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Proseminar "Das Bilderbuch im Kontext von Literatur und Medien"

Gibt es einen Krimi im Outfit eines Bilderbuches? In der gesamtgesellschaftlichen Wahrnehmung mag das Bilderbuch als künstlerisch weitgehend anspruchsloses Medium für Kleinkinder gelten. Und doch definiert sich das Bilderbuch nicht über eine mögliche intendierte Zielgruppe, sondern über seine Gestaltungsform – als Genre, in dem Bild und Text konstitutiv aufeinander bezogen sind. Die Bandbreite reicht dabei von der Balladen-Neugestaltung über die Märchenparodie im Stil des Film noir bis zur Exilgeschichte. Im Proseminar "Das Bilderbuch im Kontext von Literatur und Medien" wurde also ein Genre der Kinder- und Jugendliteratur zur Diskussion gestellt, das wie kein anderes an einer Schnittstelle unterschiedlicher erzählender, künstlerisch gestaltender und medialer Formen steht. Untersucht wurden dabei sowohl historische Entwicklungslinien des Bilderbuchs (vom "Orbis sensualium pictus", das die Form des ABC-Buchs etablierte über die Bildgeschichten von Wilhelm Busch und Heinrich Hoffmann bis hin zu den Kunstbilderbüchern des Jugendstils), als auch der Variantenreichtum von Bild-Text-Interdependenzen mit den jeweiligen Schnittstellen hin zum Comic, zur Graphic Novel und zum filmischen Erzählen. Den Grundlagen intertextueller und intermedialer Analyse folgend wurden dabei exemplarische Stoff- und Motivkreise in ihren unterschiedlichen Bild-Text-Varianten untersucht. Analysiert wurden im Laufe des Semesters Werke von Hannes Binder, Wolf Erlbruch, Nikolaus Heidelbach, Jacky Gleich, Renate Habinger, Linda Wolfsgruber, Frank Miller, Yvan Pommaux, Shaun Tan und anderen.Ebenfalls im Rahmen der Lehrveranstaltung angeboten wurden Exkursionen, darunter eine Führung durch die Ausstellung "Jugendschatz und Wunderscherlein" im MAK durch den Kurator Prof. Friedrich C. Heller und ein Atelierbesuch bei der Künstlerin Angelika Kaufmann. Die Proseminararbeit verfassten die Studierenden zu "Wenn ich das 7. Geißlein wär'" von Karla Schneider und Stefanie Harjes – eine Auswahl bemerkenswerter Arbeiten sind hier zum Nachlesen zusammengestellt:

 


 

 


Ill. aus "Neues ABC-Buch" von Karl Philipp Moritz und Wolf Erlbruch.

Ludwig Maximilian Breuer: Spiel mit dem Wolf. Die Figur des Wolfs in "Wenn ich das 7. Geißlein wär'" von Karla Schneider und Stefanie Harjes im Vergleich zum Wolfsmotiv der Grimmschen Märchen.
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Elisabeth Kuntner: Das dialogische Prinzip in "Wenn ich das 7. Geißlein wär'" von Karla Schneider und Stefanie Harjes.
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Rosemarie Merl: Kindbild und Kindheitsbild im Bilderbuch "Wenn ich das 7. Geißlein wär'" von Karla Schneider und Stefanie Harjes.
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Peter Rinnerthaler: Das Bilderbuch – ein Gegenstand der Gender-Studies? Aufgezeigt am Beispiel von "Wenn ich das 7. Geißlein wär'" von Karla Schneider und Stefanie Harjes.
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Dorothee Schwab: Wie im Flug – Bildmotive in "Wenn ich das 7. Geißlein wär'" von Karla Schneider und Stefanie Harjes.
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