Ein prächtiger, fast noch spätsommerlicher Tag führte die Teilnehmer*innen dieses Workshops auf Linneas Fahrrad und mit Ricos Wegweisern durch den Mattiswald direkt in die STUBE. Na, wenn das nicht schon mal genial beginnt! Sicherheitshalber warteten dort aber nicht Frau Dahlings Müffelchen, sondern >>> Andrea Kromosers ganz reale und schlaue Ansätze, um der Faszination des literarischen Erzählens im Kinderroman auf die Spur zu kommen.

Spontan genannte Lieblingsfiguren waren in der Vorstellrunde schnell zur Hand und dienten als Ausgangspunkt der Analyse, was eine Figur haben, wie sie sein muss, um zu begeistern, im Gedächtnis zu bleiben, geliebt zu werden. Sie muss vor allem authentisch sein!
Im nächsten Schritt wurde über illustrierte Kinderromane nachgedacht, über Technik, Farbgebung und die Auswahlkriterien, denen privat, in Bibliotheken oder in Schulen gefolgt wird. Dass für Verlage die Wahl der Illustration zumeist nicht nur eine künstlerische Entscheidung ist, sondern auch einen wesentlichen Kostenfaktor darstellt, wurde dabei ebenso verdeutlicht.
Weiter ging die Expedition zur Erzählperspektive in Kinderbüchern, konkret zu ICH-Erzähler*innen, die ihren Blick mit den Leser*nnen teilen, diese durchaus auch direkt ansprechen  und sie auf ihre spezielle Erkundung der Wirklichkeit mitnehmen. Wie schnell man beim kurzen Hineinschmökern Handlungsraum und Figuren nahekommen kann, wurde bei der Entwicklung von „Mut-Boards" zu ausgesuchten Titeln erfahrbar.

Zum Thema Figurenkonstellation wurden schließlich Familiendarstellungen mit ausgeprägten Väterszenen unter die Lupe genommen. Wie ist Familie? Wer gehört dazu? Wer übernimmt welche Rolle? Dabei stellte sich heraus, dass eine (vergleichende) Lektüre mit dem Fokus auf ausgesuchte Konstellationen nicht nur erkenntnisfördernd, sondern auch sehr kurzweilig sein kann.

Kurzweilig und erkenntnisfördernd war übrigens der ganze Workshop-Tag! Ach, und wegen Spätsommer, Sonne, vielleicht wandern gehen oder doch im Garten Laub rechen: total überbewertet, wenn man stattdessen durch den Mattiswald ... na, Sie wissen schon. Wie gut, dass alle STUBE-Card-Besitzer*innen das Skript von Andrea Kromoser im Herbst bekommen haben.

Ein Bericht von Alexandra Holmes