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Uraufführung von "Wenn ich das 7. Geißlein wär'"



 

Es war der Wunsch der Autorin Karla Schneider, den Dialog zwischen den beiden Kindern in "Wenn ich das 7. Geißlein wär'" im Krankenhaus stattfinden zu lassen. Stefanie Harjes inszeniert das kindliche Streitgespräch über den Verlauf zweier Märchen illustratorisch als Spiel: Die beiden Kinder selbst bleiben in ihren Pyjamas sehr zurückgenommen, die Wildheit der Szenerie entsteht aus ihrer Bewegung im Raum – und durch die Masken, mit denen Stefanie Harjes die beiden ausstattet.

In ihrer Bearbeitung der Bilderbuchvorlage als Theaterstück, das am 20. November 2009 im Rahmen von bookolino im Literatur h aus Graz uraufgeführt wurde, nutzt Katharina Grilj vom TaO – Theater am Ortweinplatz dieses Miteinander aus Zurückgenommenheit und ausgelassenem Spiel: Sie lässt die beiden Jugendlichen Constanze Winkler und David Valentek mehr oder weniger aus dem leeren Raum heraus spielen. Zentrales und beinahe einziges Requisit ist ein Krankenbett mit Roll- und Hebemöglichkeit, das sich im kindlichen Treiben rasch in das Haus der Großmutter oder der Geißlein umbauen lässt. Wie auch im Bilderbuch fordert das männliche Ich dabei sein weibliches Gegenüber – Ottinka Taube – heraus und zieht sie mit seiner Spielenergie mit sich. Und auch hier nehmen die beiden ihre entsprechenden Rollen mit der Hilfe von Masken ein, die Stefanie Harjes in Zusammenarbeit mit Roger Weber für die Produktion gestaltet hat.

Varianten und Möglichkeiten des Verlaufs der Märchen "Rotkäppchen" und "Der Wolf und die sieben Geißlein" werden erprobt und ausagiert – Kissenschalcht und Schattenspiel vor effektvoller Lichtregie inklusive. Immer wilder scheint das Spiel zu verlaufen während die Durchsagen aus dem Krankenhaus-Lautsprecher immer skurriler werden und dem intermedialen Spiel eine weitere Ebene hinzufügen. Bis zu jenem Zeitpunkt, da die sonore Stimme Ottinka Taube in den O.P. ruft. Anders als in der Bilderbuchvorlage sucht Ottinka Taube die Trennung nicht durch einen Streit zu "erleichtern", der geprägt ist von der Präsenz der metaphorischen Figur eines schwarzen Seelenvogels. Vielmehr erweist sich das Ich als charmanter Peer Gynt, der unaufhaltsam seine Märchenvarianten spinnt und das Mädchen damit hineinbegleitet in den indifferenten Zustand des Vergessens und Illusionierens, der mit der Wirkung der Narkosemittel einsetzt.

 


Constanze Winkler und David Valentek

 

Aspekte des Vortrags und Werkstattgesprächs

Rezensionssammlung

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