Angebote
Fernkurs
Buchtipps
Tagebuch
Wir über uns
 

 

 

In alle Richtungen - ein illustratorisches GPS
Ausgewählte Aspekte des Gesprächs mit Dorothee Schwab


Heidi Lexe, Dorothee Schwab und Kathrin Wexberg

 

- Die Entwicklungsgeschichte des Buches
Als Dorothee Schwab im Rahmen der Diplomarbeit ihrer Ausbildung in Grafik und Kommunikationsdesign ihren Schwerpunkt vom Grafikdesign zur Illustration verlagern wollte, prophezeite ihr der zuständige Professor keine vielversprechenden Zukunftsaussichten. Insgesamt anderthalb Jahre später hatte sie den Romulus-Candea-Preis und damit die Möglichkeit der Publikation des Bilderbuchs von ihr und Autorin Melanie Laibl gewonnen und wurde zusätzlich mit dem DIXI-Kinderliteraturpreis 2007 in der Kategorie Illustration ausgezeichnet, was ihr einen Besuch auf der Internationalen Kinderbuch-Messe in Bologna gemeinsam mit ihrer Tutorin Linda Wolfsgruber einbrachte.
Mittlerweile ist bereits mehr als die Hälfte der Exemplare verkauft und eine Auflage ist in Planung. Außerdem hat die Oman-Reise des Waldwichts auch den Sprung außerhalb des Mediums Buch geschafft: Seit Oktober 2008 gibt es das Werk auch als musikalisch untermaltes Bilderbuchkino und eine Wiener Volksschule befindet sich gerade im Stadium der Planung eines entsprechenden Theaterstücks gemeinsam mit den SchülerInnen.

 


Mit dem Waldwicht auf Reisen gehen

- Die Buchgestaltung: Collage und Format
Für die Illustratorin war es besonders wichtig, dass das Buch in dem von ihr angedachten großen Format vom Verlag umgesetzt wird, "damit man so richtig in der Geschichte verschwinden kann." Das ganze Blickfeld soll von den Doppelseiten eingenommen werden.
So wie der Waldwicht von seiner Reise um die Welt Souvenirs mitnimmt, brachte auch Dorothee Schwab viele Requisiten ihrer Bildcollagen zum STUBE-Freitag mit: Sie fotografierte viel aus ihrem eigenen Lebensumfeld, inner- und außerhalb der eigenen Wohnung sowie auch bei FreundInnen. So verwandelten sich unter anderem Geschirrhandtücher und Stoffmuster später zu fliegenden Teppichen, Segeln und ähnlichem. Die mit Acryl gemalten Bilder wurden zugeschnitten, eingescannt und gemeinsam mit den Digitalfotos am Computer zusammengesetzt. Dabei ist für Dorothee Schwab das digitale Komponieren der Bilder ein großer Luxus, da man in diesem Fall unbegrenzt Form, Farbe und Positionierung der einzelnen Bildelemente verändern kann.

 

 

 


Wichtkopf auf Packpapier

 

- Die Zusammenarbeit mit dem Verlag
Vor allem im Rahmen der als Extra beigelegten Weltkarte kam es zu einer engen Zusammenarbeit mit dem Verlag kookbooks: So entwickelte sich der erste Entwurf der Illustratorin in eine detalliertere und genauer recherchierte Fassung. Es war ihr ein großes Anliegen, diese Weltkarte zu gestalten, da es ihr ein Bedürfnis war, die genaue Reiseroute des Waldwichts nachvollziehbar machen zu können. Das Lied auf der vorletzten Doppelseite entstand quasi als "Lückenfüller", da aus drucktechnischen Gründen noch eine Doppelseite zusätzlich im Buch vorhanden war. Gemeinsam mit ihrem als Musiklehrer arbeitenden Vater komponierte sie das Lied, das eine Art zusätzliches Ende der Handlung in der Schilderung des Empfangs des heimgekehrten Weltreisenden enthält. Insgesamt war die Musik ein wichtiger Bestandteil der Arbeit, da sie in den einzelnen Arbeitsphasen zur jeweiligen Doppelseite und dem Land die entsprechende, folkloristische Musik hörte.

 

 


"Eins erschwert sein Bleiben sehr: der rege Teppich-Flugverkehr".

 


Mitbringsel von der Weltreise des Waldwichts

- Vorbilder und weitere Projekte
Auf die Frage nach möglichen Vorbildern und inspirierenden KünstlerInnen auf IllustratorInnenseite nannte Dorothee Schwab Eric Carle sowie Wolf Erlbruch. Gerade "die kleine Raupe Nimmersatt" hätte sie vom stilistischen beeindruckt. Als momentanes "Idol" nannte sie ihrer Tutorin vom DIXI-Kinderliteraturpreis Linda Wolfsgruber und betonte gleichzeitig, dass es jedoch bei künstlerischen Vorbildern genauso wie im eigenen Stil zu ständigen Veränderungen kommt.
Momentan arbeitet sie an zwei Projekten: Das erste ist eine erneute Zusammenarbeit mit Melanie Laibl, während das zweite alleine von ihr gestaltet wird und ein interaktives Malbuch werden wird. Darin wird es, ähnlich wie z.B. in Ole Könneckes "Antons Geheimnis" fertig illustrierte und offen gelassene Seiten geben, die zum eigenen kreativen Einsatz auffordern.