Scheidungs-, Kinder- oder religiösen Film zu drehen. Als Danielle Proskar beim STUBE-Freitag zu Gast war, sprach sie unter anderem über die Entstehung der Buch- und Filmversion von "Karo und der liebe Gott", ihre persönlichen Ziele damit und die unterschiedlichen Reaktionen des Publikums.
Im Mittelpunkt der Handlung steht die 8-jährige Karo (Resi Reiner) und ihre Bemühungen, die sich anbahnende Scheidung ihrer Eltern aufzuhalten. Deshalb wendet sie sich im Gebet per Walkie Talkie an Gott und erhält nach Kurzem auch tatsächlich Antwort vom anderen Ende des Apparats. In der Folge entwickelt sich ein besonderes Naheverhältnis zwischen dem Mädchen und dem nach außen hin verlottert wirkenden alten Mann (Branko Samarovski) - ihrem "lieben Gott". Für Karo wie auch die LeserInnen/ ZuschauerInnen bleibt er dabei undefinierbar und bewegt sich bis zum Ende ungeklärt auf der Grenze zwischen fürsorgendem Gott und Mensch. "Die persönliche Antwort darauf, ist eine Frage des Glaubens", so Danielle Proskar dazu.
Der Entstehungsprozess des Films verlief entgegengesetzt zu einer klassischen Literaturverfilmung, da in diesem Fall drei Jahre nach der Premiere des Films die Buchfassung 2009 veröffentlicht wurde. In diesem Zusammenhang berichteten Inge Cevela und Katrin Feiner vom Wiener Dom-Verlag über die ungewöhnliche Arbeit an diesem "Buch zum Film". Danielle Proskar erläuterte dazu, wie sehr sie, als eine vom Medium Bild kommende Künstlerin, oftmals damit kämpfen musste, Emotionen über Worte zu vermitteln, die sich im Film problemlos durch visuelle und akustische Elemente ganz sprachlos schildern lassen.
Die religiöse Thematik ist für sie in ihrer dreifachen Funktion als Regisseurin sowie Autorin des Drehbuchs und Romans selbst nicht vorrangig: Ihr ging es stärker um Freundschaft, das Erkennen des Anderen jenseits von belastenden Vorurteilen und darum aufzuzeigen, dass Schicksalsschläge überwunden werden können und Karo ihr Leben meistern kann, obwohl sie in der Zeit der Trennung ihrer Eltern ganz auf sich gestellt ist.
In der von Kathrin Wexberg geleiteten Diskussion ging es in der Folge um die Aspekte von Kitsch und Klischee und wie es Danielle Proskar gelang, eine Gradwanderung zu vollführen, ohne die Grenze zu überschreiten. Sie selbst bezeichnete die Arbeit mit den SchauspielerInnen als wichtigen Grund für das Gelingen, vorneweg die damals 8-jährige Hauptdarstellerin Resi Reiner und der als "Lieber Gott" / Sandler auftretende Burgtheaterschau-spieler Branko Samarovski.
"Karo und der liebe Gott" ist mittlerweile auch als DVD erhältlich. Das zum Film gehörende Presseheft mit Informationen zu den Verantwortlichen und dem Inhalt der Geschichte finden Sie auf der offiziellen Homepage. Eine Leseprobe aus dem Roman gibt es auf der Homepage des Wiener Dom-Verlags.
© Filmfoto: alpha medienkontor
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