Angebote
Fernkurs
Buchtipps
Tagebuch
Wir über uns
 

 

 

Die etwas andere Weihnachts-Buch-Liste

Ian Falconer: Olivia feiert Weihnachten

Mit Pauken und Trompeten hat Olivia sich in den bisherigen Bänden ihrer Bilderbuchreihe in Szene gesetzt, hat all ihre Talente ausgespielt und sich dem Grusel des Alltags gestellt. Nun endlich ist es Weihnachten und Olivia zeigt sich ein wenig erschöpft von all den Vorbereitungen. Doch was gibt es nicht noch alles zu tun! Und wie immer ist es Olivia, die das Familienleben am Laufen hält - außer natürlich, sie hat sich gerade in einer Lichterkette verfangen…
Erneut lässt Ian Falconer das Schweinekind ihre unvergleichliche Wirkung erzielen, indem er ihr unüberbietbares selbstdarstellerisches Talent mit dem für die Reihe typischen Rot-Effekt und in humoristisch ausgearbeiteten Einzelsequenzen vor weißen Hintergrund setzt. Darüber hinaus nutzt der amerikanische Bühnenbildner und Designer jedoch eine ganz neue Raumlösung: Sehr bald nämlich setzt die kindliche Weihnachtsmannwache ein und Olivia steht mit den beiden kleinen Brüdern in regelmäßigen Abständen vor einem riesigen Fenster, in dem durch Fotolösungen Regen, Nacht oder Winter zu sehen ist (aber leider kein Weihnachtsmann). In die Blickrichtung der Weihnachtswache ist auch das restliche aufregende Geschehen orientiert, wenn der Ereignisreichtum vor, während und nach dem Weihnachtsabend in nach links aufzuklappenden Bildteilen ausgeweitet wird. Und wer Olivia kennt, weiß, dass selbst ihre Träume der räumlichen Ausweitung bedürfen!

 


Aus dem Engl. v.
Monika Osberghaus.
Oetinger 2008
48 S., € 13,30
ISBN 978-3-7891-6517-7

Peter Härtling (Hg.) / Philip Waechter: Die schönsten Weihnachtsgeschichten

"… ach, am Abend Äpfel braten." So schön kann Weihnachten sein. - Leise und trotzdem lustig; winterlich, verschneit aber gar nicht kitschig. Peter Härtling versammelt in diesem rundum liebevoll gestalteten Weihnachtsgeschichtenbuch alt bewährte und neu entdeckte Märchen, Gedichte sowie Kurz- und Kindergeschichten von namhaften AutorInnen wie Selma Lagerlöf, Kurt Tucholsky, J. R. R. Tolkien, Cornelia Funke, Wolfgang Borchert, Erich Kästner und Christine Nöstlinger. Philip Waechter vollendet die sehr bedachte Auswahl an Texten für Kinder und Erwachsene durch seine liebevoll-ironischen Illustrationen zu einem vielfältigen Familienbuch. Unterteilt in sechs Kapitel findet sich so für die Zeit vor, während und nach dem Fest immer die richtige Geschichte.

 


Aufbau 2008
336 S., € 22,70
ISBN 978-3-351-04090-1

 

Ole Könnecke: Elvis und der Mann mit dem roten Mantel

Der Weihnachtsabend hätte so gemütlich sein können: Elvis hat gerade seinen singenden Weihnachtsbaum ausgepackt und wiegt sich bereits genussvoll zur Melodie von Chuck Berrys „Merry Christmas Baby“, als der Strom ausfällt, es an der Türe klopft und ein Mann mit einem langen weißen Bart und einem roten Mantel nach einer Autowerkstätte fragt. Der Mann versucht irgendetwas von einem verunglückten Schlitten und der Dringlichkeit zu erledigender Dinge zu erzählen – doch Elvis hat nur Augen für den vom Schlitten kaputt gefahrenen Strommasten, der seinem Chuck-Berry-Bäumchen den Saft raubt. Mufflig stapft er durch die Szenerie während der Mann mit dem roten Mann zunehmend verzweifelt um Aufmerksamkeit wirbt… Ole Könnecke greift in seinen minimalistischen Bildern die Skurrilität der Situation auf und treibt die wortreiche Geschichte vom schnoddrigen Ignorieren des Offensichtlichen mit jeder neuen Seite auf die Spitze.

 


Carlsen 2001
32 S., € 6,20
ISBN 978-3-551-51552-0

Kirsten Boie / Jutta Bauer: Alles ganz wunderbar weihnachtlich

Was Janna, Jule und Jesper von anderen Kindern unterscheidet, ist nicht deren Ungeduld, was das Heranrücken des Heiligen Abends betrifft. Was die drei Geschwister von anderen Kindern unterscheiden mag, ist deren Einfallsreichtum und deren unkonventionelle Art, den alltäglichen Dingen das Abenteuer und das Chaos abzuringen. Egal ob ein Weihnachtsbaum geschlagen werden soll oder ein Krippenspiel geprobt, innerhalb kürzester Zeit haben sich die drei überworfen – zum Leidwesen ihrer Eltern und zur Freude der LeserInnen, die köstliche kleine Szenen präsentiert bekommen. Letztlich aber finden die drei immer ihren Weg und auch immer eine Lösung, die unvermutet zeigen, wie wenig Worthülse ein friedvolles Miteinander doch sein könnte.



Oetinger 2006
120 S., € 12,40
ISBN 978-3-789-13104-2

 

Andreas Steinhöfel / Kerstin Meyer: Es ist ein Elch entsprungen

Vom Himmel hoch kommen diesen Advent nicht die Englein – vom Himmel hoch knallt Mr Moose und zersplittert dabei – ganz Elch - Søren, den Esszimmertisch von Ikea. Doch mit seinem Charme vermag der verunglückte Weihnachtsschlitten-Probefahrer ein wenig adventliche Vorfreude in Bertils Familie zu bringen – spricht er unter anderem doch davon, dass der Chef Herzenswünsche erfüllt und schürt damit Bertils Hoffnung auf eine Wiedervereinigung der Familie mit dem Vater… Mit Sprachwitz und Beobachtungsgabe wird das Aufeinandertreffen unterschiedlich aus der Bahn geworfener Figuren zu einer liebenswerten Vorweihnachtsgeschichte. Wer nicht selbst lesen will kann sich die Geschichte auch mit wunderbar mister-moosigem Timbre von Henning Venske vorlesen lassen (CD bei HörbucHHamburg) oder im Kino darauf lauschen, wie Raubein Achim Rohde dem gestrandeten Tier seine Stimme verleiht.

 


Carlsen 2002
96 S., € 11,90
ISBN 978-3-551-55245-7

Roddy Doyle / Brian Ajahr: Rover rettet Weihnachten.

Ausgerechnet am Weihnachtsabend liegt Rudolf, das Rentier, mit Grippe und mittelschwerer Lebenskrise im Bett. Wer soll jetzt den Schlitten des Weihnachtsmannes ziehen, um Millionen von Kindern ihre Geschenke zu sichern? Aus dieser recht konventionell wirkenden Grundkonstellation entwickelt Roddy Doyle ein fulminantes, unglaublich witziges Spiel mit unterschiedlichsten literarischen Gestaltungsmitteln. Umrahmt von drei Einleitungen und vier Enden wetteifern Textsorten, verlebt ein Kapitel seine turbulenten Jugendjahre und erfüllt Santas Team mittels Bungee-Jump-Seilen und Eidechsenzungen seine heikle Mission. Schließlich ist es ausgerechnet Rover, der millionenschwere Hund aus „Das große Gigglergeheimnis“, der Santa in einer spektakulären Fahrt über den Weihnachtshimmel ziehen darf. Wird er Weihnachten retten?



Aus dem Engl. v.
Andreas Steinhöfel.
Omnibus 2004
ISBN 978-3-570-21349-0

 

Brigitte Schär / Jörg Müller: Die Weihnachts-Show

Unser Blick fällt – man höre und staune – auf Christkinds Sommersitz. Einer Insel im Ozean, wo das gute Kind in neverlandartiger Szenerie an seinem Cocktail schlürft. Auf der Insel herrscht reger Betrieb – gehört sie doch dem Kalendermacher und wird folgerichtig von all jenen bewohnt, die irgendwann im Lauf des Jahres ihren ganz persönlichen Auftritt bei den Menschen haben. Nun aber möchte der Osterhase einmal in seinem Leben zum besten Sendetermin im Mittelpunkt stehen … Mit anspielungsreicher Lust am Detail werden die letzten „Wunder“ der Menschheit zum Machbarkeitswahn von Kommerz und globalisierten Medien. Nichts ist, wie es scheint. Und wenn die Show stimmt, sind Inhalte kein Problem - dann sorgt auch der Osterhase in der Krippe doch für Einschaltquoten. In schönster 1968er Tradition wird hier ein ebenso bissiger wie unterhaltsamer Kommentar zum Verschwinden von Inhalten hinter Marken gegeben.



Patmos 2005
32 S., € 15,40
ISBN 978-3-7941-5092-2

Bonus Track:

Die roten Rosen: Wir Warten auf’S Christkind. JKP 1998.

Und wem all diese fiesen vorweihnachtlichen Angebote noch immer nicht geholfen haben, der hat eine letzte Chance: „Still, still, still“ dürfte dann wohl nicht mehr werden mit dieser CD, denn hinter den roten Rosen verbirgt sich niemand anderer als die Punk-Rock-Band „Die Toten Hosen“. Aber niemand vermag einem Alle Jahre wieder so ultimativ die Anspannung zu nehmen, selbst „The Little Drummer Boy“ wird da zum Wegbegleiter einer nicht mehr erhofften Katharsis. Und plötzlich schmeckt auch der Weihnachtspunsch wieder und der Schnee rieselt zwar nicht leise aber auch nicht unerwünscht. Von „I wish it could be Christmas every day“ ist man zwar immer noch meilenweit entfernt, aber an diesem einen Tag vermag man beruhigt auszusprechen:

Frohe Weihnachten