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SOSCHÖN '09


Verena Ballhaus und Renate Habinger

 



 

"Bilder im Kopf, wie sie aufs Papier und wie sie ins Buch kommen", lautete der Titel des Künstlerinnengesprächs zwischen Renate Habinger und Verena Ballhaus, mit dem im Rahmen der Finissage die zweiwöchige Ausstellung beendet wurde. Im Ausstellungsraum des St. Pöltener Künstlerbundes KUNST:WERK präsentierten die beiden Künstlerinnen, die bereits bei der Sommerschule für Kinderbuch-Illustration 2009 kollaboriert hatten, Originale aus verschiedenen Werken. Von Renate Habinger waren dabei unter anderem Teile ihrer Arbeiten zu "BieBu" und "Gaggalagu" zu sehen, von Verena Ballhaus wurden Ausschnitte von "Der Murr oder Die Entdeckung des Honigs" und "Ein Wunschhund für Oskar" ausgestellt.

Im Künstlerinnengespräch diskutierten die beiden Illustratorinnen über den Entstehungsprozess einzelner Werke, die Schwierigkeit, die ursprüngliche Kraft einer ersten Skizze in einem zweiten Schritt zu reproduzieren und weiter auszuführen sowie die oftmals mit Enttäuschung verbundenen Erlebnisse bei der Veränderung der Originale zuerst in gescannte Dateien und später in das vorliegende Druckwerk.
Als die wichtigste Komponente bei ihrer Arbeit als Illustratorin bezeichnete Verena Ballhaus die Vermittlung ihrer subjektiven Interpretation des Textes anhand ihrer Bilder. Dabei sei es ihr jedoch gleichermaßen wichtig, die Ausführung ihrer Sichtweise so offen zu gestalten, dass den BetrachterInnen genügend Raum bleibt, um die eigene Interpretation geltend machen zu können. Renate Habinger nannte die Umsetzung ihres grundlegenden Konzepts zur Gestaltung eines gesamten Buches als einen der zentralen Momente ihrer Arbeit. Dieses Grundgerüst, auf dem alle weiteren Arbeiten zu einem Buch basieren, soll dabei gleichzeitig als leitende Idee unsichtbar im Hintergrund sein, jedoch trotzdem für die BetrachterInnen unbewusst spürbar bleiben.

 



In Bezug auf ihre ausgestellten Arbeiten zu "Der Murr oder Die Entdeckung des Honigs" erläuterte Verena Ballhaus das sich durch ihr Werk hindurch ziehende Konzept der Ebenen. In ihren Bildern legt sie mehrere "Schichten" an, welche von den Figuren wie auch den BetrachterInnen entweder aufgedeckt und erforscht oder am Rande liegen gelassen werden. Diese verschiedenen Ebenen können als weiterführende Interpretationsangebote (z.B. in psychoanalytischer Hinsicht) ausgedeutet werden. Dazu zitierte die Künstlerin eine Stelle aus "Der Murr":

"Der Käfer dachte nach und erinnerte sich, dass er einmal etwas sehr Schwarzes entdeckt hatte, in sich drin, aber er hielt es für besser, das nicht zu erzählen."

Dieses Schwarze ist ebenfalls in den Illustrationen von Verena Ballhaus zu finden und es kann erforscht und hinterfragt werden, aber es ist ebenso möglich, nicht darauf einzugehen und es für sich wirken zu lassen.