Im Zauberreich von Hogwarts leben nämlich nicht nur Zentauren, wie der attraktive Firenze, oder Werwölfe, wie der schwer an seinem Schicksal leidende Professor Lupin, sondern auch Animagi: Zauberer und Hexen, die die Fähigkeit besitzen, sich in ein Tier zu verwandeln. Minerva McGonagall ist eine von ihnen; einen anderen – diesmal illegalen – Animagus enttarnt die clevere Hermine: Klatschreporterin Rita Skeeter gelangt nur an ihre Informationen, weil sie als Käfer die hintersten Winkel von Hogwarts durchschlurft.
Dass die Kunst der Verwandlung Auszeichnung und Bürde zugleich sein kann, zeigen all jene HeldInnen, die im jugendliterarischen Unterhaltungsgenre mithelfen, die Welt zu retten: Die Switchers bekämpfen mit Hilfe ihrer Fähigkeiten ein urzeitliches Kältewesen, verbleiben an ihrem 14. Geburtstag jedoch in jener Gestalt, in die sie sich gerade verwandelt haben: Tier oder Mensch. Die Animorphs hingegen, die serienweise gegen wurmartige Aliens kämpfen, laufen Gefahr, auch in ihrer menschlichen Form immer stärke die Instinkte jenes Tieres auszuleben, in das sie sich verwandeln können.
Wie sehr eine solches Leben in zwei Gestalten jedoch als schmerzliche Erfahrung begriffen werden kann, zeigt sich an den jugendlichen Hauptfiguren in Patrice Kindl erstem Roman: Owl lebt untertags das Leben eines scheinbar normalen Mädchen, verwandelt sich jedoch nachts in eine Eule. Auf ihren Streifzügen stößt sie auf David, der am gleichen Schicksal leidet – im Vergleich zu Owl jedoch nicht die Unterstützung von FreundInnen und Familie genießt. Erzählt wird also eine Identitätsfindungsgeschichte unter ungewöhnlichen – eben animorphen – Vorzeichen.
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Coverbild "Harry Potter
und der Gefangene von Askaban"

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