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Seltsame Alte

 

 

Edward van de Wendel / Ingrid Godon: Anna Maria Sofia und der kleine Wim

Ein kleiner Bub und eine alte Frau sind miteinander unterwegs – so weit, so bekannt, doch bald zeigt sich, dass hier die Rollen anders verteilt sind als erwartet: Nicht dem Kind werden Geschichten erzählt, sondern es ist Anna Maria Sofia, die Dinge, die den beiden begegnen, lediglich mit Ein-Wort-Assoziationen benennt, während der kleine Wim ihr dazu Geschichten aus ihrem Leben erzählt. Auf großflächigen Illustrationen in gedeckten Farben entwickelt sich langsam das Panorama eines Lebens, in dem Vieles passiert ist.

Aus dem Niederländ. v. Rolf Erdorf. Carlsen 2006. 40 S., € 13,40. ISBN 978-3-551-51655-8

 


Heinz Janisch / Aljoscha Blau: Rote Wangen

Der Großvater erzählt dem Enkel von seinen früheren Erlebnissen – wie er mit seinem Fußball eine Regenwolke getroffen hat, zum Beispiel, und es dann so stark zu regnen begann, dass das Spiel abgebrochen werden musste. Von seiner Begegnung mit einem Schneemenschen und seiner Entdeckung einer neuen Tierart. Die Erwachsenen behaupten, der Großvater sei schon vor einem Jahr gestorben. Der Enkel aber hört seine Geschichten immer noch und die beiden haben viel Spaß. Im Wechselspiel zwischen ganzseitigen Bildtafeln in gedeckten Farben und wie hingekritzelt wirkenden Skizzen auf liniertem Papier entspinnt sich eine sprachlich wie optisch wunderschön gestaltete Parabel über den Wert des Geschichten-Erzählens und ihre generationenübergreifende Kraft.

Aufbau 2006. 32 S., € 15,50. ISBN 978-3-351-04062-8

 


Matthias Preuß: Paul und die seltsamen Leute im Altersheim

Gehstock, Brille, dritte Zähne im Wasserglas – diese typisierten Accessoires alter Menschen füllen Vorsatz- und Nachsatzpapier. Aber was steckt hinter den weißhaarigen komischen Leuten, die Paul nachschauen, wenn er seinen Opa im Altenheim besucht? Paul fürchtet sich vor der Fremdartigkeit dieser gebrechlichen Körper, vor deren eigenartigem Geruch. Man sieht Paul in den monochromen Bildern an, dass ihm ein wenig graut. Opa jedoch beginnt, zu den Leuten entsprechende Lebensgeschichten zu erzählen – auch wenn keine davon nur annähernd ernst zu nehmen ist: Die dicke Frau soll Pralinentesterin gewesen sein, der Herr mit dem Katheter gar Raumfahrer – auch jetzt noch isst er nicht mit den anderen, sondern nimmt nur Tuben-Nahrung zu sich. Paul spinnt Großvaters Faden weiter und erfindet letztlich auch seinem Opa mit dem kugelrunden Bauch eine Lebensgeschichte. Und das gemeinsame Lachen darüber nimmt der Situation ihre Schwere.

Lappan 2004. 40 S., € 9,20. ISBN 978-3-8303-1056-3

 


Didier Lévy / Matthieu Roussel: Angelman

Er ist so klein wie R2D2 und so androgyn wie C3PO und mit seinen großen Augen verkörpert er ein so altes und universelles Wissen wie E. T. Er heißt Alfi und lebt beim alten Mr Angel. Der wiederum agierte in seiner Jugend als geflügelter Superheld und wurde als Angelman verehrt. Fotos, Souvenirs und eine Reihe von Merchandising-Produkten erinnern an den Comic-Star und seine Heldentaten – eindrucksvoll veranschaulicht in der Ästhetik von Spielzeugwelten mit computergenerierten Bildern des 3D-Künstlers. Nur der Nachbarsjunge Arnie ist in dieser außergewöhnlichen und anrührenden Beziehungsgeschichte in die Geheimnisse des alten Mannes und seines Roboters eingeweiht. Und ist dabei, als der alte Mann sich für seinen letzten Flug rüstet …

Aus dem Französ. v. Edmund Jacoby. Gerstenberg 2005. 40 S., € 13,20. ISBN 978-3-89565-196-0

 


Adelheid Dahimène / Heide Stöllinger: Die seltsame Alte

"Ich spiele dir auf deinen Fesseln ein Lied vor": Zwischen Fangen und Gefangensein spinnt sich ein Dialog zwischen einem kleinen Mädchen und einer seltsamen Alten, die jeden Donnerstag Nachmittag vorbeikommt und das „Hexenspiel“ mitbringt: Das bewährte Fadenspiel, das sich in unterschiedlichen Varianten zwischen den eigenen Fingern entspinnt und an die Hände des Gegenübers weitergegeben wird. Illustratorisch eingefangen werden Momente und Augenblicke: Auf braune und rote Farbtöne konzentriert wird die Mimik der Alten auf faszinierende Weise ins Bild gesetzt. Für heute bist du erlöst, aber ich komme wieder, meint sie zum Abschied. Wer sich nicht erlösen lassen will, findet sicher die Möglichkeit, selbst jemanden mit dem Hexenspiel zu umgarnen …

Residenz 2003. 32 S., € 7,90. ISBN 978-3-85326-273-3