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Albtraum Zukunft
Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing 2012


 





Der Frage nach dem Albtraum Zukunft und einer damit verbundenen Politisierung von Jugend und Jugendliteratur stellte sich die diesjährige Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzig von 1.-3. Juni 2012 - veranstaltet in Kooperation mit dem Institut für Jugendbuchforschung an der Gothe-Universität Frankfurt und dem avj.
In Vorträgen von Hans-Heino Ewers, Gabriele von Glasenapp, Marcel Pott, Bernd Dolle-Weinkauff und Roswitha Budeus-Budde wurde nach der literarischen Darstellung unterschiedlicher politischer Konflikte und ihrer Darstellung in unterschiedlichen, an Jugendliche adressierten Genres ebenso gefragt wie nach einer grundsätzlichen Definitionsmöglichkeit jener Gattungen, die zukünftige und/oder endzeitliche Szenarien unter dem Begriff der Future Fiction subsummieren.
Eine Zusammenstellung der Vortragsmanuskripte finden Sie
hier

Heidi Lexe, Leiterin der STUBE, reihte sich mit einem Vortrag und einem Workshop in das fachspezifische Angebot ein. Unter dem Titel Im (Phantom-) Schatten der Türme widmete sich der Vortrag der Frage, inwieweit die ikonografischen Bilder des 11. September 2001 auch seit dem erschienene jugendliterarische Auseinandersetzungen mit dem Terrorismus, respektive dessen Folgen, prägen.
Vortragsmanuskript und Literaturliste finden Sie
hier




Heidi Lexe bei ihrem Vortrag zu Jugendliteratur und Terrorismus




Gabriele von Glasenapp

Von Apokalypse bis Zukunftsroman reichen die Begriffe, mit denen derzeit Romane beworben werden, in denen von endzeitlichen Szenarien, aber auch in der Zukunft verorteten Alternativwelten erzählt wird. In dem von Heidi Lexe geleiteten Workshop mit dem Titel Chaos und Kontrolle. Endzeitliche Szenarien im Jugendroman wurden 10 solcher Begriffe zur Diskussion gestellt: Future Fiction, Utopie, Dystopie, (Post-)Apokalypse, Science Fiction, Umweltroman, Zukunftsroman, Endzeitszenario, Dark Future. Ausgehend vom Versuch zehn anonymisierte Klappentexte (Achtung Paratext!) zehn Covern zuzuordnen, wurden die jeweiligen Begriffe mit den Erzählkontexten dieser Romane in Verbindung gebracht und in einem ersten gemeinsamen Diskurs ausdifferenziert. Genauer eingegangen wurde danach auf den Begriff der Dystopie im Sinne der Schilderung einer neuen Weltordnung; diese jedoch setzt eine Zäsur in der Entwicklung dieser (oder einer alternativen) Welt voraus. Anhand von Beispielen aus dem Bereich des Bilderbuchs, der Graphic Novel und des Films wurde gezeigt, wie eine solche Zäsur erzählerisch begründet und stilistisch dargestellt wird. In Kleingruppen wurde daran anschließend an Texten gearbeitet, die zukünftige und/oder dystopische Welten zeigen – wobei die zu Grunde liegenden Leitfragen sich auf die Darstellung dieser Welten bezogen hat:
+ Was erfahren wir von dieser Welt?
+ Mit welchen literarischen Mitteln erfahren wir das? (Perspektive, Sprache etc.)
+ Inwieweit ist die Welt, wie wir sie kennen, als Referenzwelt präsent?
Im frühsommerlichen Ambiente des Parks rund um Schloss Tutzing konnten die Ergebnisse engagierter und intensiver Textanalyse miteinander ausgetauscht werden.

Die Literaturliste zum Workshop finden Sie hier



Textarbeit im frühsommerlichen Ambiente